Erich Bentrup

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Erich Bentrup (* 29. April 1891 in Aachen; † 31. Juli 1968 in Schwerin)[1] war ein deutscher Architekt und Grafiker, der vor allem in Schwerin wirkte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Capitol, Saal 1
Zigarrenhaus Preussler, Friedrichstraße
Ärztehaus Wismarsche Straße 132

Bentrup gründete 1921 nach dem Studium ein Architekturbüro in Schwerin. 1921 war er neben Richard Zscheked, Hermann Koenemann, Georg Schütz und Egon Tschirch einer der Künstler, die für 70 Ortschaften in den damaligen Ländern Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz Vorlagen für die Scheine des sogenannten „Reutergeldes“ entwarfen.[2] In den 1920er- und 1930er-Jahren prägten er sowie Paul Nehls und Hans Stoffers durch ihre Bauten das Stadtbild von Schwerin. Er entwarf in dieser Zeit im expressionistischen Stil der Neuen Sachlichkeit.

Auch in der DDR-Zeit plante er verschiedene Bauten, nunmehr im Stil des realsozialistischen Neoklassizismus.[3]

Zu den denkmalgeschützten Bauwerken in Schwerin zählen u. a. seine Bauten Handelshaus Thams & Garfs, das Capitol Schwerin und die Wohn- und Geschäftshäuser Wismarsche Straße 126 und 132.

Bentrup wurde auf dem Alten Friedhof in Schwerin beerdigt; das Grab ist erhalten.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zigarrenhaus Preussler, Friedrichstraße 6, außergewöhnliche werbende Putzfassade von 1927
  • Handelshaus Thams & Garfs, Schwerin, Helenenstraße 3
  • Dritter Festsaal von 1928 mit Stilmerkmalen des Art déco in den Stadthallen Schwerin
  • 1928 Umbau der Apollo Lichtspiele in der Mecklenburgstraße 53 zum Kino Schauburg
  • Capitol Schwerin, Schwerin, Wismarsche Straße 123, zus. mit Hellmuth Ehrich, 1935/37
  • Wohn- und Geschäftshaus, Schwerin, Wismarsche Straße 126 zus. mit Hellmuth Ehrich, 1935/37
  • Sein Wohnhaus Robert-Koch-Straße in Schwerin, um 1935
  • Verwaltungsgebäude (Ärztehaus), Schwerin, Wismarsche Straße 132, zus. mit Hellmuth Ehrich, 1936
  • Verwaltungsgebäude der Stadt- und Hafenbahn in Boizenburg, 1938
  • Haupttrakt der Gauleiterschule der NSDAP in der Schloßgartenallee 61, 1930er Jahre[4]
  • Aufstockung des Hofflügels des Bebel-Hauses für die SED (früher Café Dr. K), Schwerin, Dr.-Külz-Straße 3[5]
  • Kulturhaus Mestlin im Musterdorf Mestlin, zus. mit Günter Kawan und Heinrich Handorf, um 1952/1957

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bentrup, Erich. In: Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. Hinstorff Verlag, Rostock 2011, ISBN 978-3-356-01301-6 (online).
  2. Ingrid Möller: Das Verbreitungsgebiet der Reuterscheine und die Aufteilung unter fünf Künstler. In: Das mecklenburgische Reutergeld von 1921. Ein kulturgeschichtliches Kuriosum. Pinnow 2015, ISBN 978-3-95655-583-1.
  3. Burkhart Stender: Reutergeld, Kino und ein übergroßes Gutshaus. In: Schweriner Volkszeitung vom 8. März 2016.
  4. Schwerin live: Von Rentner Albrecht bis NDR. Die Geschichte der Villa in der Schlossgartenallee 61.
  5. Schwerin live: Was Aumund nicht mehr erlebte.