Erlen (Botanik)

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Erlen
Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), unreife Blütenkätzchen und alte Fruchtstände

Schwarz-Erle (Alnus glutinosa), unreife Blütenkätzchen und alte Fruchtstände

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Buchenartige (Fagales)
Familie: Birkengewächse (Betulaceae)
Unterfamilie: Betuloideae
Gattung: Erlen
Wissenschaftlicher Name
Alnus
Mill.

Die Erlen (Alnus) bilden eine Pflanzengattung in der Familie der Birkengewächse (Betulaceae). In Mitteleuropa sind drei Arten heimisch: die Grün-, die Grau- und die Schwarz-Erle.

Weitere Trivialnamen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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norddeutsch Ellern, berlin-brandenburgisch Elsen

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zweig mit Winterknospen der Schwarz-Erle (Alnus glutinosa)
Illustration aus Forest flora of Japan. Notes on the forest flora of Japan, 1894 der Japanischen Erle (Alnus japonica)
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Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erlen-Arten sind sommergrüne, also laubabwerfende Bäume oder Sträucher. Je nach Erlen-Art wird eine Borken ausgebildet oder sie sind als Peridermbaumarten einzustufen; so bildet Alnus glutinosa beispielsweise eine tiefrissige, grau-schwarze Borke und Alnus incana eine grau-glänzende Peridermoberfläche aus.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie alle Birkengewächse sind die Erlen-Arten einhäusig getrenntgeschlechtig (monözisch); es werden an einem Exemplar die, Kätzchen genannten, Blütenstände beider Geschlechter ausgebildet. In den Kätzchen sitzen jeweils nur weibliche oder männliche Blüten. Die männlichen Blüten sitzen zu dritt und die weiblichen Blüten zu zweit in den Achseln von Tragblättern. Die Erlen-Arten sind die einzigen Laubbäume, bei denen die weiblichen Kätzchen verholzen und damit folgerichtig als Zapfen bezeichnet werden. Es werden einsamige geflügelte oder ungeflügelte Nussfrüchte gebildet.

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grau- und Schwarz-Erle vergesellschaftet in einem Erlenbruch

Erlen-Arten bilden an ihren Wurzeln Wurzelknöllchen aus, symbiotisch mit stickstofffixierenden Aktinomyzeten (Frankia alni), ähnlich der Symbiose von Knöllchenbakterien und Leguminosen. Durch diese Symbiose können Erlen an nährstoffarmen Stellen leben. Erlen können es sich deshalb leisten, ihre Blätter grün abzuwerfen; so sind Erlen oft Pionierpflanzen an Standorten, die durch natürlichen wie menschlichen Einfluss ohne Pflanzenbewuchs sind (beispielsweise sind Grün-Erlen nach Lawinen oft Pionierpflanzen). Sie bereiten anderen Pflanzen den Boden auf.

Grau- und Schwarz-Erle (Alnus incana und Alnus glutinosa) wachsen vorwiegend an Gewässerrändern oder in Feuchtgebieten. Sehr feuchte Standorte sind oft nährstoffarm; an diesen Standorten ist die Stickstofffixierung der stickstoffbindenden Wurzelknöllchen der entscheidende Grund, weshalb dort ausschließlich Erlen gedeihen. Die Grau- und Schwarz-Erlen wirken oft als Uferschutz gegen Ausspülung und gelten als ökologisch wertvoll.

Die Laubblätter der Erle bieten zahlreichen Falter- und Schmetterlingsarten Lebensraum und Nahrung.

Krankheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in Mitteleuropa heimischen Erlen-Arten sind durch den Scheinpilz Phytophthora alni gefährdet (Wurzelfäule der Erle).

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erlenpollen enthalten mäßig starke bis starke Allergene. Sie weisen eine starke Neigung zur Auslösung von Kreuzallergien mit Birkenpollen auf.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Holz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erlenholz zählt zu den mittelschweren Hölzern und ist leicht zu bearbeiten, reißt beim Trocknen kaum, ist jedoch nur mäßig witterungsbeständig. Früher wurde Holzkohle aus Erlen zur Herstellung von Schießpulver gebraucht.

Herzblättrige Erle (Alnus cordata)
Färber-Erle (Alnus hirsuta)
Japanische Erle (Alnus japonica)
Maximowiczs Erle (Alnus maximoviczii)
Türkische Erle (Alnus orientalis)
Weiß-Erle (Alnus rhombifolia)
Die Züchtung Spaeths Erle (Alnus ×spaethii)

Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Erlen lieben Wasser, daher sind sie bevorzugt an Bachläufen und an Ufern von Seen und Flüssen zu finden.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Alnus wurde 1754 vom englischen Botaniker Philip Miller aufgestellt.[1] Synonyme für Alnus Mill. sind Betula-alnus Marshall, Semidopsis Zumagl. nom. superfl., Alnobetula (W.D.J.Koch) Schur nom. superfl., Cremastogyne (H.J.P.Winkl.) Czerep., Duschekia Opiz, Alnaster Spach, Clethropsis Spach.[2]

Die etwa 35 Erlenarten kommen, mit Ausnahme der Anden-Erle (Alnus jorullensis), die in den Anden Südamerikas heimisch ist, ausschließlich auf der Nordhalbkugel in Eurasien sowie Nordamerika vor. Östlich des 115. Längengrads sind in Nordamerika allerdings keine baumartigen Erlen mehr zu finden.[3] Mehrere Arten sind in Ostasien heimisch.

Drei Arten, die Grün-, Grau- und Schwarz-Erle, sind in Mitteleuropa heimisch. Die Herzblättrige Erle (Alnus cordata) ist in Korsika und Süditalien verbreitet.

In der Gattung der Erlen werden etwa 35 Arten unterschieden, die in drei Untergattungen eingeteilt werden:[4]

  • Untergattung Alnobetula: mit Arten aus Nordamerika und Asien
  • Untergattung Alnus: mit Arten aus Europa, Ostasien und Amerika
  • Untergattung Clethropsis: mit Arten aus Ostasien und den USA

Hier die vollständige Auflistung der akzeptierten Arten und Naturhybriden gemäß der World Checklist of Selected Plant Families der Royal Botanic Gardens in Kew:[2]

Eine in gärtnerisch erzeugte Hybride ist (Auswahl):

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Philip Miller: Gard. Dict. Abr. 4. Auflage, 1754.
  2. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad ae af ag ah ai aj ak al am an ao ap aq ar as at au av Rafaël Govaerts (Hrsg.): Alnus - Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 10. Januar 2017.
  3. C. A. Schenk: Fremdländische Wald-und Parkbäume (Dritter Band). Paul Parey, Berlin, 1939.
  4. Zhiduan Chen, Jianhua Li: Phylogenetics and Biogeography of Alnus (Betulaceae) Inferred from Sequences of Nuclear Ribosomal DNA ITS Region. In: Chicago Journals - International Journal of Plant Sciences. 165 (2). University of Chicago Press, Chicago 2004, S. 325–335.
  5. a b Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erlen (Alnus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Alnus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.