Erich Wilts

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Heide und Erich W. auf der Freydis II
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Erich Wilts (* 20. April 1942 in Lübeck) ist ein deutscher Weltumsegler und Fotograf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erich Wilts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Hamburg beendete Erich Wilts 1967. Bis 1990 war er in der freien Wirtschaft tätig, zuletzt als Sprecher der Geschäftsführung von Europas führender Farbengroßhandels-Kooperation.

Erste Segelerfahrungen sammelte er als Schüler mit der eigenen gaffelgetakelten Holzjolle auf der Ems. Seit 1962 war er Crewmitglied auf den motorlosen Segelyachten des 1903 von Albert Ballin gegründeten Hamburgischen Vereins Seefahrt. Er lernte das Hochseesegeln von der Pike auf.

1988 verzichtete das Ehepaar Wilts notariell auf das Wilts-seitige Erbe und Pflichtteil, um sich ab 1990 ganz dem gemeinsamen Segeln widmen zu können.

Heide Wilts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heide Wilts (* 18. Februar 1942 in Stuttgart) ist promovierte Radiologin. Sie arbeitete zuletzt als Oberärztin in einer Schwerpunktklinik in Norddeutschland und in einer Radiologischen Praxis in Düsseldorf. Sie segelt seit 1969 mit ihrem späteren Mann zunächst im Finn-Dinghy, später mit der Windy auf dem Ostfriesischen Wattenmeer und an der Costa Brava.

Reisen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1969 segeln Heide und Erich Wilts ausschließlich gemeinsam.

Mit ihren Yachten Freydis I und Freydis II, selbstgebaute Reinke-Konstruktionen, Stahlknickspanter mit Schwenkkiel, unternahmen sie ab 1975 Reisen in der Ostsee, Nordsee und dem Europäischen Nordmeer und einige auch international vielbeachtete und mit Preisen gewürdigte Reisen in die hohen nördlichen und südlichen Breiten. So stießen sie als erste deutsche Yacht 1981/82 in die Antarktis und 1986 in den Scoresbysund/Ostgrönland vor.

Beide beschlossen, sich ab 1990 ganz dem Segeln zu widmen.

Bis 2010 war das Ehepaar Wilts mit Unterbrechungen auf ihrer Stahlyacht Freydis II weltweit unterwegs, wobei sie immer wieder von zahlenden Gästen begleitet werden. Bevorzugt werden dabei Ziele abseits der üblichen Routen angelaufen. Die Reisen sind in zahlreichen von Heide Wilts geschriebenen Büchern dokumentiert und von Erich Wilts illustriert.

Insgesamt dreizehn Reisen führten sie zum Kap Hoorn und je sechs Reisen in die Arktis und die Antarktis.

Sechseinhalb Jahre hielten sie sich insgesamt im Südpazifik auf.

Highlights[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie strandeten 1991 während ihrer Überwinterung im Kratersee von Deception Island/Antarktis in einem Blizzard, überlebten in einer Nothütte und reparierten in den Folgemonaten das mit Seewasser und Eis vollgelaufene Schiff, um es anschließend nach Südamerika zurück zu segeln.

Nach der Überwinterung und Reparatur mit Feuerlandindianern am Beaglekanal segelten sie sieben Jahre bis 1998 in Etappen in West-Ost Richtung um die Antarktis, um die an ihrer Peripherie liegenden antarktischen und subantarktischen Inseln und Archipele zu besuchen.

1998/99 segelten sie in achtzehn Monaten vom Kap Hoorn in Ost-West-Richtung nach Australien. Schwerpunkt dieser Reise war eine viermonatige Expedition mit drei Teams des Magazins GEO durch Melanesien.

2006 bis 2008 waren sie in Alaska und dem Beringmeer bis Kotzebue/Tschuktschensee unterwegs.

Ende der Freydis II[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Überwinterung 2011 in der Marina von Iwaki (Japan) hatte die Freydis nicht überstanden. Der Tsunami am 11. März 2011 zerstörte die Marina völlig. Die Freydis war zunächst verschollen, wurde aber später 4 km nordöstlich auf den Felsen beschädigt und vollgelaufen entdeckt. Eine Bergung wurde von Erich Wilts nach Prüfung vor Ort verworfen. Er und seine Frau Heide haben beschlossen, eine Freydis III nach nahezu identischem Muster zu bauen und 2012 wieder in See zu stechen; ein seit Jahren vorhandener Aluminiumrumpf wurde aus diesem Grunde erworben.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heide und Erich Wilts dürften mit einer Segelerfahrung von über 200.000 bzw. 300.000 Seemeilen noch vor Wilfried Erdmann die erfahrensten und wohl befahrensten deutschen Segler sein. Unter anderem erhielten sie für ihre Reisen den Schlimbach-Preis (1982) und den Trans-Ocean-Preis (1981 und 2002) sowie den Goldenen Kompass (1996).

Von 1975 bis 1986 Teilnahme am Fahrten-Wettbewerb der Kreuzerabteilung des Deutschen Segler-Verbandes. Ausgezeichnet mit zehn Plaketten der Kreuzerabteilung des Deutschen Segler-Verbandes, die erste und die letzten sechs hiervon in Gold.

Heide Wilts wurde 1996 mit dem Förderpreis der Kreuzerabteilung des Deutschen Segler-Verbandes für ihr Buch Auf der Route der Albatrosse als Bestes Segelsportbuch des Jahres ausgezeichnet.

Erich Wilts ist ein ambitionierter Fotograf, dessen Bilder unter anderem in GEO, Stern, Life, Times, Le Figaro, Terres Sauvages, No Limits und zahlreichen Segelzeitschriften des In- und Auslandes erschienen. Er wurde mit dem internationalen Fotopreis Marian Skubin/No Limits Award ausgezeichnet.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reisen sind in zahlreichen von Heide Wilts geschriebenen und von Erich Wilts mit Fotografien illustrierten Büchern dokumentiert.

Reisebücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weit im Norden liegt Kap Hoorn. Delius Klasing, Bielefeld 1984
  • Wo Berge segeln. Delius Klasing, Bielefeld 1988
  • Gestrandet in der Weißen Hölle. Delius Klasing, Bielefeld 1992
  • Auf der Route der Albatrosse. Delius Klasing, Bielefeld 1996
  • Segeln ans Ende der Welt. Delius Klasing, Bielefeld 2000
  • Wilder Stiller Ozean. Delius Klasing, Bielefeld 2003
  • Inseln jenseits der Zeit – GEO Expedition durch Melanesien. Delius Klasing, Bielefeld 2008
  • Alaska - Japan – Die letzte Reise der Freydis II. Ostfriesland Verlag - SKN, Norden 2013

Bildbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sternstunden auf allen Ozeanen. Delius Klasing, Bielefeld 1994. Dieser Band liegt auch in französischer Übersetzung vor: Les Naufragés des Glaces.
  • Segelziele voller Wunder. Delius Klasing, Bielefeld 1997
  • Segelabenteuer im Südpazifik. Delius Klasing, Bielefeld 1999
  • Inseln voller Magie. Delius Klasing, Bielefeld 2002

Weitere Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Video: Eisiges Abenteuer – 80° Nord. Delius Klasing, Bielefeld 1988

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ZDF-Reportage Schiffbruch zwischen Feuer und Eis, Erstsendung 19. Dezember 1991
  • 3-Sat Weltumsegler – Auf der Suche oder auf der Flucht?
  • GEO Saison: Die unendliche Reise (PDF; 174 kB)
  • SEGELN 1994/04, SEGELN-Gespräch Der sanfte Hochseesegler
  • YACHT 1999/02 Typen fürs ewige Eis
  • YACHT 2002/15 Interview: Die Rückkehr – „Einfach paradiesisch“
  • YACHT 2011/13 Interview: „Es hätte schlimmer kommen können“
  • Wolfgang J. Krauss: Ihr Hafen ist die See – Skipper-Report, Ullstein 1985
  • Wolfgang J. Krauss: Von der Sucht des Segelns – Skipper-Report, Ullstein 1987

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]