Erik Blumenfeld

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Erik Blumenfeld (links) bei einem Empfang für Parlamentarier aus Vietnam (1968)
Wahlplakat zur Bürgerschaftswahl in Hamburg 1966

Erik Bernhard Blumenfeld (* 27. März 1915 in Hamburg; † 10. April 1997 ebenda) war ein deutscher Kaufmann und Politiker der CDU.

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Erik Blumenfeld, der Sohn des jüdischen Reeders, Kohleimporteurs und Händlers Ernst Blumenfeld aus Hamburg und von Edda[1], der Tochter eines dänischen Gutsbesitzers, machte 1933 sein Abitur am Schlossinternat Salem. Seine kaufmännische Ausbildung absolvierte er bis 1935 in England, danach studierte er bis 1939 Bergbau– und Hüttenwesen an der TH Berlin.[2] Von 1939 bis 1941 nahm er als Gefreiter am Zweiten Weltkrieg teil, wurde dann aber als „Halbjude“ entlassen und in den Konzentrationslagern Auschwitz und Buchenwald inhaftiert. Da seine Mutter Kontakt zu Heinrich Himmlers Leibmasseur Felix Kersten hatte, wurde Blumenfeld 1944 entlassen,[3] dann aber wegen des Versuchs, einen Juden zu verstecken, erneut verhaftet. Es gelang ihm die Flucht und er wurde vom damaligen Geschäftsführer und Syndikus der Diago-Werke Moeller & Co und späteren Zeit-Verleger Gerd Bucerius in dessen Haus in Hamburg-Othmarschen versteckt.

Nach Kriegsende machte er sich an den Wiederaufbau der väterlichen Unternehmen mit den Schwerpunkten Schifffahrt und Brennstoffhandel, deren persönlich haftender Gesellschafter er wurde. Schon 1946 wurde Blumenfeld Vizepräses der Hamburger Handelskammer und blieb in dieser Funktion bis 1954. Er war mit der deutschen Schauspielerin Brigitte Horney befreundet.

Von 1977 bis 1991 führte er als Präsident die Deutsch-Israelische Gesellschaft. 1980 erhielt Blumenfeld die Ehrendoktorwürde der Ben-Gurion-Universität des Negev, Be’er Scheva, im Jahre 1992 die der Technischen Universität Technion, Haifa. In seiner Heimatstadt wurde ihm 1990 die Bürgermeister-Stolten-Medaille verliehen und nach seinem Tode wurde der Blankeneser Bahnhofsplatz nach ihm benannt.

Partei[Bearbeiten]

Blumenfeld war Gründungsmitglied der CDU in Hamburg. Bereits 1946 nominierte die Partei ihn für den (nachher nicht eingetretenen) Fall einer Regierungsbeteiligung für das Amt des Wirtschaftssenators. Im Sommer 1949 gehörte er mit dem Landesvorsitzenden Hugo Scharnberg und VBH-Gründer Paul de Chapeaurouge zur CDU-Verhandlungskommission, die mit der FDP die Möglichkeiten für eine Wahlabsprache bei der Bundestagswahl 1949 und der darauf folgenden Bürgerschaftswahl auslotete. Von der Gründung am 28. September 1953 bis zum 26. November 1954 war er gemeinsam mit Edgar Engelhard (FDP) und Erwin Jacobi (DP) Vorsitzender der bürgerlichen Wahlpartei Hamburg-Block (HB). Sein Nachfolger im HB-Vorsitz wurde Bürgermeister Kurt Sieveking. 1958 wurde er zum Landesvorsitzenden der CDU in Hamburg gewählt. Er behielt dieses Amt bis 1968 und wurde 1980 zu ihrem Ehrenvorsitzenden gewählt.

Abgeordneter[Bearbeiten]

Schon 1946 wurde Blumenfeld im Wahlkreis Harvestehude erstmals in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt und blieb bis 1955 Mitglied. Von 1966 bis 1970 sowie von 1978 bis 1979 war er abermals Mitglied der Bürgerschaft.[4] Von 1953 bis zu seinem Ausscheiden aus der Bürgerschaft war er Fraktionsvorsitzender des Hamburg-Blocks in der Bürgerschaft. 1961 wurde er Mitglied des Deutschen Bundestages, 1973 auch des Europäischen Parlaments. Neben seiner Bundestagstätigkeit gehörte er von 1966 bis 1970 und von 1978 bis zum 30. September 1979 erneut der Hamburgischen Bürgerschaft an. Aus dem Bundestag schied er 1980, aus dem Europa-Parlament 1989 aus. Während seiner Abgeordnetenzeit hatte Blumenfeld sich vor allem in der Außenpolitik engagiert. Sein besonderer Einsatz galt der Entwicklung und Pflege der Beziehungen zu Israel und zu den Vereinigten Staaten.

Blumenfeld rechts

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Profile : Persönliches u. Politisches 1955 - 1970. Seehafen-Verlag, Hamburg 1970.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erik Blumenfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erik Blumenfeld ..., Hamburger Abendblatt vom 27. März 2010
  2. Adenauer Stiftung: Blumenfeld
  3. Erik Blumenfeld ..., Hamburger Abendblatt vom 27. März 2010
  4. Erik Blumenfeld, Profile. Persönliches und Politisches 1955–1970 (Hamburg: Seehafen Verlag, 1970).