Erika Schirmer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Erika Schirmer (2015)

Erika Schirmer (* 31. Juli 1926 als Erika Erna Mertke in Polnisch Nettkow, Landkreis Grünberg i. Schles.[1]) ist eine deutsche Schriftstellerin und ehemalige Kindergärtnerin und Sonderpädagogin. Bekannt wurde sie vor allem durch das von ihr komponierte und getextete Lied Kleine weiße Friedenstaube.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Heimatvertriebene lebte Erika Schirmer in der späteren DDR, zunächst im Eichsfeld, war dann Kindergärtnerin auf Rügen und arbeitete ab 1948 in Nordhausen.[2] Nachdem sie ihr Lehrerstudium 1956[3] erfolgreich abgeschlossen hatte, arbeitete sie in der Grundschule in Nordhausen-Salza. Ab 1972 war Erika Schirmer Pädagogin für behinderte Kinder und Jugendliche.[4]

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedenstaube weiss blau kreis.gif

Sie schuf „Hunderte Gedichte, Lieder, Kinderreime, Kurzgeschichten, Kalender- und Kunstblätter sowie Scherenschnitte“,[5] die oft den Harz und Nordhausen thematisieren. In der Thüringer Allgemeinen veröffentlichte sie ihre Verse als Harzer Fingerhut. 1948 wurde ihr erstes Kinderlied Der Winter ist gekommen... veröffentlicht.[4] Weithin bekannt wurde das "DDR-Volkslied" und Lied der Jungen Pioniere Kleine weiße Friedenstaube, das sie im selben Jahr komponierte und textete. Es entstand nach der weltberühmten Zeichnung von Pablo Picasso.[5] Auf fast 120 Ausstellungen, darunter auch Wanderausstellungen in Polen, wurden diese präsentiert.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996: Auszeichnung für Vorbildliche Integration von Aussiedlern in der BRD durch die Präsidentin des Deutschen Bundestages Rita Süssmuth[4]
  • 1998: Kunstpreis des Landesverbandes der Vertriebenen für ihren Gedichtband „Heimat, die ich meine“[6][4]
  • 2004: Kunstpreis des Landesverbandes der Vertriebenen für ihr Gesamtwerk[6]
  • 2011: Goldener Roland[7]
  • 2013: Ehrenbürgerin der Stadt Nordhausen[6]
  • 2014: Ehrenbürgerin von Czerwiensk (Polen)
  • "Für ihr langjähriges Engagement für Frieden, Humanität, Werteerziehung und Demokratie" wurde sie am 6. Oktober 2016 mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erika Schirmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volksstimme.de, Deutsche singen im polnischen Nietkow gemeinsam das Lied von der Friedenstaube, 17. Oktober 2012.
  2. NNZ-Online.de: Erika Schirmer zu Gast bei Freunden, 20. April 2015.
  3. Verlag Wittich, Die Mutter der "Kleinen weißen Friedenstaube", 6. Mai 2013.
  4. a b c d Kyffhaeuser Nachrichten, Ausstellung eröffnet, 10. Dezember 2008".
  5. a b Friedenstaube, in: junge Welt, 6. Oktober 2016, S. 10.
  6. a b c d Website der Stadt Nordhausen, Bildergalerie: Scherenschnitte und Blütenbilder von Erika Schirmer im Museum „Flohburg“, 18. Januar 2007.
  7. NNZ-Online.de: Goldener Roland verliehen, 19. Juni 2011.
  8. MDR: Verfasserin der "Kleinen weißen Friedenstaube" ausgezeichnet, 5. Oktober 2016.