Ermera (Verwaltungsamt)

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Verwaltungsamt Ermera
Ermera (Verwaltungsamt) (Osttimor)
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Reisfelder am Gleno, nahe dem Ort Ermera
Verwaltungssitz Gleno
Fläche 91,47 km²[1]
Einwohnerzahl 36.105 (2015)[1]
Sucos Einwohner (2015)[1]
Estado 3.022
Humboe 2.305
Lauala 3.150
Leguimea 2.828
Mertuto 1.973
Poetete 8.828
Ponilala 3.372
Raimerhei 2.244
Riheu 2.039
Talimoro 6.344
Übersichtskarte

Verwaltungsgliederung von Ermera

Lage der Gemeinde Ermera

Ermera ist ein osttimoresisches Verwaltungsamt (portugiesisch Posto Administrativo) in der Gemeinde Ermera.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Ermera liegt im Zentrum des Verwaltungsamts

Bis 2014 wurden die Verwaltungsämter noch als Subdistrikte bezeichnet. Vor der Gebietsreform 2015 hatte Ermera eine Fläche von 93,68 km².[2] Nun sind es 91,47 km².[1]

Das Verwaltungsamt Ermera liegt im Nordosten der gleichnamigen Gemeinde. Nordöstlich liegt das Verwaltungsamt Railaco, westlich das Verwaltungsamt Hatulia und südlich das Verwaltungsamt Letefoho. Im Nordwesten grenzt Ermera an die zur Gemeinde Liquiçá gehörenden Verwaltungsämter Liquiçá und Bazartete und im Osten an das zur Gemeinde Aileu gehörenden Verwaltungsamt Aileu. Ermera teilt sich in zehn Sucos: Estado, Humboe, Lauala, Leguimea (Liguimea), Mertuto (Mertutu, Mirtutu, Mertuti), Poetete, Ponilala, Raimerhei, Riheu (Rihiu) und Talimoro. Im Verwaltungsamt liegen sowohl die ehemalige Gemeindehauptstadt Ermera (Suco Poetete), als auch die heutige Hauptstadt und Sitz des Verwaltungsamts Gleno (Suco Riheu).[3]

Durch das Verwaltungsamt fließt der Gleno, ein Nebenfluss des Lóis.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Durchschnittstemperatur beträgt über das Jahr 22,2 °C, die höchste Monatsdurchschnittstemperatur 26,8 °C und die niedrigste 17,6 °C. Gerade nachts kann es unangenehm kühl werden.[4]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mann in traditioneller Kleidung in Ermera

Im Verwaltungsamt leben insgesamt 36.105 Menschen (2015), davon sind 18.166 Männer und 17.939 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 394,7 Einwohner/km².[1] Die Sucos Riheu und Talimoro gelten als urban. Früher war Poetete statt Talimoro der urbane Sektor. Die größte Sprachgruppe bilden die Sprecher der Amtssprache Tetum (meist des Dialekts Tetum Prasa), aber auch die Nationalsprache Mambai ist weit verbreitet. Der Altersdurchschnitt beträgt 17,0 Jahre (2010,[2] 2004: 16,6 Jahre[6]).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche von Ermera nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg (Okt. 1945) und nach dem Wiederaufbau (Jun. 1970)

Das Reich von Ermera (auch Hermera) beteiligte sich im 18. Jahrhundert bei der Cailaco-Rebellion gegen die Portugiesen.

Am 1. September 1975 kam es im Verlauf des Bürgerkrieges zwischen UDT und FRETILIN in Aifu (Suco Poetete) zu Gefechten und Hinrichtungen. An das Massaker von Klaek Reman und Aifu und die Opfer der Kämpfe erinnert seit 2016 ein Denkmal.[7][8]

Anfang 1976 erreichten die indonesischen Invasionstruppen Ermera. Ein Teil der Bevölkerung floh aus Angst in die Berge. Nach der Eroberung von Samara (Verwaltungsamt Hatulia) am 24. April wurden 500 seiner Einwohner im Ort Ermera interniert, wo sie aufgrund der fehlenden Nahrungsmittelversorgung an Hunger litten. Weitere Internierungslager für Zivilisten, sogenannte Transit Camps, gab es im damaligen Subdistrikt Ende 1979 in Borohei (Suco Humboe), Mangero (Suco Riheu), Hotklokat (Suco Lauala) und Falimanu.[9]

Anfang 1979 wurden etwa hundert Männer aus der bisherigen Distriktshauptstadt Ermera und dem Suco Ponilala von der indonesischen Besatzungsmacht an den Ort gebracht, wo heute die Stadt Gleno steht. Das indonesische Militär zwang die Männer das bisher unbewohnte Gebiet zu roden und von der Vegetation zu befreien, damit hier die neue Stadt gebaut werden konnte. Erfüllten die Zwangsarbeiter ihr Tagespensum nicht, wurden sie zur Bestrafung gefoltert. Drei Männer, die zu krank zum arbeiten waren, wurden von den Soldaten umgebracht. Da man in der Zeit keine Gärten anlegen konnte, erfolgte die Versorgung mit Nahrungsmitteln durch das Militär. Als die Arbeiten an der neuen Distriktshauptstadt Gleno 1983 beendet waren, stellte das Militär die Versorgung ein. Die Familien der Zwangsarbeiter wurde nun ebenfalls nach Gleno zwangsumgesiedelt. Weil immer noch keine Gärten zur Grundversorgung angelegt worden waren, kam es zu Todesfällen durch Verhungern. Erst ab 1985 durften sich die Bewohner Glenos frei bewegen.[9]

In Mertuto versteckte sich 1997 der FALINTIL-Kommandant Nino Konis Santana in einem Bunker unter einem Haus vor der indonesischen Armee. Ein fünfjähriger Junge namens Kercoli versorgte ihn in dieser Zeit mit Wasser und Essen. Die High School in Gleno ist daher nach Santana benannt.

Am 10. April brannten indonesische Soldaten gemeinsam mit Darah Merah-Milizionären dutzende Häuser im Ort Ermera nieder.[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchturm von Ermera

Der Administrator des Verwaltungsamts wird von der Zentralregierung in Dili ernannt. 2015 war dies Simão F. Piedade.[10]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region um Ermera gilt als die Hauptregion Osttimors für den Kaffeeanbau. 59 % der Haushalte des Verwaltungsamtes bauen Kaffee an.[11] In Estado liegt seit 2004 eine der größten kaffeeverarbeitenden Fabriken mit Nassaufbereitung von Kaffee. Eigentümer und Betreiber ist die Cooperativa Café Timor.

Gleno ist das Geschäftszentrum der Gemeinde. Hier plant man auch den Aufbau einer Fischzucht. 61 % der Haushalte in Ermera bauen Maniok an, 56 % Mais, 46 % Gemüse, 26 % Kokosnüsse und 9 % Reis.[11] Aufgrund des dominierenden Kaffeeanbaus müssen Nahrungsmittel aus benachbarten Regionen importiert werden.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ermera – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. a b Direcção Nacional de Estatística: 2010 Census Wall Chart (English) (Memento des Originals vom 12. August 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (PDF; 2,5 MB)
  3. Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  4. Asian Development Bank: TIM: District Capitals Water Supply Project – Rehabilitation of Lake Lehumo, September 2011, abgerufen am 23. Februar 2014.
  5. a b c Seeds of Life
  6. Direcção Nacional de Estatística: Census of Population and Housing Atlas 2004 (Memento vom 13. November 2012 im Internet Archive) (PDF; 14 MB)
  7. Regierung Osttimors: Government builds Reconciliation Monument of Aifu’s massacre, 8. April 2016, abgerufen am 20. Juni 2017.
  8. „Chapter 7.2 Unlawful Killings and Enforced Disappearances“ (PDF; 2,5 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  9. a b c CAVR Chega Files: Part 7.3: Forced Displacement and Famine (Memento des Originals vom 28. November 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cavr-timorleste.org (PDF; 1,3 MB)
  10. Ministério da Administração Estatal: Administração Municipal (Memento des Originals vom 1. Juni 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.estatal.gov.tl
  11. a b Direcção Nacional de Estatística: Suco Report Volume 4 (englisch) (Memento des Originals vom 9. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (PDF; 9,8 MB)

Koordinaten: 8° 45′ S, 125° 24′ O