Erlenbach ZH

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ZH ist das Kürzel für den Kanton Zürich in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Erlenbachf zu vermeiden.
Erlenbach
Wappen von Erlenbach
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Zürich Zürich (ZH)
Bezirk: Meilen
BFS-Nr.: 0151i1f3f4
Postleitzahl: 8703
Koordinaten: 687258 / 239957Koordinaten: 47° 18′ 17″ N, 8° 35′ 33″ O; CH1903: 687258 / 239957
Höhe: 412 m ü. M.
Höhenbereich: 406–704 m ü. M.[1]
Fläche: 2,89 km²[2]
Einwohner: 5606 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 1940 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
23,5 % (31. Dezember 2020)[4]
Gemeindepräsident: Philippe Zehnder (parteilos)
Website: www.erlenbach.ch
Ansicht vom Zürichsee

Ansicht vom Zürichsee

Lage der Gemeinde
UfenauLützelauZürichseeGreifenseeLützelseeSchübelweiherRumenseeKanton SchwyzKanton St. GallenKanton ZugBezirk AffolternBezirk HinwilBezirk HorgenBezirk UsterBezirk ZürichErlenbach ZHHerrlibergHombrechtikonKüsnacht ZHMännedorfMeilenOetwil am SeeStäfaUetikon am SeeZollikonZumikonKarte von Erlenbach
Über dieses Bild
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Erlenbach 1919, Aufnahme von Walter Mittelholzer

Erlenbach, auch Erlenbach am Zürichsee genannt, ist eine politische Gemeinde und ein Dorf in der Schweiz. Die Gemeinde liegt am unteren rechten Zürichseeufer an der «Goldküste» im Bezirk Meilen im Kanton Zürich. Ihr Mundartname: Eerlibach.[5]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fläche: 288,7 ha, davon 43,1 % Siedlungen, 24,2 % Landwirtschaft, 22,6 % Wald, 9,7 % Verkehr und 1,1 % Gewässer. Die Nachbargemeinden sind Küsnacht im Norden und Herrliberg im Süden.

Erlenbach-Winkel ist ein prähistorischer Siedlungsplatz am Zürichsee auf dem Gebiet der Gemeinde Erlenbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dendrochronologische Untersuchungen nach Tauchgängen 1966–1998 und archäologische Ausgrabungen 1977–1978 in Erlenbach-Winkel wiesen Siedlungsphasen der Pfyner Kultur (2766 v. Chr.) und der Schnurkeramik in der prähistorischen Erlenbacher Ufersiedlung nach und ermöglichten eine Teilrekonstruktion der neolithischen Seeufersiedlung im Winkel[6].

Anlässlich eines Gütertauschs zwischen dem Grafen von Lenzburg und dem Kloster Einsiedeln wurde «Erlibach» im Jahre 981 laut dem Glarner Historiker und Politiker Aegidius Tschudi erstmals schriftlich erwähnt.[7]

Im Zusammenhang mit dem alten Zürichkrieg kam es auch in Erlenbach zu Kampfhandlungen: 1444 fand das Erste Gefecht bei Erlenbach, 1445 das Zweite Gefecht bei Erlenbach statt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Blau ein silbernes Stabkreuz.

Das Gemeindewappen zeigt ein Stabkreuz, das in seiner ursprünglichen Form dem Wappen der Johanniter entnommen wurde. Es stammt von 1597 und verweist auf die Abgabepflichten der Erlenbacher gegenüber dem Johanniterhaus Küsnacht, die bis 1703 andauerten. Im Original von 1597 besteht das Wappen aus einem facettierten Tatzenkreuz auf schwarzem Grund.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1400 1764 1850 1900 1910 1950 1970 1990 2000 2010
Einwohner 200 683 978 1207 1510 3448 4523 4377 4609 5247
  • Ausländeranteil: 16,0 %.
  • Religion: 45,4 % reformiert, 28,9 % römisch-katholisch.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stimmenanteile der Kantonsratswahlen 2011:[8]

  • SVP: 28,48 %
  • FDP: 28,18 %
  • glp: 12,64 %
  • SP: 12,49 %
  • Grüne: 8,08 %
  • CVP: 5,81 %
  • EVP: 1,44 %
  • BDP: 1,37 %

Der Gemeindepräsident ist Philippe Zehnder (parteilos).[9]

Mitglieder des Erlenbacher Gemeinderats (2018–2022)[9]
Name Amtsantritt Funktion Partei
Philippe Zehnder Gemeindepräsident und Sicherheit, Verkehr, Gesundheit parteilos
Martin Dippon Hochbau-, Tiefbau-, Planungsvorstand FDP
Tabea Giger Schulpräsidentin und Bildungsvorständin parteilos
Ludwig Näf Liegenschaftenvorstand FDP
Huyen Phan Sturm Finanzvorständin GLP
Susanne Rieder Umwelt-, Versorgungs- und Entsorgungsvorständin GLP
Maya Suter Gesellschaftsvorständin (Soziales, Kultur, Freizeit & Sport, Jugend & Alter) parteilos

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Erlenbach gibt es zwei Kirchen:

  • Die reformierte Kirche Erlenbach steht am Seeufer. Sie wurde in den Jahren 1888 bis 1891 nach Plänen des Architekten Friedrich Wehrli im neugotischen Stil erbaut.
  • Die katholische Kirche St. Agnes steht gegenüber der reformierten Kirche und wurde 1974 bis 1975 erbaut. An ihrer Fassade hängt eine Plastik des Künstlers Silvio Mattioli.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FC Blau-Weiss Erlenbach ist ein Fussballverein aus Erlenbach. Der Verein spielt zurzeit in der 5. Liga der Schweizerischen Fussballmeisterschaft. Die Heimspiele werden auf dem Sonnenfeld ausgetragen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Erlenbach ZH – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Heinz Gallmann: Zürichdeutsches Wörterbuch. 1. Auflage. Neue Zürcher Zeitung, Zürich 2009, ISBN 978-3-03823-555-2, S. 668.
  6. Thomas Oertle, Christian Tobler: Erlenbach-Winkel: Neolithische Seeufersiedlung, Grabung 1977/78. Hrsg.: Baudirektion des Kantons Zürich, Kantonsarchäologie. Nr. 17. Fotorotar AG, Zürich und Egg ZH 2004, ISBN 3-905681-08-0, S. 18.
  7. Geschichte der Gemeinde Erlenbach; abgerufen am 13. September 2022.
  8. Statistik.zh (Memento des Originals vom 20. Juli 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.statistik.zh.ch
  9. a b Gemeinderat. In: Gemeinde Erlenbach. Abgerufen am 27. November 2022.