Ermak

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für weitere Bedeutungen siehe Jermak.
Ermak
Die Ermak auf einer Aufnahme vor 1917
Die Ermak auf einer Aufnahme vor 1917
Schiffsdaten
Flagge RusslandRussland Russland
Schiffstyp Eisbrecher
Heimathafen Murmansk
Eigner kaiserliche russische Marine
Bauwerft Armstrong-Whitworth, Low Walker
Stapellauf 29. Oktober 1898
Indienststellung März 1899
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
97,5 m (Lüa)
Breite 21,8 m
Tiefgang max. 7,6 m
Verdrängung 8.730 t
Maschinenanlage
Maschine Verbunddampfmaschine
Maschinen-
leistung
9.390 PS (6.906 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
12,0 kn (22 km/h)
Propeller 3 × Festpropeller

Die russische Ermak (russisch Ермак, deutsche Transkription: Jermak, Registerversion bis 1945 Ermack) gilt als einer der ersten echten Eisbrecher.

Das Schiff wurde nach Plänen des Admirals Stepan Makarow von Armstrong-Whitworth in Newcastle upon Tyne gebaut und lief am 29. Oktober 1898 vom Stapel. Es wurde nach Jermak, dem russischen Entdecker, Kosaken-Ataman und Eroberer Sibiriens, benannt. Das Schiff wurde im März 1899 in Dienst gestellt.

Bereits auf seiner Jungfernfahrt erreichte das Schiff 1899 unter dem Kommando von Michail Petrowitsch Wassiljew die Position 81° 21 'N und befuhr die Gewässer um Spitzbergen und Nowaja Semlja.

Während des Russisch-Japanischen Krieges begleitete die Ermak die Flotte von Konteradmiral Nikolai Nebogatow bis zum Erreichen der Ostsee.

Nach Beginn des Ersten Weltkriegs wurde der Eisbrecher der Baltischen Flotte zugewiesen. Am 31. März 1918 geriet die Ermak in ein kurzes Gefecht mit dem nunmehr finnischen Eisbrecher Tarmo, dessen Besatzung sich dem bürgerlichen, national-finnischen Lager während des finnischen Bürgerkriegs angeschlossen hatte. Dieser Zwischenfall gilt als erstes Gefecht der finnischen Kriegsmarine.

Zwischen 1920 und 1930 sicherte die Ermak den Schiffsverkehr in der Ostsee, dem Arktischen Ozean und dem Weißen Meer. Im Februar 1938 lief das Schiff zur Rettung der Forscher der Polarstation Nordpol-1 aus. Am 28. August 1938 gelang es der Ermak zu den im Packeis eingeschlossenen Schiffen Georgi Sedow, Sadko und Malygin vorzustoßen und sie aus den Packeis freizubrechen.

Nach einigen Einsätzen während des Zweiten Weltkriegs wurde die Ermak im Juni 1944 umgerüstet und erneut auf der Nordostpassage eingesetzt. Am 26. März 1949 wurde die Ermak anlässlich ihres 50-jährigen Dienstes mit dem Leninorden ausgezeichnet. 1964 wurde das Schiff schließlich außer Dienst gestellt.

Das Schiff ist Namensgeber für den Yermak Point, einer Landzunge im nördlichen antarktischen Viktorialand.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ermak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien