Erich Bauer (Historiker)

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Erich Bauer (1911)

Erich Bauer (* 24. März 1890 in Delitzsch; † 24. November 1970 in Lemgo) war ein deutscher Richter und Studentenhistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Sohn eines Mühlenbesitzers erhielt Erich Bauer seine Schulbildung in der Volks- und Realschule in Delitzsch und auf dem Königin-Carola-Gymnasium in Leipzig, das er 1909 mit dem Reifezeugnis verließ.[1] Anschließend studierte Bauer Rechtswissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Im selben Jahr wurde er Mitglied des Corps Rhenania Tübingen.[2] 1910/11 war er auch im Corps Lusatia Leipzig aktiv.[2]

Nach dem Referendarexamen (1913) diente er ab 1915 im Ersten Weltkrieg. Als Leutnant im Reserve-Infanterie-Regiment 92 am 1. September 1917 beim Übergang über die Düna schwer verwundet, wurde er felddienstunfähig.

Er bestand 1920 die Assessorprüfung und promovierte zum Dr. iur. Er wurde Amtsrichter in Halle (Saale), 1925 Amtsgerichtsrat in Querfurt und 1934 Erbhofgerichtsrat am Landeserbhofgericht Celle. Als im Dezember 1944 der Geschäftsbetrieb des Gerichts kriegsbedingt zur Personaleinsparung stillgelegt wurde, wurde er als Richter in Erbhofsachen an das Oberlandesgericht Breslau abgeordnet. Im Juni 1945 wurde er in Automatischen Arrest genommen und in den britischen Lagern Westertimke und Fallingbostel interniert. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er im August 1946 entlassen. 1948 schied er aus dem Staatsdienst aus.

Seit 1948 war Bauer Vorsitzender der Historischen Kommission des Kösener Senioren-Convents-Verbands. 1949 wurde er noch Mitglied des Corps Borussia Halle.[3] 1953 war er einer der Hauptmitarbeiter an der 4. Auflage vom Handbuch des Kösener Corpsstudenten. 1954 initiierte er mit Robert Paschke die Beiträge zur Deutschen Studentengeschichte innerhalb der vom Convent Deutscher Akademikerverbände herausgegebenen Zeitschrift Convent. 1955 war er Mitgründer und erster Vorsitzender des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung; von 1956 bis 1968 gab er das Jahrbuch Einst und Jetzt heraus. In der ersten Ausgabe erschien der bedeutende Beitrag über die SC-Kameradschaften. Am bekanntesten wurde das mehrfach aufgelegte Schimmerbuch für junge Corpsstudenten. Mit Georg Schmidgall und Rainer Assmann gehört er zu den maßgeblichen Kennern des Tübinger SC.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte des Corps Lusatia zu Leipzig. Leipzig 1932.
  • Die Tübinger Rhenanen. Zeulenroda 1936, 2. Aufl.. O. O. 1956.
  • Die Kameradschaften im Bereich des Kösener SC in den Jahren 1937 bis 1945. Einst und Jetzt, Bd. 1 (1956), S. 5–40.
  • Was sind und wollen die Corps? Ein Entwurf allgemeiner Corpsprinzipien aus dem Jahre 1865. Einst und Jetzt, Bd. 4 (1959), S. 93 ff.
  • Schimmerbuch für junge Corpsstudenten, o. O. 1952 (1. Auflage)
  • Wann, wo und wie entstanden unsere Wappen? Eine Aufgabe für unsere gemeinschaftliche Geschichtsforschung. Einst und Jetzt, Bd. 7 (1962), S. 74–79.
  • Das Corps Alemannia zu Tübingen (1825–1827). Einst und Jetzt, Bd. 14 (1969), S. 37.
  • Die Geschichte des Corps Borussia zu Halle 1836–1861, 1971.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Hauptmann: Alphabetisches Verzeichnis ehemaliger Carolaner, in: Fünfundzwanzig Jahrfeier des Königin Carola Gymnasiums in Leipzig 1927, Leipzig 1927, S. 21
  2. a b Kösener Corpslisten 1960, 128, 632; 3, 789
  3. Kösener Corpslisten 1996, 19, 668

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedhelm Golücke: Verfasserlexikon zur Studenten- und Universitätsgeschichte. Ein bio-bibliographisches Verzeichnis (= Abhandlungen zum Studenten- und Hochschulwesen 13), Köln 2004, S. 26–28

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]