Erik Dreesen

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Erik Dreesen (* 23. März 1971 in Aurich; † 26. Juni 2013 in Nürnberg) war ein deutscher Bodybuilder und Kraftsportler. Er war 1994 Deutscher Meister im Bankdrücken.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erik Dreesen begann im Alter von 18 Jahren mit dem Kraftsport- und Bodybuilding-Training, nachdem er zuvor eher unsportlich und dicklich gewesen war. Da er sich zuvor kein Training in einem Studio leisten konnte, hatte er versucht, durch radikale Diäten an Gewicht zu verlieren, was jedoch seiner Gesundheit abträglich war. Als er durch seine Fähigkeiten als Softwareentwickler ein wenig Geld nebenher verdienen konnte, begann er Ende März 1989 in einem Studio zu trainieren, was seinen Eltern zunächst nicht gefiel. Sie ließen ihn jedoch gewähren, als sie seine Erfolge sahen. Bewältigte er zu Anfang im Frühjahr 1989 beim Kniebeugen 50 Kilogramm für eine Wiederholung und drückte 45 Kilogramm auf der Bank, schaffte nach anderthalb Jahren bereits 130 Kilogramm für sechs Wiederholungen in der Beuge und 100 Kilogramm für fünf Wiederholungen im Bankdrücken. Gleichzeitig war sein Körpergewicht in dieser Zeit von 70 auf 92 Kilogramm gestiegen.

Nach dem Abitur 1990 am Gymnasium Ulricianum in Aurich studierte Dreesen zunächst bis 1996 an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und intensivierte in diesen Jahren sein Training. Zugute kam ihm dabei der Umstand, dass Bayern seinerzeit eine Hochburg im Kraftsport und Bodybuilding war, so dass er rasch andere erfolgreiche Athleten kennenlernte und entsprechende Fortschritte machte. 1992 beteiligte sich Dreesen dann erstmals an Wettkämpfen und wurde 1994 Deutscher Meister im Bankdrücken. Zusätzlich nahm er zwischen 1992 und 1994 auch an verschiedenen kleineren Bodybuilding-Meisterschaften teil, um Bühnenerfahrung zu sammeln. Hier dauerte es jedoch bis 1998, als bei der Bayerischen Meisterschaft seinen ersten größeren Erfolg hatte und einen 3. Platz erreichte. Im Jahr darauf wurde er dann in seiner Gewichtsklasse (über 90 kg) Bayerischer Meister. 2003 folgte der Sieg bei der Westdeutschen Meisterschaft.

Bei einer Körpergröße von 1,88 Metern betrug sein Wettkampfgewicht im Jahr 2006 115 Kilogramm (Offseason: 131 Kilogramm). Als seine persönlichen Bestleistungen in den Kraftdreikampf-Disziplinen gab Dreesen folgende bewältigte Gewichte an: Kniebeuge 280 kg, Bankdrücken 270 kg und Kreuzheben 350 kg.

Nach seinem Universitäts-Studium begann Dreesen 1996 ein weiteres Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern, das er im Jahr 2000 mit dem Grad eines Diplom-Verwaltungswirts (FH) abschloss. Bis zu seinem Tode war er Mitglied der Burschenschaft Germania Erlangen.

Dreesen arbeitete zuletzt als Ernährungs- und Sportberater sowie Personal-Trainer. Regelmäßig veröffentlichte er Fachartikel in den Zeitschriften Body-Attack-Magazin, dem BMS-Magazin und LOOX; sowie früher auch in der Sportrevue. Seit dem Jahr 2001 betrieb er zudem die nach seinem sportlichen Spitznamen benannte Webpräsenz BamBam's Corner.

Nach mehreren Verletzungen – darunter einem Brustmuskelsehnenabriss – arbeitete er an seinem Wettkampfcomeback. Erik Dreesen, der die Entwicklungen im Bodybuilding eher kritisch betrachtete, sah seine sportlichen Vorbilder in Bodybuildern der 1980er-Jahre, wie etwa Berry de Mey. Dreesen lebte und trainierte in Nürnberg. Am 26. Juni 2013 starb Erik Dreesen im Alter von 42 Jahren.

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bankdrücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992 – Oberpfalz-Meister im Bankdrücken (IPF)
  • 1994 – Deutscher Meister im Bankdrücken (IPF)

Bodybuilding[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998 – Bayerische Meisterschaft (IFBB), 3. Platz (Klasse über 90 kg)
  • 1999 – Internationale Bayerische Meisterschaft (IFBB), 1. Platz (Klasse über 90 kg)
  • 2003 – Internationale Westdeutsche Meisterschaft (NAC), 1. Platz in der Männerklasse I
  • 2004 – Internationale Deutsche Meisterschaft (NAC), 4. Platz in der Männerklasse I

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Schneider: Erik Dreesen. Vom Computerfreak zum 110 kg schweren Wettkampfathlet. In: BMS-Magazin, Ausgabe 4, S. 50–57 (Artikel als PDF-Datei)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]