Erich Weber (General)

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Erich Paul Weber (* 12. September 1860 in Kamen; † 29. Oktober 1933 in Berlin) war ein deutscher Offizier, der im Ersten Weltkrieg auch bei der Osmanischen Armee eingesetzt wurde und am Ende seiner Militärkarriere den Rang eines Generals der Infanterie erreichte.

Offiziere der deutschen Militärmission bei der Abreise in die Türkei im Dezember 1913. Weber (5. von rechts) neben Otto Liman von Sanders, dem Leiter der Mission.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weber trat in die Preußische Armee ein und erhielt am 15. April 1878 sein Patent als Sekondeleutnant.[1] Im weiteren Verlauf seiner Militärkarriere war er Kommandeur des Schleswig-Holsteinischen Pionier-Bataillons Nr. 9 und wurde am 14. April 1907 als Major in die 4. Ingenieur-Inspektion nach Metz versetzt.[2] Hier wurde er als Ingenieuroffizier vom Platz des Festungsbereiches West eingesetzt und am 22. März 1910 zum Oberstleutnant befördert.[3] Unter Ernennung zum Kommandeur der Pioniere des XV. Armee-Korps folgte am 22. Mai 1912 seine Versetzung nach Straßburg.[4] In dieser Stellung trug er die Uniform des 1. Elsässisches Pionier-Bataillons Nr. 15 und wurde am 19. November 1912 Oberst.

Am 8. Dezember 1913 wurde Weber in Genehmigung seines Abschiedsgesuches mit der gesetzlichen Pension zur Disposition gestellt und trat im Rahmen der Deutsche Militärmission unter Liman von Sanders in die Osmanische Armee über. Weber, der als Spezialist im Festungswesen galt, begann im Osmanischen Reich unter Admiral von Usedom im Auftrag des osmanischen Kriegsministers mit der Verstärkung der Küstenbefestigungen an den Dardanellen. Während des Gallipoli-Feldzuges[5] 1915 bewährte er sich als Truppenführer auf der asiatischen Seite der Meerenge bei Kum Kale und wurde dafür durch Sultan Mehmed V. mit dem Titel eines Paschas geehrt. Nach einem Zerwürfnis mit Liman von Sanders wurde Weber am 8. Juli 1915 als Befehlshaber der Südgruppe abgelöst.[6]

Im Oktober 1915 kehrte Weber nach Deutschland zurück, wurde mit Patent als Generalmajor vom 18. April 1915[1] wieder in der Armee angestellt und war vom 22. Oktober bis 16. November 1915 Kommandeur der 100. Infanterie-Brigade an der Westfront.[7] Am 21. Dezember 1916 übernahm er die Führung der 9. Division an der Westfront und behielt dieses Kommando bis zum Waffenstillstand von Compiègne.

Nach Kriegsende folgte seine Übernahme in die Vorläufige Reichswehr sowie am 16. Juni 1920 die Beförderung zum Generalleutnant. Als solcher war er Befehlshaber des Wehrkreiskommandos II.[8] Nach der Bildung der Reichswehr wurde er am 1. Oktober 1920 zum Kommandeur der 2. Division in Stettin ernannt. Am 15. Juni 1921 wurde ihm der Charakter als General der Infanterie verliehen, darauf wurde er pensioniert.

Nach Weber ist die Bundeswehrkaserne in Höxter benannt.

Seine Tochter Ingeborg war seit 1916 mit dem späteren Großadmiral Karl Dönitz verheiratet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Preußisches Kriegsministerium (Hrsg.): Rangliste der Offiziere der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergisches) Armeekorps 1917. E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1917, S. 6
  2. Militär-Wochenblatt. Nr. 49 vom 16. April 1907. S. 1130.
  3. Preußisches Kriegsministerium (Hrsg.): Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1911. E.S. Mittler & Sohn. Berlin 1911. S. 124.
  4. Militär-Wochenblatt. Nr. 66 vom 24. Mai 1912, S. 1496.
  5. Reichsarchiv: Schlachten des Weltkriegs. Band 16: Der Kampf um die Dardanellen 1915. Verlag Gerhard Stalling. Oldenburg 1927, S. 52.
  6. Klaus Wolf: Gallipoli 1915. Das deutsch-türkische Militärbündnis im Ersten Weltkrieg. Report Verlag, Bonn 2008, ISBN 978-3-932385-29-2, S. 145.
  7. Dermot Bradley (Hrsg.), Günter Wegner: Stellenbesetzung der Deutschen Heere 1815-1939. Band 1: Die Höheren Kommandostellen 1815-1939. Biblio Verlag. Osnabrück 1990. ISBN 3-7648-1780-1. S. 315.
  8. Reichswehrministerium (Hrsg.): Stellenbesetzung im neuen Heer vom 16. Mai 1920. Heft I. Reichsdruckerei, Berlin 1920, S. 8.