Ermlitz

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Ermlitz
Gemeinde Schkopau
Koordinaten: 51° 23′ 30″ N, 12° 9′ 37″ O
Höhe: 107 m
Einwohner: 1592 (2007)
Eingemeindung: 1. August 2004
Postleitzahl: 06258
Vorwahl: 034204
Burgliebenau Wallendorf Döllnitz Ermlitz Hohenweiden Knapendorf Korbetha Lochau Luppenau Raßnitz Röglitz SchkopauKarte
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Lage von Ermlitz in Schkopau

Ermlitz ist ein Ortsteil der Gemeinde Schkopau im Saalekreis (Sachsen-Anhalt). Ermlitz zugeordnet sind die Orte Oberthau und Rübsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrenhaus

Ermlitz liegt östlich des Hauptortes Schkopau an der Landstraße 170, nördlich des Flusses Weiße Elster. Die Ortschaft liegt westlich der sächsischen Stadt Schkeuditz (Landkreis Nordsachsen). Zwischen Ermlitz und Schkeuditz verläuft die BAB 9. Südlich von Rübsen vereinigen sich die breitere Neue Luppe im künstlichen Flussbett und die schmalere Weiße Elster im natürlichen Flussbett zur Weißen Elster im künstlichen Flussbett.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Orte Ermlitz, Oberthau und Rübsen sind folgende Ersterwähnungsdaten bekannt: Oberthau: 1264, Rübsen: 1267 und Ermlitz: 1428. Die drei Orte gehörten bis 1815 zum hochstiftlich-merseburgischen Amt Schkeuditz, das seit 1561 unter kursächsischer Hoheit stand und zwischen 1656/57 und 1738 zum Sekundogenitur-Fürstentum Sachsen-Merseburg gehörte.[1]

Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses wurden die Orte Ermlitz, Oberthau und Rübsen mit dem Westteil des Amts Schkeuditz im Jahr 1815 an Preußen abgetreten. Bei der politischen Neuordnung Preußens wurden sie 1816 dem Kreis Merseburg[2] im Regierungsbezirk Merseburg der Provinz Sachsen zugeteilt, zu dem sie bis 1952 gehörten. Am 1. Juli 1950 wurde Oberthau nach Ermlitz eingemeindet, Rübsen gehörte in dieser Zeit bereits zu Ermlitz.[3]

Bei der Kreisreform in der DDR wurde Ermlitz im Jahr 1952 dem Kreis Merseburg im Bezirk Halle zugeteilt, der 1994 im Landkreis Merseburg-Querfurt und 2007 zum Saalekreis kam. Aufgrund des schlagartig sinkenden Bedarfs an Braunkohle, welcher mit der Deutschen Wiedervereinigung 1989/90 einherging, blieb Ermlitz die 1997 geplante Umsiedlung durch Aufschließung eines Braunkohletagebaus erspart. Am 1. August 2004 wurde Ermlitz mit acht weiteren Gemeinden zur Einheitsgemeinde Schkopau vereinigt.

Ortschaftsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortschaftsrat besteht aus sieben Mitgliedern. Aus seiner Mitte wurde am 2. Juli 2009 der Ortsbürgermeister Patrick Wanzek (SPD) gewählt. Das Bürgerbüro befindet sich in der Pestalozzistraße 23.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Barock-Herrenhaus des Rittergutes Ermlitz wurde um 1700 unter Carl Ludwig von Bose erbaut.[4] 1771 wurde es verkauft an den Leipziger Bürgermeister Heinrich Friedrich Innocentius Apel. Sein Sohn August Apel verfasste die Novelle Der Freischütz, die dem Librettisten den Stoff für die gleichnamige Oper seines Freundes Carl Maria von Weber lieferte. Am apelschen Hammerflügel, der heute noch im Musiksalon des Herrenhauses steht, komponierte Weber die Ouvertüre zu seiner Oper. Augusts Sohn Theodor Apel war ebenfalls Schriftsteller, dieser war mit Richard Wagner befreundet, der mehrmals in Ermlitz weilte. 1945 wurde die Familie Apel enteignet und das Gutshaus in ein Kinderheim umgewandelt. Nach 1990 erwarb die Familie das Haus zurück. Dessen größter Schatz sind die in Gouache-Technik bemalten Leinwandtapeten, die - teils ausgelagert, teils überdeckt - inzwischen in der hauseigenen Werkstatt restauriert werden konnten. Mit Konzerten wird an die musikalische Vergangenheit des Gutes angeknüpft.
Die Dorfkirche Ermlitz
  • Die Dorfkirche in Ermlitz ist eine spätromanische Saalkirche. Der verputzte Bruchsteinbau beinhaltet einen Rechtecksaal mit einer Spiegeldecke mit linearen Strukturen. Der quadratischen Chorturm besitzt ein Satteldach und das Kirchenschiff ein Walmdach. Im 18. Jahrhundert wurde der Innenraum barockisiert.[5]
  • Von der Kirche in Oberthau ist nur noch eine Ruine übrig.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ermlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas, Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0;S. 84 f.
  2. Der Landkreis Merseburg im Gemeindeverzeichnis 1900
  3. Ermlitz und seine Ortsteile auf gov.genealogy.net
  4. Rittergut Ermlitz
  5. Ev. Kirche Ermlitz. Abgerufen am 4. November 2016.