Erich Ludendorff

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Erich Friedrich Wilhelm Ludendorff (* 9. April 1865 in Kruszewnia bei Schwersenz, Provinz Posen; † 20. Dezember 1937 in München) war ein deutscher General und Politiker. Im Ersten Weltkrieg hatte er als Erster Generalquartiermeister und Stellvertreter Paul von Hindenburgs, des Chefs der dritten Obersten Heeresleitung (OHL), bestimmenden Einfluss auf die deutsche Kriegführung und Politik. Er verantwortete die gescheiterte Deutsche Frühjahrsoffensive 1918 und war einer der Väter der Dolchstoßlegende. Zur Zeit der Weimarer Republik betätigte er sich in der völkischen Bewegung, nahm 1920 am Kapp-Putsch und 1923 am Hitlerputsch teil, war Reichstagsabgeordneter der Deutschvölkischen Freiheitspartei und Mitbegründer des Tannenbergbunds.

Erich Ludendorff

Leben[Bearbeiten]

Leutnant Erich Ludendorff 1882 in Wesel
Margarethe Ludendorff, erste Ehefrau, 1915

Ludendorff wurde als Sohn eines Rittergutsbesitzers und Reserveoffiziers in dem 60-Seelen-Dorf Kruszewnia in der Nähe von Schwersenz (dem heutigen Swarzędz, Polen) in der damaligen preußischen Provinz Posen geboren. Der Vater entstammte einer pommerschen Kaufmannsfamilie, deren Stammbaum bis hin zu Erik XIV. von Schweden zurückverfolgt werden kann[1] und der – zu Wohlstand gekommen – von dem neuen preußischen Recht (Reguliersedikt) Gebrauch gemacht hatte, das auch Nichtadligen den Erwerb von Gütern gestattete. Ludendorffs Vater kämpfte als Kavallerieoffizier in den deutschen Einigungskriegen (1866, 1870/71) und bestimmte Erich für die Offizierslaufbahn. Später verkaufte der Vater das Rittergut und wurde gutdotierter Angestellter einer Versicherung. Seine Mutter entstammte der preußischen Adelsfamilie von Tempelhoff, einer ihrer Urgroßväter war der preußische General Georg Friedrich von Tempelhoff.[1] Sein jüngerer Bruder war der Astrophysiker Hans Ludendorff.

Ludendorff war in erster Ehe seit 1909 mit Margarethe Pernet geb. Schmidt verheiratet, die nach der Scheidung ihre Memoiren schrieb. Sie brachte vier Kinder mit in die Ehe, darunter Heinz Pernet. Nachdem Ludendorff im Jahre 1925 geschieden worden war, heiratete er 1926 Mathilde von Kemnitz geb. Spieß.

Ludendorffs Schwester Gertrud war mit dem Richter Gustav Jahn, dem ersten Präsidenten des Reichsfinanzhofs, verheiratet.

Militärische Karriere[Bearbeiten]

Ludendorff schlug eine Karriere als Berufsoffizier bei der preußischen Armee ein. Nach seiner Ausbildung im Kadettenvorkorps Plön und der Hauptkadettenanstalt in Groß-Lichterfelde in den Jahren 1877 bis 1882 kam Erich Ludendorff 1882 als junger Leutnant zum Infanterie-Regiment „Herzog Ferdinand von Braunschweig“ (8. Westfälisches) Nr. 57 nach Wesel.[2] 1887 wurde er zum Seebataillon der Kaiserlichen Marine versetzt und diente unter anderem auf den Schiffen Niobe, Baden und Kaiser. Während dieser Zeit besuchte er Skandinavien und die Britischen Inseln.

Erich Ludendorff als Major nach 1902

1890 wurde Ludendorff für die dreijährige Generalstabsausbildung zur Kriegsakademie nach Berlin abkommandiert. In dieser Zeit galten seine Interessen Russland und der russischen Sprache. Nachdem er sich umfassende Sprachkenntnisse angeeignet hatte, erhielt er Gelegenheit, diese während eines dreimonatigen Sonderurlaubs in Sankt Petersburg und Moskau zu vertiefen. Nach seiner Rückkehr erfolgte die Ernennung zum Generalstabsoffizier. Innerhalb der 1. (russischen) Abteilung des Großen Generalstabs bearbeitete er als Referent die Staaten Osteuropas und Asiens mit Ausnahme Russlands. Nach Ablauf der einjährigen Probezeit wurde er im März 1895 zum Hauptmann befördert. Im Frühjahr 1896 wurde Ludendorff als Zweiter Generalstabsoffizier (Ib) in den Generalstab des IV. Armeekorps in Magdeburg versetzt. 1898 wurde er Kompaniechef im Infanterieregiment Nr. 61 (8. Pommersches). 1901 erfolgte die Versetzung als Erster Generalstabsoffizier (Ia) in den Stab der 9. Division nach Glogau. Im selben Jahr wurde er zum Major befördert. Es folgte 1902 die Versetzung als Ia in den Stab des übergeordneten V. Armeekorps in Posen.

1904 erfolgte dann die von Ludendorff favorisierte erneute Kommandierung als Sektionschef in die Aufmarschabteilung (2. Abteilung) des Großen Generalstabs. Hier stand er bis 1906 der 1. (deutschen) Sektion vor, die die Fragen des deutschen Heeres behandelte. In dieser Zeit wurde er mit den Grundzügen des Schlieffen-Plans vertraut gemacht. 1906 unterbrach er, wie im damaligen Laufbahnrecht vorgesehen, seine Tätigkeit im Großen Generalstab, um Dozent an der Kriegsakademie zu werden, wo er Taktik und Kriegsgeschichte lehrte. Ein wesentlicher Teil der obersten Militärs der späteren Weimarer Republik – darunter der spätere Reichskanzler, der während der Röhm-Morde erschossene Kurt von Schleicher – waren Schüler Ludendorffs. Im April 1908 wurde Ludendorff dann Leiter der 2. Abteilung im Großen Generalstab, der größten und wichtigsten. Zu seinen Aufgaben gehörte es, den Aufmarsch der deutschen Armee im Falle eines Krieges vorzubereiten. Als wichtiger Gehilfe des Generalstabschefs Moltke war Ludendorff entscheidend an der Überarbeitung des Schlieffen-Plans beteiligt, vor allem hinsichtlich des sogenannten Handstreichs auf Lüttich. Er wirkte auch entschieden auf die Verabschiedung der Wehrvorlage von 1913 hin, der bis dahin größten Heeresvergrößerung im Kaiserreich. 1908 wurde Ludendorff zum Oberstleutnant und 1911 zum Oberst befördert. Dass er 1913 aus dem Generalstab versetzt wurde, sah er selbst als eine Maßnahme an, den unermüdlichen Mahner zu entfernen, der die Vorbereitung des „unvermeidlichen“ Krieges forderte.[3] Tatsächlich war seine folgende Verwendung im Truppendienst normaler Bestandteil der Laufbahn eines Generalstabsoffiziers.[4] Im Jahr 1913 wurde er als Kommandeur des Füsilier-Regiments Nr. 39 nach Düsseldorf versetzt.[5] Am 22. April 1914 wurde Ludendorff zum Generalmajor befördert und zum Kommandeur der 85. Infanteriebrigade in Straßburg ernannt.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

Während des Ersten Weltkriegs machte Ludendorff eine steile Karriere. Zunächst stieg er schnell in höhere Feld- und Stabsverwendungen auf und bildete schon im August 1914 ein erfolgreiches Feldherrnduo mit dem späteren Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg. Gemeinsam mit diesem bildete er ab 1916 die Spitze der dritten Obersten Heeresleitung und wurde spätestens nach der Entmachtung von Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg zum eigentlichen Machthaber im Reich.[6] Nach dem Fehlschlag der Frühjahrsoffensive 1918, auf der alle Hoffnungen für einen deutschen Sieg ruhten, verlor Ludendorff jedoch schrittweise seinen bis dahin ausgeübten Einfluss auf die deutsche Kriegsführung und Politik und wurde nach der Parlamentarisierung des Reiches im Oktober 1918 entlassen.

West- und Ostfront[Bearbeiten]

Mit dem Ausbruch des Krieges wurde Ludendorff, gemäß seinen Mobilmachungsbestimmungen, zunächst zum Oberquartiermeister der 2. Armee ernannt.

Sechs Tage nach Beginn des Ersten Weltkriegs und drei Tage nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in das neutrale Belgien eroberte die von Ludendorff – nach dem Tod des kommandierenden Offiziers – ad hoc übernommene 14. Infanterie-Brigade am 6. August 1914 die schwer befestigte Zitadelle in der für den Schlieffen-Plan neuralgischen Stadt Lüttich, wofür er als zweiter Soldat des Weltkrieges mit dem höchsten preußischen Orden Pour le Mérite ausgezeichnet wurde. Dieser wichtige Coup begründete den Ruf Ludendorffs als Held von Lüttich.

Am 22. August 1914 wurde er jedoch überraschend zum Chef des Stabs der 8. Armee nach Ostpreußen berufen. Die Ostfront des Reiches war gegen eine russische Übermacht in eine schwierige Lage geraten: russische Truppen standen bis zu 10 Kilometer auf ostpreußischem Gebiet. Ludendorff schien sowohl aufgrund seiner Vorerfahrungen als Militärbeobachter in Russland als auch aufgrund seiner Erfolge an der Westfront für diese Aufgabe prädestiniert. Als Stabschef des späteren Reichspräsidenten Hindenburg war er als strategischer Kopf an den Siegen in der Tannenbergschlacht und der Masurenschlacht gegen die russischen Truppen maßgeblich beteiligt. Nach den Kämpfen um Lodz wurde Ludendorff zum Generalleutnant befördert. Während der folgenden Kriegsjahre war Ludendorff weiterhin als Stabschef beim inzwischen zum Generalfeldmarschall und Oberbefehlshaber Ost (OB Ost) aufgestiegenen Hindenburg eingesetzt. Aufgrund der Ballung von militärischen Kräften an der Westfront (Verdun) war die Ostfront – wo Ludendorff und Hindenburg überdies auch in Konkurrenz zur nominell der k.u.k-Heeresleitung, indirekt damit jedoch der OHL selbst unterstellten, Heeresgruppe Mackensen agieren mussten[7] – jedoch nachrangig. Dadurch galt Ludendorffs Arbeit ab 1915 überwiegend der Etablierung des Militärstaates Ober Ost als eines Musterbeispiels kolonisierender „deutscher Arbeit“ im Osten.[8]

Ludendorff mit seinem Mitarbeiter Oberst Max Hoffmann, ca. 1915/16

Ludendorffs Zeit an der Ostfront wurde bestimmt von dem schwelenden Konflikt mit dem Chef der 2. OHL Erich von Falkenhayn. Schon im Winter 1914/15 betrieb Ludendorff, unterstützt von seinem Mentor Moltke, die Ablösung Falkenhayns als Chef des Generalstabs. Dieser wehrte sich, indem er Ludendorff im Januar 1915 als Stabschef zur neuaufgestellten Südarmee und damit weg von Hindenburg versetzte, was allerdings nach kurzer Zeit auf Intervention Hindenburgs bei Kaiser Wilhelm II. rückgängig gemacht wurde. Im Sommer 1915 prallten die Meinungen erneut aufeinander, als Ludendorff nach erfolgreichen Operationen gegen die russische Armee in Polen die Chance zu einer möglicherweise kriegsentscheidenden Zangenoperation gekommen sah. Falkenhayn sperrte sich mit Rücksicht auf die Westfront erfolgreich dagegen und erreichte eine weitreichende Beschneidung von Ober Ost, indem aus Teilen der diesem unterstehenden Truppen eine „Heeresgruppe Prinz Leopold“ unter direkter Kontrolle der OHL geschaffen wurde. Auch wurde das Gebiet unter der Verwaltung von Ober Ost mit der Schaffung des Generalgouvernements Warschau wesentlich verkleinert. Eine Gelegenheit zur Entmachtung Falkenhayns bot sich erst wieder, als dessen Ermattungsstrategie in der Schlacht um Verdun aufgrund der alliierten Offensiven des Sommers 1916 zu scheitern drohte. Unter dem Druck der Brussilow-Offensive musste Falkenhayn zunächst der Ernennung Hindenburgs zum Oberbefehlshaber über alle deutschen Streitkräfte im Osten zustimmen. Den letzten Ausschlag gab schließlich der Kriegseintritt Rumäniens Ende August 1916, der Falkenhayn überraschend traf und zu seiner Resignation führte.[9]

Dritte Oberste Heeresleitung[Bearbeiten]

Propagandistische Darstellung von Hindenburg und Ludendorff (Hugo Vogel)
Hindenburg und Ludendorff im Großen Hauptquartier in Bad Kreuznach 1917

Nach der – von Ludendorff betriebenen – Entlassung Erich von Falkenhayns als Chef des Generalstabs am 29. August 1916 stieg Ludendorff zum General der Infanterie und als Erster Generalquartiermeister und Stellvertreter Hindenburgs zum eigentlichen Kopf der dritten Obersten Heeresleitung auf. Als vermeintlich einzige Hoffnungsträger für einen Sieg hatten beide eine nahezu unangreifbare Machtstellung und übten eine faktische Militärdiktatur aus, neben der sowohl die Stellung Kaiser Wilhelms II. als auch die des Reichskanzlers Bethmann Hollweg verblasste.[10] Innerhalb der OHL, so der Historiker Erich Eyck, fiel Ludendorff aufgrund seiner überlegenen rhetorischen Fähigkeiten gegenüber Hindenburg mehr und mehr die Rolle des intellektuellen Drahtziehers zu.[11] Aufgrund dieser Machtposition wurden Hindenburg und Ludendorff letztlich wesentlich mitverantwortlich für die militärische Niederlage des Deutschen Reichs.

Ludendorff war an der Formulierung und Durchführung des sogenannten Hindenburg-Programms wesentlich beteiligt. Das von Hindenburg und Ludendorff durchgesetzte „Hilfsdienstgesetz“ vom Dezember 1916 sollte Massenstreiks verhindern und die Arbeiterschaft bei der Stange halten.

Weil er fürchtete, dass danach die USA in den Krieg eintreten würden, lehnte Bethmann Hollweg die Eröffnung eines uneingeschränkten U-Boot-Krieges ab. Ludendorff und Hindenburg vertraten hierzu eine entschieden andere Meinung und setzten diese Antwort auf die britische Seeblockade gegen den expliziten Widerstand des Reichskanzlers durch.[12] In der Folge traten die USA tatsächlich, wie von Bethmann Hollweg erwartet, auf Seiten der Alliierten in den Krieg ein. Diesen Kriegseintritt hatte Ludendorff durchaus einkalkuliert, jedoch angenommen, dass der Krieg für Deutschland noch vor Ankunft der damals noch militärisch schwachen amerikanischen Armee gewonnen sein würde.

Ludendorff als „Diktator“[Bearbeiten]

Die Macht Ludendorffs, des wahren Chefs der Dritten OHL, war immer mehr gestiegen, während der „fügsame Hindenburg alles deckte und als Fassade für Ludendorffs diktatorische Manipulationen diente“.[13] Die „stille Diktatur der OHL“ war auch durch die Schwäche Kaiser Wilhelms bedingt, der in den beiden letzten Kriegsjahren immer hilfloser agierte, was die Position der OHL stärkte. Eine offene Diktatur wäre für Ludendorff nachteilig gewesen, er brauchte einen Kanzler als „Blitzableiter“, als „Sündenbock“ für die Fehler und Unzulänglichkeiten der deutschen Politik.[14] Bethmann Hollwegs Nachfolger Georg Michaelis und Georg von Hertling betrachteten sich selbst ganz bewusst „nur als Ludendorffs Gehilfen an der Heimatfront“. Die OHL unter Ludendorff hatte zeitweise die totale Autorität in allen Bereichen, sie war unter anderem für die Rücktritte von Bethmann Hollweg, Kriegsminister Adolf Wild von Hohenborn, Admiralstabschef Henning von Holtzendorff, Kabinettschef Rudolf von Valentini, Staatssekretär Richard von Kühlmann und Kanzler Michaelis verantwortlich.[15]

Bereits ab Frühsommer 1917 entwickelte Ludendorff eine solche politische Aktivität, dass es fast schien, als hätte die OHL ein eigenes Außenministerium gebildet und der Generalstabschef unbegrenzt Zeit zur Bearbeitung politischer Fragen gehabt.[16]

Bethmann Hollweg hätte sich notfalls mit einem Status quo-Frieden abgefunden, weil die „Selbstbehauptung“ gegen die stärkstmögliche Koalition in Europa als Erfolg zu werten sei. Für Ludendorff hätte der Status quo bedeutet, „dass wir den Krieg verloren hätten“. Nur konnte der „General Ludendorff den Siegfrieden nicht liefern, den der Politiker Ludendorff verlangte“.[17] Da für den kommenden Krieg angeblich Deutschlands Ausbau zur „Weltmacht“ nötig sei, wäre für Ludendorff die Rückkehr zum Status quo ante bellum ein Abstieg gewesen, der zur politischen Bedeutungslosigkeit führen musste.[18] Mit der Zielsetzung einer erheblichen Steigerung der Waffen- und Munitionsproduktion um 100 bis 200 Prozent erreichte Ludendorff 1917 eine Reorganisation der deutschen Volkswirtschaft durch Schaffung neuer – nur formal unterhalb des Kriegsministeriums angesiedelter – Zentralverwaltungen. Zustimmung fand diese Politik unter zahlreichen führenden Industriellen seiner Zeit, darunter Carl Duisberg (Bayer AG), Gustav Krupp von Bohlen und Halbach (Friedrich Krupp AG), Walther Rathenau (AEG), Hugo Stinnes (RWE). Ludendorffs radikalste Forderungen, darunter Zwangsarbeit und Deportation von Bevölkerungsteilen aus besetzten (belgischen) Gebieten, die zwangsweise Verpflichtung von Arbeitskräften aus nicht kriegswichtigen Industrien (z. B. Textilindustrie) in die Waffenindustrien sowie die weitgehende Zwangsverpflichtung von Frauen zur Industriearbeit stießen als solche, nicht in ihrer Zielsetzung, auf den Widerstand des Reichskanzlers Bethmann Hollweg, dessen Sturz Ludendorff schließlich erfolgreich betrieb.

Im Osten strebte Ludendorff sehr weitgehende Kriegsziele an, die noch über das im Friedensvertrag von Brest-Litowsk schließlich Erreichte hinausgingen; Ludendorff betrieb eine Abtrennung Estlands, Finnlands, Livlands und der Ukraine vom Russischen Reich und wollte die Armee bis Sankt Petersburg vorrücken lassen.[19] In den abzutretenden Gebieten sollten deutsche Siedler angesiedelt werden: „Hier gewinnen wir die Zuchtstätten für Menschen, die für weitere Kämpfe nach Osten nötig sind“, schrieb Ludendorff 1915.[20] Zur Destabilisierung der russischen Regierung ermöglichte er einer Gruppe russischer Revolutionäre, darunter Lenin, in einem Zug aus der Schweiz über Deutschland nach Russland zu reisen.

Propagandabemühungen[Bearbeiten]

Außer an militärstrategischen Fragen war Ludendorff besonders an der Rolle von Propaganda für die Kriegführung interessiert,[21] wie er sie vom britischen Crewe House realisiert sah[22] und deren Anfänge in die propagandistisch ausgeschlachtete Einnahme der belgischen Stadt Lüttich 1914 durch Ludendorff zurückreichten (landesweite Plakate über den Helden von Lüttich). Beeindruckt von der Moral der britischen Soldaten, gab Ludendorff eine Geheimdienststudie in Auftrag, die deren Gründe ermitteln sollte. Die Studie befand, dass der englische Humor dabei eine entscheidende Rolle spiele, was Ludendorff zu dem Bonmot „Was ist humour?“ verleitete.[23] In der Folge versuchte er, die Moral der deutschen Truppen durch ein unter den Soldaten verteiltes Buch über Humor zu heben.

Ludendorff beschränkte seine Propagandabemühungen nicht auf die traditionellen Medien. Er erkannte früh die Möglichkeiten des Films und richtete deshalb am 13. Januar 1917 das Bild- und Filmamt (Bufa) ein, eine Vorläuferorganisation der UFA. Diese Behörde sollte auch im eigenen Land den Film für die psychologische Kriegführung nutzbar machen. Die Pläne des Generalstabs und insbesondere Ludendorffs gingen jedoch weit über die Einrichtung des Bufa hinaus. Ihm schwebte ein großer Filmkonzern vor, vom Staat gesteuert und den nationalen Interessen dienend. In diesem Bestreben wurde am 18. Dezember 1917 in Berlin die Universum-Film AG (Ufa) gegründet, ein Zusammenschluss privater Filmfirmen, jedoch hälftig aus Reichsmitteln anfinanziert.[24] Die Firma hatte ein Startkapital von sieben Millionen Mark, Beteiligungen daran hielten neben der Reichsregierung auch das Kriegsministerium und die Deutsche Bank.

Vom Sieg im Osten zum Scheitern im Westen[Bearbeiten]

In der Frühjahrsoffensive 1918 wendete er die von Oskar von Hutier entwickelte Infiltrationstaktik an, die – in Verbindung mit der Bruchmüller-Taktik der Artillerie erstmals seit Beginn des Grabenkriegs einen wirklichen Durchbruch und große operative Geländegewinne ermöglichte, und die die alliierten Gegner völlig überraschte. Dabei wurden jedoch lokale Erfolge ohne Rücksicht auf bedrohte Flanken zu schnellen Frontdurchbrüchen genutzt.[25] Zu einem entscheidenden Sieg reichten diese Erfolge aber nicht, stattdessen ruinierte die „Alles-oder-Nichts-Offensive Hindenburgs und Ludendorffs vom Frühjahr 1918 […] die deutsche Armee und machte einen alliierten Sieg möglich, der sich ansonsten um mindestens ein Jahr verzögert hätte und möglicherweise überhaupt nicht hätte errungen werden können.“[26]

Am 24. März 1918 wurde ihm aufgrund seiner Verdienste als einem von fünf Offizieren des Ersten Weltkrieges das Großkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Er erhielt außerdem die bedeutendsten Orden der Bundesstaaten, so etwa die Großkreuze des bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens[27] sowie des sächsischen Militär-St.-Heinrichs-Ordens.[28] Die neu erbaute Rheinbrücke zwischen Remagen und Erpel wurde am 1. Mai 1918 auf den Namen Ludendorff-Brücke getauft.

Abstieg aus dem inneren Machtzirkel[Bearbeiten]

Ludendorff in seinem Arbeitszimmer im Großen Hauptquartier, 1918

Angesichts des bulgarischen Waffenstillstandsgesuchs und des Durchbruchs durch die Siegfriedstellung, der britischen Divisionen gelungen war,[29] sprach sich Ludendorff am 29. September 1918 auf einem Zusammentreffen der Heeresleitung mit dem Kaiser in Spa für ein sofortiges Waffenstillstandsangebot an US-Präsident Wilson und – aus taktischen Gründen – für eine Parlamentarisierung der Regierung aus.[30] Die genauen Umstände dieses Sinneswandels sind bis heute strittig, insbesondere, ob es sich um eine Affekthandlung oder um ein machiavellistisches Kalkül Ludendorffs handelte.[31] Unstrittig ist, dass diese Entscheidung ein Wendepunkt zur Einführung der Republik und ein Eingeständnis der militärischen Niederlage war.[32] Zivile, insbesondere sozialdemokratische Politiker sollten damit die Verantwortung für die Beendigung des Krieges übernehmen;[33] hierin lag der Keim für die Dolchstoßlegende.[34]

Mit der Regierungsübernahme durch Maximilian von Baden Anfang Oktober 1918 schwand Ludendorffs Einfluss auf die deutsche Politik rasch; alle folgenden Differenzen mit dem Reichskanzler wurden zugunsten des Letzteren entschieden.[35] Friedrich Graf von der Schulenburg nutzte die Tatsache, dass Ludendorff de facto das deutsche Waffenstillstandsgesuch eingeleitet hatte, um ihn unter Druck zu setzen.[36] Am 23. Oktober verlangte Wilson in seiner dritten Note über den bisher vereinbarten Rückzug der deutschen Heere aus den besetzten Gebieten sowie die Einstellung des U-Boot-Krieges hinaus den inneren Umbau des Deutschen Reiches und Maßnahmen, die eine deutsche Wiederaufnahme der Kampfhandlungen unmöglich machen sollten. Ludendorff, der einen Waffenstillstand angestrebt und „die politischen und militärischen Konsequenzen seiner plötzlichen Entscheidung auch nicht im Ansatz mitbedacht hatte“,[37] sah sich nun der Forderung nach einer deutschen Kapitulation gegenüber, die er rundweg ablehnte.[38] An dieser Stelle wollte er daher weitere Verhandlungen abbrechen und forderte in eklatantem Widerspruch zu seinen vorherigen Schritten eine Fortsetzung des „Widerstands mit äußersten Kräften“. Die inzwischen amtierende Regierung Max von Baden trug diesen Kurs jedoch nicht mit. Am 26. Oktober 1918 wurde Ludendorff – für ihn überraschend – auf Verlangen des Reichskanzlers, formell jedoch auf eigenen Wunsch hin, im Schloss Bellevue durch den Kaiser entlassen.[39] Ludendorff war zusammen mit Hindenburg zum Schloss Bellevue gefahren und hatte nach einem Wortgefecht mit dem Staatsoberhaupt das Besprechungszimmer verlassen. Er wartete im Vorzimmer auf Hindenburg in der Annahme, dass dieser ebenfalls um Demission gebeten habe. Als dieser herauskam, ohne verabschiedet worden zu sein, verweigerte Ludendorff die gemeinsame Rückfahrt zum Generalstabsgebäude mit den Worten: „Ich habe nichts mehr mit Ihnen zu tun“.[40] Der Vorgang im Schloss Bellevue markiert – so der Historiker Manfred Nebelin – die Rückgewinnung des seit dem Sturz des Reichskanzlers Bethmann-Hollweg völlig verloren gegangenen Primats der Politik über das Militärische.[40] Zu Beginn der Novemberrevolution plante Ludendorff erst, sich in das militärische Hauptquartier nach Kassel-Wilhelmshöhe zu begeben, was jedoch durch den „entsetzten“ Kriegsminister Schëuch nicht akzeptiert wurde. Nach mehrmaligem Umziehen – u. a. nach längerer Suche in die Wohnung eines Freundes seines Adjutanten in Berlin-Wilmersdorf – floh er unter dem Namen Ernst Lindström (um die Monogramme mit den Initialen E. L. nicht austauschen zu müssen) mit einem finnischen Diplomatenausweis gegen den Rat seiner Frau – die eine öffentliche Entwürdigung befürchtete – nach Schweden. Kurt Tucholsky hat diese Flucht später scharf kritisiert.[41]

Kampf gegen die Weimarer Republik[Bearbeiten]

Nach seiner Rückkehr nach Deutschland spielte Ludendorff eine führende Rolle in den republikfeindlichen und chauvinistischen Kreisen der völkischen Bewegung. Er war unter anderem an der Gründung der Nationalen Vereinigung beteiligt und nahm sowohl am Kapp- als auch am Hitler-Ludendorff-Putsch aktiv teil.

Hitler-Ludendorff-Putsch und Folgezeit[Bearbeiten]

Ludendorff (Mitte) mit Gustav von Kahr (angekreuzt), der später bei der Niederschlagung des Hitler-Ludendorff-Putsches eine Rolle spielte (1921)
Hauptangeklagte des Hitler-Ludendorff-Prozesses, 1. April 1924

Über Max Erwin von Scheubner-Richter lernte Ludendorff Hitler kennen, an dem er zunächst kein näheres Interesse zeigte, da dieser sich als ehemaliger Gefreiter im Dienstrang weit unter ihm befand.

In der Nacht zum 9. November 1923 versuchte Ludendorff im Hitler-Ludendorff-Putsch gemeinsam mit Adolf Hitler die Reichsregierung zu stürzen und die Macht an sich zu reißen. Hitler betrachtete zu dieser Zeit Ludendorff noch als Führer der rechtsradikalen Kräfte.[42] Der Putschversuch schlug fehl; Ludendorff wurde im folgenden Prozess trotz des schwerwiegenden Belastungsmaterials auf Grund seiner Verdienste im Ersten Weltkrieg freigesprochen. Das Verhältnis zu Hitler, der zur Festungshaft in Landsberg verurteilt wurde, verschlechterte sich Anfang 1924 zusehends, vor allem deshalb, da Hitler sich nun selbst zum Führer der Nationalsozialisten berufen sah.[43] Ludendorff verachtete Hitler, dem er „Desertion“ am 9. November vorwarf.[44] Stark antiklerikale Ansichten vertretend, entfernte er sich außerdem von Hitler aufgrund dessen pragmatischen Kurses im Verhältnis zur katholischen Kirche.[45] Hitler beschuldigte Ludendorff im Gegenzug, die völkische Bewegung mit der Deutschgläubigkeit zu spalten.[46]

Ludendorff übernahm derweil gemeinsam mit Gregor Strasser die Führung der Deutschvölkischen Freiheitspartei (DVFP), einer der völkischen Splittergruppen mit antisemitischem Leitmotiv,[47] die das Erbe der nach dem Hitlerputsch vorübergehend verbotenen NSDAP antreten wollte.

Von 1924 bis 1928 saß er als Abgeordneter für die nach dem NSDAP-Verbot als Nationalsozialistische Freiheitspartei entstandene Listenverbindung von NSDAP und DVFP im Reichstag.

1925 ließ sich Ludendorff als Kandidat der Völkischen für die Wahl zum Reichspräsidenten nominieren. Hitler war zu diesem Zeitpunkt noch kein deutscher Staatsbürger und konnte so nicht selbst antreten; die Nationalsozialisten unterstützten indes stillschweigend Ludendorff im ersten Wahlgang,[48] in dem er jedoch lediglich 1,1 Prozent der Stimmen erlangte. Nachdem Hitler, mit dessen Unterstützung er gerechnet hatte, seine Anhänger dazu aufgefordert hatte, für Hindenburg zu stimmen, trat Ludendorff im zweiten Wahlgang nicht mehr an. Ludendorffs blamables Ergebnis hatte zur Folge, dass Hitler von nun an der unumstrittene Führer der Rechtsradikalen in der Weimarer Republik wurde.[49]

Verschwörungstheorien und kabbalistische Geschichtsdeutung[Bearbeiten]

Ludendorff zog sich nach diesem blamablen Ergebnis aus der Parteipolitik zurück. Das Scheitern seiner parteipolitischen Karriere erklärte er verschwörungstheoretisch mit dem „Wirken überstaatlicher Mächte“. Damit waren der Jesuitenorden, die „Rom-Kirche“, die Freimaurerei, die kommunistische Internationale, das Umfeld um den tibetischen Dalai Lama (als dessen Beauftragten er 1937 Josef Stalin verdächtigte) und vor allem das Weltjudentum gemeint, die sich, so wähnte Ludendorff, zusammengetan hätten, um Deutschland zu demütigen und zu knechten.[50] Ihr Ziel sei letztlich die Weltherrschaft. Zu diesem Zweck hätten sie unter anderem schon 1914 das Attentat von Sarajevo inszeniert, die russische Revolution, den Kriegseintritt der USA, die Novemberrevolution und den Versailler Vertrag.

Forum für diese Verschwörungstheorien bot ihm der politische Ziele verfolgende Tannenbergbund. Ursprünglich hatten Ludendorff und Konstantin Hierl diese Organisation 1925 als Dachverband völkischer Kräfte gegründet, um kleinere Organisationen, aus anderen konservativen und rechtsnationalen Vereinen ausgestoßene Völkische und Reste der verbotenen NSDAP zu sammeln. Unter dem Einfluss von Ludendorffs zweiter Frau Mathilde entwickelte sich der Bund aber zu einer esoterischen Gruppierung, in der zunehmend antichristliches Gedankengut vertreten und an die Stelle des Christentums die Philosophie Mathilde Ludendorffs gestellt wurde. In den späteren Veröffentlichungen des Tannenbergbundes konstruierte Ludendorff nicht nur weitere Verschwörungstheorien, sondern vermutete kabbalistische Hintergründe bei bestimmten Geschichtsdaten: Da die Zahlen 10 und 5 als kabbalistische Zahlwerte der ersten beiden Buchstaben des Gottesnamens JHWH den Juden heilig sind, müsse der nächste Weltkrieg, der von ihnen ausgelöst würde, am 1. Mai 1932 oder 1941 beginnen, denn die Zahlen 1932 und 1941 haben als Quersumme 15.

Ludendorff und seine Frau verbanden mit ihren antisemitischen Ausfällen gegen angebliche jüdische Komplotte meist keine direkten politischen Forderungen und riefen nie zu direkten Aktionen gegen Juden auf. Sie hofften vielmehr, dass wenn sich das deutsche Volk zu der germanischen „Gotterkenntnis“ hinwenden würde, es dadurch gleichsam automatisch „erneuert“ werden würde. Nach Bettina Amm verbreiteten sie in ihren Schriften „so massiv[e], beängstigend[e] und bedrohlich[e]“ Anschuldigungen gegen Juden, dass die implizite logische Schlussfolgerung daraus konkrete antisemitische Aktionen gewesen seien.[51]

Teile dieser Verschwörungsideologie fanden breite Resonanz unter der deutschen Bevölkerung. Ludendorff wurde ein Nationalheld, der zumindest metaphorisch durch eine Verschwörung von Juden und Freimaurern gestürzt worden sei.[52] Ludendorff blieb weiterhin eine wichtige Symbolfigur für die völkische Bewegung, aber auch für den hegemonialen Antisemitismus. Anlässlich seines 60. Geburtstages 1925 lobte das Göttinger Tageblatt beispielsweise Ludendorffs Kampf gegen das Judentum.[53]

Die meisten völkischen Kräfte, insbesondere auch die meisten Nationalsozialisten, die ansonsten Verschwörungstheorien wie den Protokollen der Weisen von Zion nicht abgeneigt waren, teilten die Ideen des ehemaligen Kampfgenossen jedoch nicht in vollem Umfang. Alfred Rosenberg vermutete, der ehemalige Generalquartiermeister sei psychotisch geworden, während Joseph Goebbels über Mathilde Ludendorff in seinem Tagebuch schrieb: „Diese Frau ist sein böser Geist“. Bereits am 5. Februar 1927 war ein Rundschreiben an alle Gauleitungen der NSDAP ergangen, das parteioffiziell feststellte:

„Exz. Ludendorff ist nicht Mitglied der N.S.D.A.P. und hat deshalb auf diese keinerlei Einfluß. Dasselbe gilt von den Exz. Ludendorff nahestehenden, im Tannenbergbund zusammengeschlossenen Wehrverbänden.“[54]

Hitler äußerte im selben Jahr auf einer öffentlichen Veranstaltung in Regensburg sogar die Vermutung, Ludendorff sei selbst Mitglied einer Loge.

Der Nationalsozialismus blieb in seiner Ablehnung der ludendorffschen Ideen innerhalb der völkischen Bewegung nicht allein. Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs Heinrich Rendtorff und die führenden protestantischen Theologen sowie einige konservative Publizisten bekämpften Ludendorffs Ideen in der völkisch orientierten Zeitschrift Glaube und Volk.[55]

Wegen dieser Ideen ist über Ludendorffs geistigen Gesundheitszustand spekuliert worden. Der deutsche Journalist Winfried Martini spottete 1949 über Ludendorffs „germanisch-depressives Irresein“.[56] Der Historiker David Nicholls nennt Ludendorffs Ansichten „bizarr und paranoid, sogar nach Nazi-Maßstäben“.[57] Der amerikanische Historiker Barry A. Jackisch fühlt sich durch sie an den „paranoiden Stil“ erinnert, den Richard Hofstadter in der amerikanischen Gesellschaft diagnostizierte: Dieser sei keine individuelle Geisteskrankheit, sondern die habitualisierte Neigung einer Gruppe, eines Milieus oder einer Gesellschaft, alle widrigen Ereignisse mit dem Wirken böswilliger Verschwörer zu erklären.[58] Ernst Piper rückt Ludendorffs „paranoide Verschwörungstheorien“, die wegen seines Ruhms ein fatal weites Echo gefunden hätten, in die Nähe seiner „Unfähigkeit zu trauern“, in dem Sinne, dass er unfähig gewesen sei, sich zu der militärischen Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg zu bekennen.[59] Auch sein Biograph Manfred Nebelin macht darauf aufmerksam, dass Ludendorff wiederholt „als partiell unzurechnungsfähig oder gar paranoid angesehen“ wird, letztlich müsse aber „die Beschäftigung mit seiner in der Tat mancherlei ‚Rätsel‘ aufgebenden Persönlichkeit im wesentlichen der Psychologie vorbehalten bleiben“.[60]

Letzte Jahre und Tod[Bearbeiten]

Ab 1927 begann Ludendorff auch Faschismus und Nationalsozialismus als ausführenden Teil der „überstaatlichen Mächte“ zu betrachten, von denen er Deutschland verfolgt sah. Seine Publizistik richtete sich nun auch gegen Hitler und die NSDAP, denen er zum Beispiel vorwarf, die Deutschen an den Papst verraten zu wollen.[61] Je schädlicher Ludendorff die Politik des Reichspräsidenten von Hindenburg erachtete, desto mehr bereute er es, nicht früher öffentlich gemacht zu haben, dass Hindenburg selbst keinerlei Anteil an den militärischen Leistungen des Duumvirats Hindenburg-Ludendorff im Ersten Weltkrieg gehabt habe.[62]

Ludendorff und seine Frau griffen auch nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 die NSDAP und Hitler scharf an. In ihrem antisemitischen Verschwörungsglauben warfen sie nun sogar Hitler vor, zu wenig gegen die angebliche Bedrohung durch das Weltjudentum zu tun.[63] Daraufhin wurden von Nationalsozialisten bei Ludendorff-Buchhandlungen die Scheiben eingeschlagen, Veranstaltungen der Ludendorff-Bewegung wurden gesprengt, Anhänger des Tannenberg-Bundes wurden misshandelt.[64] Ende 1933 wurden der Tannenbergbund mit seinen angeschlossenen Organisationen und die Zeitschrift Ludendorffs Volkswarte verboten. Nur die Zeitschrift Am heiligen Quell Deutscher Kraft durfte bis 1939 weiter erscheinen. Ebenso unangetastet blieb auch der von 1931 bis zu seiner letzten Veröffentlichung 1940 von Mathilde Ludendorff geführte Ludendorffs Verlag. Aus dem Jahr 1933 sind viele Telegramme Ludendorffs an Reichspräsident Hindenburg überliefert, in denen er sich empört über die Misshandlung seiner Anhänger äußerte.[65] Häufig wird ein Brief Ludendorffs an Hindenburg vom 1. Februar 1933 zitiert, in dem er ihm prophezeit haben soll, dass Hitler „unser Reich in den Abgrund stoßen, unsere Nation in unfaßliches Elend bringen“ werde; kommende Generationen würden Hindenburg „verfluchen in Ihrem Grabe, daß Sie das getan haben“ (gemeint ist die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler). Eine solche Prophezeiung lässt sich in den überlieferten Quellen nicht nachweisen; sie gilt als Legende, die nur auf Erinnerungsfehlern in den 1953 erschienen Memoiren von Hans Frank beruht.[66]

Nach den Verboten schlug Ludendorff moderatere Töne an.[67] Da die Nationalsozialisten ihn als Helden des Weltkrieges und der „Kampfzeit“ verehrten, blieb das Ehepaar Ludendorff persönlich unbehelligt. Nach Hindenburgs Tod 1934 versuchten sie sich mit Ludendorff auszusöhnen und ihn als nationale Identifikationsfigur aufzubauen. Zugleich äußerte auch die Reichswehr-Führung ein großes Interesse daran, ihn als ein Gegengewicht zu Hitler stärker ins Spiel zu bringen.[68] Hitlers Angebot, ihn zum Generalfeldmarschall zu ernennen und ihm ein wertvolles Rittergut zu schenken, lehnte Ludendorff brüsk ab, da er von einem Gefreiten nicht den Feldmarschallstitel bekommen wollte. Schließlich kam es am 30. März 1937 zu einer Aussprache zwischen Hitler und Ludendorff, auf die dieser nur unter der Bedingung eingegangen war, dass der Bund für Deutsche Gotterkenntnis wieder zugelassen würde. Als „Deutsche Gotterkenntnis (L)“ wurde der Bund daraufhin gleichberechtigt zu den christlichen als Religionsgemeinschaft staatlich zugelassen.

Am 20. Dezember 1937 starb Ludendorff im Münchner Josephinum-Krankenhaus an einem Krebsleiden.[69] Die nationalsozialistische Regierung ehrte ihn gegen seinen ausdrücklichen Willen und den seiner Ehefrau mit einem Staatsakt am 22. Dezember 1937 in München, beigesetzt wurde er am selben Tag auf dem Neuen Friedhof in Tutzing. Seine Grabstätte mit einer Bronzebüste von Ludwig Manzel steht unter Denkmalschutz. Ludendorffs Nachkommen wurden 1941 mit einer Dotation an Grundbesitz im Wert von 1.612.000 Reichsmark bedacht.[70] Im Jahr 2010 wurde auch sein letzte Wohnhaus in Tutzing unter Denkmalschutz gestellt.[71] Die dortige Gedenkstätte verfügt über das Ludendorff-Archiv.

Einfluss auf die Nachwelt[Bearbeiten]

Obwohl Ludendorff in seinem 1935 erschienenen Pamphlet[72] Der totale Krieg eines der nachhaltigsten Stichwörter der nationalsozialistischen Regierungsideologie geliefert hatte, wich Hitlers Militärstrategie im totalen Krieg deutlich von den Überlegungen Ludendorffs ab.[73] Anders als Ludendorff, der basierend auf der Dolchstoßlegende dem Militär sämtliche Verfügungsgewalt überlassen wollte, sah Hitler den Krieg national-politisch an. Hierdurch gewann der Krieg an Grausamkeit, die weder der Ideologie Ludendorffs noch der seines geistigen Antipoden Carl von Clausewitz, dessen Werk Ludendorff als überholt betrachtete, unterlag.[73]

Schriften[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Meine Kriegserinnerungen 1914–1918. Berlin 1919, 1936.
  • Urkunden der Obersten Heeresleitung über ihre Tätigkeit 1916–1918. Ludendorffs Verlag, München 1922.
  • Kriegführung und Politik. Mittler, Berlin 1923.
  • Vernichtung der Freimaurerei durch Enthüllung ihrer Geheimnisse. Ludendorffs Verlag, München 1927, 1940.
  • Kriegshetze und Völkermorden in den letzten 150 Jahren. Ludendorffs Verlag, München 1928, 1939.
  • Ludendorff, Erich, u. Mathilde Ludendorff Das Geheimnis der Jesuitenmacht und ihr Ende. Ludendorffs Verlag, München 1929, 1934. online.
  • Weltkrieg droht auf deutschem Boden. Ludendorffs Verlag, München 1930.
  • Mein militärischer Werdegang. Blätter der Erinnerung an unser stolzes Heer. Ludendorffs Verlag, München 1933.
  • Eine Auswahl aus den militärischen Schriften. Quelle & Meyer, Leipzig 1935.
  • Der totale Krieg. Ludendorffs Verlag, München 1935.
  • mit Mitarbeitern: Mathilde Ludendorff – ihr Werk und Wirken. Ludendorffs Verlag, München 1937.
  • Auf dem Weg zur Feldherrnhalle. Lebenserinnerungen an die Zeit des 9. November 1923. Ludendorffs Verlag, München 1937.
  • mit Mathilde Ludendorff: Die Judenmacht, ihr Wesen und Ende. Ludendorffs Verlag, München 1939.
  • Vom Feldherrn zum Weltrevolutionär und Wegbereiter deutscher Volksschöpfung. (Lebenserinnerungen, 3 Bände) Ludendorffs Verlag, München 1940.

Kleinere Schriften, Periodika[Bearbeiten]

  • Wie der Weltkrieg 1914 „gemacht“ wurde. Völkischer Verlag, München 1934.
  • Die Revolution von oben. Das Kriegsende und die Vorgänge beim Waffenstillstand. Zwei Vorträge. Karl Rohm, Lorch 1926.
  • Gefesselte Arbeitskraft. Ludendorffs Verlag, München 1931.
  • Der Rettungsweg; Weg mit Goldwährung und Börse. Ludendorff-Buchhandlung, Hamburg 1931.
  • Meine Kampfziele. Ludendorffs Verlag, München 1932.
  • Schändliche Geheimnisse der Hochgrade. Ludendorffs Verlag, München 1932.
  • mit Mathilde Ludendorff: Weihnachten im Lichte der Rasseerkenntnis. Ludendorffs Verlag, München 1933.
  • Das Marne-Drama. Der Fall Moltke-Hentsch. Ludendorffs Verlag, München 1934.
  • Des Volkes Schicksal in christlichen Bildwerken. Ludendorffs Verlag, München 1934.
  • „Tannenberg“. Zum 20. Jahrestag der Schlacht. Ludendorffs Verlag, München 1934.
  • Die politischen Hintergründe des 9. November 1923. Ludendorffs Verlag, München 1934.
  • „Dirne Kriegsgeschichte“ vor dem Gericht des Weltkrieges. Ludendorffs Verlag, München 1934.
  • Deutsche Abwehr. Antisemitismus gegen Antigojismus. Ludendorffs Verlag, München 1934.
  • Über Unbotmäßigkeit im Kriege. Ludendorffs Verlag, München 1935.
  • Französische Fälschung meiner Denkschrift von 1912 über den drohenden Krieg. Ludendorffs Verlag, München 1935.
  • Judengeständnis: Völkerzerstörung durch Christentum. Ludendorffs Verlag, München 1936.
  • mit Mathilde Ludendorff: Das große Entsetzen. Die Bibel nicht Gottes Wort. Ludendorffs Verlag, München 1936.
  • (Hrsg. & Autor) Abgeblitzt! Antworten auf Theologengestammel über „Das große Entsetzen“. Ludendorffs Verlag, München 1936.
  • Tannenberg. Geschichtliche Wahrheit über die Schlacht. Ludendorffs Verlag, München 1939.
  • Feldherrnworte. Ludendorffs Verlag, München 1938–1940.
  • als Hrsg.: Ludendorffs Volkswarte, Wochenzeitung, erschienen 1929 bis zum Verbot 1933 in München
  • Am heiligen Quell Deutscher Kraft 1930 bis 1939, München.

Zeitgenössische Schriften anderer zu Person und Werk[Bearbeiten]

  • Margarethe Ludendorff: Als ich Ludendorff's Frau war. Drei Masken Verlag, München 1929.
  • Karl Tschuppik: Ludendorff. Die Tragödie des Fachmanns. Verlag Hans Epstein, Wien und Leipzig 1931.
  • Ludendorff und der drohende Weltkrieg. Das nat.-soz. Problem. Rohm, Lorch 1931.
  • Kurt Fügner: General Ludendorff im Feuer vor Lüttich und an der Feldherrnhalle in München 1935.
  • Mathilde Ludendorff und Mitarbeiter: Erich Ludendorff – Sein Wesen und Schaffen. Ludendorffs Verlag, München 1938.
  • Ludendorff, Erich s. Geburtstag, Zum 75., des Feldherrn Erich Ludendorff am 9. Ostermonds. 1940.

Literatur[Bearbeiten]

  • Bettina Amm: Ludendorff-Bewegung. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindlichkeit in Geschichte und Gegenwart, Band 5: Organisationen, Institutionen, Bewegungen. De Gruyter, Berlin 2012, S. 393 ff. ISBN 978-3-598-24078-2.
  • Gert Borst: Die Ludendorff-Bewegung 1919–1961. Eine Analyse monologer Kommunikationsformen in der sozialen Zeitkommunikation. (phil. Diss. 1967) München 1969 [Auswertung des Nachlasses des Tannenbergbund-Führers Herbert Frank].
  • Hans Buchheim: Die organisatorische Entwicklung der Ludendorff-Bewegung und ihr Verhältnis zum Nationalsozialismus. In: Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte. 1. Band, Mü-SV 1958, S. 356–370.
  • James Cavallie: Ludendorff und Kapp in Schweden. Aus dem Leben zweier Verlierer. Verlag Lang, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-631-47678-7.
  • Hans Frentz: Der unbekannte Ludendorff. Limes Verlag, Wiesbaden 1972.
  • Wolfgang Förster: Der Feldherr Ludendorff im Unglück. Eine Studie über seine seelische Haltung in der Endphase des ersten Weltkrieges. Limes-Verlag, Wiesbaden 1952.
  • Konrad Fuchs: Erich Ludendorff. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 14, Bautz, Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5, Sp. 1191–1195.
  • Donald J. Goodspeed: Ludendorff. London 1966; dt. unter dem Titel Ludendorff. Soldat, Diktator, Revolutionär. Gütersloh 1968.
  • Lothar Gruchmann: Ludendorffs „prophetischer“ Brief an Hindenburg vom Januar/Februar 1933. Eine Legende. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. Band 47, 1999, S. 559–562.
  • Manfred Nebelin: Ludendorff. Diktator im Ersten Weltkrieg. Siedler, München 2011, ISBN 978-3-88680-965-3.
  • Markus Pöhlmann: Der moderne Alexander im Maschinenkrieg. In: Stig Förster (Hrsg.): Kriegsherren der Weltgeschichte. 22 historische Porträts. Beck, München 2006, ISBN 3-406-54983-7 S. 268–286.
  • Puschner, Uwe; Vollnhals, Clemens (Hrgb.); Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus; Göttingen 2012 ISBN 978-3-525-36996-8.
  • Andreas Schwab: Vom totalen Krieg zur deutschen Gotterkenntnis. Die Weltanschauung Erich Ludendorffs. In: Schriftenreihe der Eidgenössischen Militärbibliothek und des Historischen Dienstes. Nr. 17, Bern 2005.
  • Bruno Thoß: Der Ludendorff-Kreis 1919–1923. München als Zentrum der mitteleuropäischen Gegenrevolution zwischen Revolution und Hitler-Putsch (= Neue Schriftenreihe des Stadtarchivs München, Band 98). Wölfle, München 1978, ISBN 3-87913-087-6.
  • Bruno Thoß: Ludendorff, Erich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 15, Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 285–290 (Digitalisat).
  • Phillip Wegehaupt: Ludendorff, Erich.. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Bd. 2: Personen. De Gruyter Saur, Berlin 2009, ISBN 978-3-598-44159-2, S. 494 ff. (abgerufen über De Gruyter Online).

Filme[Bearbeiten]

  • Der Große Deutsche Tag in Halle am 10. und 11. Mai 1924. Max Künzel, U. T. Lichtspiele, Leipzig (verboten 1926)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erich Ludendorff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Johannes Fischart, (Erich Dombrowski): Politiker und Publizisten. XXXVI: Erich Ludendorff. In: Die Weltbühne. 7. November 1918, S. 427.
  2. Annika Spilker: Geschlecht, Religion und völkischer Nationalismus. Die Ärztin und Antisemitin Mathilde von Kemnitz-Ludendorff (1877–1966). Campus Verlag, Frankfurt am Main 2013, ISBN 978-3-593-39987-4, S. 169.
  3. Dieter Hoffmann: Der Sprung ins Dunkle oder Wie der Erste Weltkrieg entfesselt wurde. Leipzig 2010, S. 71.
  4. Manfred Nebelin: Ludendorff – Diktator im Ersten Weltkrieg, Siedler 2010, S. 99 f.
  5. Dem Regiment verlieh Kaiser Wilhelm II. bei der Entlassung Ludendorffs am 26. Oktober 1918 den Beinamen „General Ludendorff“.
  6. Holger H. Herwig: Tunes of Glory at the Twilight Stage: The Bad Homburg Crown Council and the Evolution of German Statecraft, 1917/1918. In: German Studies Review. Band 6, Nr. 3, 1983, S. 475–494, besonders S. 479.
  7. Herfried Münkler: Der Große Krieg. Die Welt 1914–1918, 6. A., Rowohlt Berlin Verlag: Berlin 2014, S. 343.
  8. Vejas Gabriel Liulevicius: Kriegsland im Osten. Eroberung, Kolonisierung und Militärherrschaft im Ersten Weltkrieg. Hamburg 2002, S. 33 ff., 71 ff.
  9. Zum ganzen vorherigen Absatz siehe: Manfred Nebelin: Ludendorff – Diktator im Ersten Weltkrieg. Siedler, 2010, S. 173–216.
  10. Erich Eyck: The Generals and the Downfall of the German Monarchy 1917–1918. In: Transactions of the Royal Historical Society. Band 5, Nr. 2, 1952, S. 47–67, besonders S. 48.
  11. Erich Eyck: The Generals and the Downfall of the German Monarchy 1917–1918. In: Transactions of the Royal Historical Society. Band 5, Nr. 2, 1952, S. 47–67, besonders S. 49.
  12. Erich Eyck: The Generals and the Downfall of the German Monarchy 1917–1918. In: Transactions of the Royal Historical Society. Band 5, Nr. 2, 1952, S. 47–67, besonders S. 49 f.
  13. Klaus Epstein: The Development of German-Austrian War Aims in the Spring of 1917. In: Journal of Central European Affairs. Band 17, 1957, S. 24–47, hier: S. 25; und Gerhard Ritter: Staatskunst und Kriegshandwerk. Das Problem des „Militarismus“ in Deutschland. Band 3: Die Tragödie der Staatskunst. Bethmann Hollweg als Kriegskanzler (1914–1917). München 1964, S. 253.
  14. Martin Kitchen: The Silent Dictatorship. The politics of the German High Command under Hindenburg and Ludendorff, 1916–1918. London 1976, S. 272 f.
  15. Sebastian Haffner: Die sieben Todsünden des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg. Bergisch Gladbach 1981, S. 106; Martin Kitchen: The Silent Dictatorship. The politics of the German High Command under Hindenburg and Ludendorff, 1916–1918. London 1976, S. 272–275.
  16. Gerhard Ritter: Staatskunst und Kriegshandwerk. Das Problem des „Militarismus“ in Deutschland. Band 3: Die Tragödie der Staatskunst. Bethmann Hollweg als Kriegskanzler (1914–1917). München 1964, S. 527.
  17. Sebastian Haffner: Die sieben Todsünden des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg. Bergisch Gladbach 1981, S. 107.
  18. Andreas Hillgruber: Deutschlands Rolle in der Vorgeschichte der beiden Weltkriege. Göttingen 1979, S. 60 f.
  19. Holger H. Herwig: Tunes of Glory at the Twilight Stage: The Bad Homburg Crown Council and the Evolution of German Statecraft, 1917/1918. In: German Studies Review. Band 6, Nr. 3, 1983, S. 475–494, hier: S. 481.
  20. Manfred Nebelin: Ludendorff. Diktator im Ersten Weltkrieg. Siedler, Berlin 2011, S. 194.
  21. Eberhard Demm: Propaganda and Caricature in the First World War. In: Journal of Contemporary History. Band 28, Nr. 1, 1993, S. 163–192, besonders S. 165 und 185.
  22. Campbell Stuart: Secrets of Crewe House – the story of a famous campaign. Hodder&Stoughton, London 1920 online.
  23. Harry Schein: What is Film Humor? In: The Quarterly of Film Radio and Television. Band 11, Nr. 1, 1956, S. 24–32, besonders S. 25.
  24. E. Leiser: Den tyska filmens politisering. In: Tiden. Band 49, Nr. 4, 1957, S. 227–331.
  25. Gerhard P. Groß: Das Dogma der Beweglichkeit. Überlegungen zur Genese der deutschen Heerestaktik im Zeitalter der Weltkriege. In: Bruno Thoss, Hans-Erich Volkmann (Hrsg.): Erster Weltkrieg – Zweiter Weltkrieg. Ein Vergleich. Krieg – Kriegserlebnis – Kriegserfahrung in Deutschland. Paderborn 2002, S. 143–166, hier: S. 152.
  26. David Stevenson: 1914–1918. Der Erste Weltkrieg. Albatros-Verlag, Mannheim 2010, S. 471.
  27. Rudolf von Kramer und Otto Freiherr von Waldenfels: VIRTUTI PRO PATRIA – Der königlich bayerische Militär-Max-Joseph-Orden Kriegstaten und Ehrenbuch 1914–1918, Selbstverlag des königlich bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens, München 1966, S. 401.
  28. Der Königlich Sächsische Militär-St. Heinrichs-Orden 1736–1918, Ein Ehrenblatt der Sächsischen Armee, Wilhelm und Bertha von Baensch-Stiftung, Dresden 1937, S. 71.
  29. Sönke Neitzel: Weltkrieg und Revolution. 1914–1918/19. Berlin 2008, S. 150.
  30. Robert Randle: The Domestic Origins of Peace. In: Annals of the American Academy of Political and Social Science. Band 392, 1970, S. 76–85, besonders S. 83; und Klaus Epstein: Wrong Man in a Maelstrom: The Government of Max of Baden. The Review of Politics. Band 26, Nr. 2, 1964, S. 215–243, besonders S. 225.
  31. Michael Geyer: Insurrectionary Warfare: The German Debate about a Levée en Masse in October 1918. In: The Journal of Modern History. Band 73, Nr. 3, 2001, S. 459–527, besonders S. 465.
  32. Klaus Epstein: Wrong Man in a Maelstrom: The Government of Max of Baden. In: The Review of Politics. Band 26, Nr. 2, 1964, S. 215–243, besonders S. 225.
  33. Robert Randle: The Domestic Origins of Peace. In: Annals of the American Academy of Political and Social Science. Band 392, 1970, S. 76–85, hier: S. 83.
  34. Reinhard Rürup: Problems of the German Revolution 1918–1919. In: Journal of Contemporary History. Band 3, Nr. 4, 1968, S. 109–135, besonders S. 113 f.
  35. Klaus Epstein: Wrong Man in a Maelstrom: The Government of Max of Baden. In: The Review of Politics. Band 26, Nr. 2, 1964, S. 215–243, besonders S. 231.
  36. Wolfgang Förster: Der Feldherr Ludendorff im Unglück. Eine Studie über seine seelische Haltung in der Endphase des ersten Weltkrieges. Wiesbaden 1952, S. 104.
  37. Wilhelm Deist: Die Kriegführung der Mittelmächte. In: Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz (Hrsg.): Enzyklopädie Erster Weltkrieg. Paderborn 2003, S. 249–271, hier: S. 285.
  38. Vorverhandlungen zum Waffenstillstand.
  39. Klaus Epstein: Wrong Man in a Maelstrom: The Government of Max of Baden. In: The Review of Politics. Band 26, Nr. 2, 1964, S. 215–243, hier: S. 231 f.
  40. a b Manfred Nebelin: Ludendorff. Diktator im Ersten Weltkrieg. München 2011, S. 500 f. Das Militär kommt nach der Politik, nur im Kriege ist es ihr Schrittmacher E. L.
  41. Ludendorff in Kurt Tucholsky – Glossen und Essays – Gesammelte Schriften.
  42. Rudolph Binion: Hitler Among the Germans. New York 1976, S. 115 f.
  43. Peter D. Stachura: The Political Strategy of the Nazi Party, 1919–1933. In: German Studies Review. Band 3, Nr. 2, 1980, S. 261–288, besonders S. 267.
  44. Wulf C. Schwarzwäller: Hitlers Geld. VMA-Verlag, Wiesbaden, 2001, S. 115.
  45. Jeremy Noakes: Conflict and Development in the NSDAP 1924–1927. In: Journal of Contemporary History. Band 1, Nr. 4, 1966, S. 3–36, besonders S. 10.
  46. Kurt Meier: Kreuz und Hakenkreuz. Die evangelische Kirche im Dritten Reich. München 1992, S. 10 f.
  47. Frederick L. Schuman: The Political Theory of German Fascism. In: The American Political Science Review. Band 28, Nr. 2, 1934, S. 210–232, besonders S. 214.
  48. Robert A. Pois: The Bourgeois Democrats of Weimar Germany. In: Transactions of the American Philosophical Society, New Series. Band 66, Nr. 4, 1976, S. 1–117, besonders S. 50.
  49. Phillip Wegehaupt: Ludendorff, Erich.. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Bd. 2: Personen. De Gruyter Saur, Berlin 2009, ISBN 978-3-598-44159-2, S. 495 (abgerufen über De Gruyter Online).
  50. Armin Pfahl-Traughber: Der antisemitisch-antifreimaurerische Verschwörungsmythos in der Weimarer Republik und im NS-Staat. Braumüller, Wien 1993, ISBN 3-7003-1017-X, S. 65 ff.
  51. Bettina Amm: Ludendorff-Bewegung. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindlichkeit in Geschichte und Gegenwart, Band 5: Organisationen, Institutionen, Bewegungen. De Gruyter, Berlin 2012, S. 393 f. (abgerufen über De Gruyter Online).
  52. Michael Geyer: Insurrectionary Warfare: The German Debate about a Levée en Masse in October 1918. In: The Journal of Modern History. Band 73, Nr. 3, 2001, S. 459–527, besonders S. 460.
  53. David E. Rowe: „Jewish Mathematics“ at Göttingen in the Era of Felix Klein. In: Isis. Band 77, Nr. 3, 1986, S. 422–449, besonders S. 445.
  54. Albrecht Tyrell (Hrsg.): Führer befiehl … Selbstzeugnisse aus der „Kampfzeit“ der NSDAP. Düsseldorf 1969, S. 165.
  55. Rita Thalmann: La bourgeoisie protestante et la République de Weimar. In: Le Mouvement social 136 (1986), S. 103–123, besonders S. 122 f.
  56. Zitiert bei Tom Wolf: Das alte Haus von Ludendorffs. In: Kay Sokolowsky und Jürgen Roth: Wer steckt dahinter? Die 99 wichtigsten Verschwörungstheorien. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1998, S. 155.
  57. „Bizarre and paranoid even by Nazi standards“. David Nicholls: Adolf Hitler. A Biographical Companion. ABC-CLIO, Santa Barbara 2000, S. 157.
  58. Barry A. Jackisch: The Pan-German League and Radical Nationalist Politics in Interwar Germany 1918–1939, Ashgate Farnham 2012, Anm. 65.
  59. Ernst Piper: Alfred Rosenberg. Hitlers Chefideologe. Karl Blessing, München 2005.
  60. Manfred Nebelin: Ludendorff. Diktator im Ersten Weltkrieg. Siedler, Berlin 2011, S. 20.
  61. Bettina Amm: Die Ludendorffbewegung im Nationalsozialismus. Annäherung und Angrenzungsversuche. In: Uwe Puschner, Clemens Vollhals (Hrsg.): Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Göttingen 2012, S. 129.
  62. Wolfram Pyta, Hindenburg. Herrschaft zwischen Hohenzollern und Hitler. München 2007, S. 531–338.
  63. Phillip Wegehaupt: Ludendorff, Erich.. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Bd. 2: Personen. De Gruyter Saur, Berlin 2009, ISBN 978-3-598-44159-2, S. 496. (abgerufen über De Gruyter Online).
  64. Bettina Amm: Die Ludendorffbewegung im Nationalsozialismus. Annäherung und Angrenzungsversuche. In: Uwe Puschner, Clemens Vollhals (Hrsg.): Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Göttingen 2012, S. 129.
  65. Henrik Eberle: Briefe an Hitler. Ein Volk schreibt seinem Führer. Unbekannte Dokumente aus Moskauer Archiven, Bastei Lübbe 2007, S. 188–194.
  66. Fritz Tobias: Ludendorff, Hindenburg und Hitler. Das Phantasieprodukt des Ludendorff-Briefes. In: Uwe Backes, Eckhard Jesse und Rainer Zitelmann (Hrsg.): Die Schatten der Vergangenheit. Impulse zur Historisierung des Nationalsozialismus. Propyläen Verlag, Frankfurt am Main/Berlin 1990, ISBN 3-549-07407-7, S. 319–342. Lothar Gruchmann: Ludendorffs „prophetischer“ Brief an Hindenburg vom Januar/Februar 1933. Eine Legende. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. 47. Jahrgang, Oktober 1999 (PDF; 7 MB), S. 559–562.
  67. Bettina Amm: Die Ludendorffbewegung im Nationalsozialismus. Annäherung und Angrenzungsversuche. In: Uwe Puschner, Clemens Vollhals (Hrsg.): Die völkisch-religiöse Bewegung im Nationalsozialismus. Göttingen 2012, S. 130.
  68. Klaus-Jürgen Müller: Generaloberst Ludwig Beck. Eine Biographie. Schöningh, Paderborn 2008, S. 154–172.
  69. Ludendorffs Verlag: Der letzte Weg des Feldherrn Erich Ludendorff, München 1938, S. 8: Das Kranken- und Sterbezimmer im Josephinum in München.
  70. Gerd R. Ueberschär, Winfried Vogel: Dienen und Verdienen. Hitlers Geschenke an seine Eliten. Fischer, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-596-14966-7, S. 148.
  71. Gerhard Summer: Der Schrein des völkischen Generals. Ludendorff-Villa in Tutzing. Süddeutsche Zeitung vom 18. Juni 2010, S. 43.
  72. Zeitschrift für Politik 18, Organ der Hochschule für Politik München 1971, S. 115.
  73. a b P. M. Baldwin: Clausewitz in Nazi Germany. In: Journal of Contemporary History. Band 16, Nr. 1, 1981, S. 5–26, hier: S. 11 f.