Erich von Redwitz

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Erich von Redwitz

Erich Freiherr von Redwitz (* 2. April 1883 in Bamberg; † 7. September 1964) war ein deutscher Chirurg und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er war Sohn eines Königlich Bayerischen Kavallerie-Generals und Enkel von Oskar von Redwitz. Nach dem Abitur 1902 am Wilhelmsgymnasium München[1] studierte Erich v. Redwitz Medizin an der Ludwig-Maximilians-Universität, unterbrochen von einem Semester an der Christian-Albrechts-Universität. 1908 machte er ein „sehr gutes“ Staatsexamen und promovierte summa cum laude mit einer Preisarbeit der Medizinischen Fakultät. Die experimentelle Arbeit über Erkrankungen der Koronararterien war bei Otto von Bollinger in der Pathologie entstanden.

Die ärztliche Ausbildung begann er bei Johannes Rückert (1854–1923) in der Münchner Anatomie. Von dem Chirurgen v. Stubenrauch angeregt, bewarb sich Redwitz 1910 bei Anton Eiselsberg erfolgreich um eine Stelle in der Wiener Chirurgie. Dort hatten sich große Namen versammelt: Paul Clairmont, Egon Ranzi, Hans von Haberer, Wolfgang Denk, Peter Walzel[2] und Burghard Breitner. Trotzdem verließ Redwitz die Klinik schon ein Jahr später, weil er als Reichsdeutscher in Wien keine Perspektiven sah.

1912 ging er zu Eugen Enderlen in Würzburg. Trotz charakterlicher Gegensätze entwickelte sich eine enge Freundschaft, die über dreißig Jahre, bis zu Enderlens Tod, hielt.

Im Ersten Weltkrieg diente v. Redwitz als Sanitätsoffizier im Festungslazarett Germersheim, wurde aber nach Würzburg zurückgerufen, um seinen Chef zu vertreten. Im November 1916, mitten im Krieg, konnte sich v. Redwitz habilitieren.

Drei Jahre später folgte er Enderlen als Oberarzt nach Heidelberg. Enderlens enge Kollegenfreundschaft mit dem philanthropischen Internisten Ludolf von Krehl spiegelte sich in v. Redwitz‘ Freundschaften mit Richard Siebeck und Paul Martini wider.

1922 wurde v. Redwitz als Extraordinarius und Direktor der Chirurgischen Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen.

1928 nahm er den Ruf an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn an und wurde Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik. Wie von Enderlen geraten, folgte ihm Werner Wachsmuth als Oberarzt nach Bonn. 1933 lehnte v. Redwitz den Ruf nach Heidelberg ab. Er war Beratender Chirurg der Reichswehr und der Wehrmacht.

1953, mit 70 Jahren, wurde er mit großen Ehren emeritiert. Seinen Ruhestand verlebte er am Starnberger See.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Werner Wachsmuth: In memoriam Prof. Erich Freiherr v. Redwitz. Langenbecks Archiv für klinische Chirurgie 310 (1965), S. 1–12 (Dig.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jahresbericht über das K. Wilhelms-Gymnasium zu München. ZDB-ID 12448436, 1901/02
  2. Geschichte der Universitätschirurgie Graz 1782-1996