Erich Cibulka

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Erich Cibulka (2013)

Erich Cibulka (* 5. Juli 1963 in Wien) arbeitet als Unternehmensberater, Speaker und Autor an der Schnittstelle von Wirtschaft, Militär und Politik. Er ist Psychologe, Offizier im Rang eines Brigadiers und seit 2007 Inhaber einer Unternehmensberatung[1]. Außerdem unterrichtet er als Lektor an mehreren (Fach-)Hochschulen.

Erich Cibulka ist Präsident der Österreichischen Offiziersgesellschaft und Vorsitzender der Präsidentenkonferenz der Plattform Wehrhaftes Österreich (Verband der wehrpolitischen Vereine Österreichs)[2]. Als Vizepräsident vertritt er Österreich in der internationalen Offiziersgesellschaft Confédération Interalliée des Officiers de Réserve (CIOR). Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits während des Studiums war Erich Cibulka als Trainer in der Erwachsenenbildung und als Lehrbeauftragter in der Lehrerfortbildung am Pädagogischen Institut des Bundes für Niederösterreich tätig. Als Geschäftsführer von Helikon – Institut für Sozialgestaltung und Integrationsberatung organisierte er 1993 die Veranstaltungsreihe "Rede über Europa!" mit Gästen wie Werner Fasslabend, Brigitte Ederer und Johannes Voggenhuber, bei der über die bevorstehende Volksabstimmung zum EU-Beitritt Österreichs diskutiert wurde.

Von 1994 bis 1997 war er Personalchef des Konsum Österreich und der Gerngross AG. Im Zuge der Konsum-Insolvenz setzte er einen drastischen Sanierungskurses um. Danach wechselte er zu max.mobil., dem ersten privaten Mobilfunkanbieter Österreichs als Mitglied der Geschäftsleitung. 2001/2002 leitete er das "Projekt Change", das den Markenwechsel von max.mobil. zu T-Mobile Austria vorbereitete. Ab 1999 war er verantwortlich für die Errichtung des T-Center, welches 2004 bezogen und 2006 mit dem Staatspreis für Architektur[3] ausgezeichnet wurde.

2004 wechselte Cibulka als Group HR Director zur Bank Austria.[4] Durch den Wechsel vom Sparkassen- in den Banken-Kollektivvertrag gelang ihm der Wegfall eines veralteten Dienstrechts ("BV 69") und die Einführung des "Dienstrechts 2005".[5] Nach der Übernahme der Bank Austria durch die UniCredit schied er aus dem Unternehmen aus und gründete seine eigene Unternehmensberatung.[6] 2012 entwickelte Erich Cibulka das "Philadelphia Performance Profile" als Analyseverfahren zur Messung und Steuerung der Schlüsselressourcen im Unternehmen, das von der Wirtschaftsagentur Wien als innovative Dienstleistung ausgezeichnet wurde.

Funktionen in der Wirtschaftskammer Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als langjähriger Leiter der Kollektivvertragsverhandlungen auf Arbeitgeberseite wurde Erich Cibulka in der Wirtschaftskammer Österreich zum Stellvertretenden Fachverbandsobmann der Telekom- und Rundfunkunternehmen Österreichs und zum Berufsgruppenobmann Telekommunikation gewählt.[7] Im Jahr 2000 war er am Abschluss des ersten Kollektivvertrages in Österreich beteiligt, der das Senioritätsprinzip in den Gehaltstabellen nicht mehr vorsah.[8] Darüber hinaus gelang ihm die Einigung einer kompetitiven Branche auf ein gemeinsames Positionspapier für die Novelle des Telekom-Gesetzes und Richtlinien zur Überwachung des Mobilfunks.[9] Nach seinem Wechsel in die Finanzbranche blieb er bis 2006 im Verhandlungsteam für den Kollektivvertrag der Banken und Sparkassen. Seit 2002 ist er von der Wirtschaftskammer Wien als fachkundiger Laienrichter am Arbeits- und Sozialgericht Wien nominiert. Von 2008 bis 2013 leitete er in der Wirtschaftskammer Wien den Arbeitskreis "Initiative Unternehmenskultur"[10]

Wehrpolitisches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Militärischer Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erich Cibulka absolvierte seinen Grundwehrdienst und eine vorbereitende Kaderausbildung 1981/82 beim Landwehrstammregiment (LWSR) 22 in Wien. Danach wurde er als Gruppenkommandant (rPAK) beim Jägerbataillon (JgB) 5 beordert und zum Unteroffizier befördert. Während seines Studiums absolvierte er eine Nachhollaufbahn zum Offizier und wurde auf die Panzerabwehrlenkwaffe (PAL 2000) umgeschult. Er wurde Kommandant eines PAL-Zuges und nach Absolvierung des Führungslehrganges Kommandant einer Schweren Kompanie. Seine Karriere als Truppenoffizier endete nach dem Stabslehrgang als S2 / JgB 5. Danach absolvierte er an der Landesverteidigungsakademie den Lehrgang zum Offizier des höheren militärfachlichen Dienstes und wurde als Experte und Militärpsychologe am Institut für Human- und Sozialwissenschaften an der Landesverteidigungsakademie beordert. Er unterrichtete in dieser Zeit als Gastlehrer an der Theresianischen Militärakademie und absolvierte die Ausbildung zum Trainer für Führungsverhalten.

Seit 2015 ist er Mitglied des Beraterstabes des Chefs des Generalstabes, General Robert Brieger. Im Dezember 2016 wurde er vom Bundespräsidenten zum Brigadier ernannt.

Österreichische Offiziersgesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erich Cibulka wurde am 9. November 2013 von der Delegiertenversammlung zum Präsidenten der Österreichischen Offiziersgesellschaft gewählt.[11] Am 17. Oktober 2015 wurde er für weitere vier Jahre wiedergewählt.[12]

Als Präsident setzt sich Cibulka dafür ein, dass die Verfassungsvorgaben für das Österreichische Bundesheer, die Ziele der Österreichische Sicherheitsstrategie vom Juli 2013[13] und der klare Mehrheitsentscheid der Bevölkerung bei der Volksbefragung zur Wehrpflicht in Österreich 2013[14] umgesetzt werden. Deshalb kritisiert er, dass durch den Sparkurs der vergangenen Jahre die Einsatzbereitschaft des Bundesheeres nicht mehr ausreichend gegeben sei,[15] das gesetzlich verankerte Milizsystem ausgehungert werde und gesetzliche Möglichkeiten zur Nachwuchsgewinnung (§ 21 Abs. 3 Wehrgesetz) nicht genützt würden. Daher wurde das "Strukturpaket ÖBH 2018" heftig kritisiert.[16]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Philadelphia Management
  2. Plattform Wehrhaftes Österreich
  3. Staatspreis Architektur für T-Center
  4. Format Nr. 32/2004: Offizier und Gentleman
  5. Format Nr. 42/2004: Coup der Bosse
  6. Wirtschaftsblatt vom 14. April 2006: Personalchef geht wegen Zukunftskurs
  7. APA/OTS: Cibulka ist Berufsgruppenobmann
  8. Standard vom 4. Dezember 2000: Neuer Telekom-KV als Vorbild für andere Branchen
  9. Presse vom 3. Juni 2002: Telekom-Anbieter einig bei Forderungen an neues TKG
  10. Wirtschaftskammer Wien: Initiative Unternehmenskultur (Memento des Originals vom 2. Februar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wko.at
  11. Wehr- und Sicherheitspolitisches Bulletin Nr. 15/11/13
  12. APA/OTS vom 18. Oktober 2015: Cibulka im Amt bestätigt
  13. Österreichische Sicherheitsstrategie Juli 2013
  14. Endergebnis der Volksbefragung 2013
  15. Ö1 Morgenjournal vom 22. Juli 2014: Bundesheer blutet aus
  16. APA/OTS vom 3. Oktober 2014: Bundesregierung ruiniert das Bundesheer