Ernest J. King

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Flottenadmiral Ernest J. King
King bei der Atlantikkonferenz von 1941 auf der HMS Prince of Wales; vorne Roosevelt und Churchill, dahinter von links: King, Generale Marshall und Dill, Admirale Stark und Pound

Ernest Joseph King (* 23. November 1878 in Lorain, Ohio; † 25. Juni 1956 in Portsmouth, New Hampshire) war einer der bedeutendsten Admirale der US Navy im Rang eines Fleet Admirals während des Zweiten Weltkriegs.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

King war der Sohn von James Clydesdale King und Elizabeth Keam King. Er war verheiratet und hatte sieben Kinder.[1]

King war Mitglied der Freimaurer in der George C. Whiting Lodge, No. 22.[2]

Nach dem Ruhestand lebte King in Washington, D.C. Aktiv war er dann von 1946 bis 1949 als Präsident der Naval Historical Foundation.

Militärische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1897 bis 1901 studierte er an der United States Naval Academy und nahm in dieser Zeit als Kadett auf dem Kreuzer USS San Francisco am Spanisch-Amerikanischen Krieg teil. Er begann seine Offizierslaufbahn als Leutnant auf dem Kanonenboot Eagle und diente später auf verschiedenen Schlachtschiffen und Kreuzern. Daneben arbeitete er ab 1906 als Ausbilder an der Naval Academy. 1913 wurde er Lieutenant Commander (Korvettenkapitän). 1914 bekam er mit dem Zerstörer USS Terry sein erstes Schiffskommando. 1916 nahm ihn der Oberbefehlshaber der Atlantikflotte, Admiral Henry Thomas Mayo, in seinen Stab auf, dem er während des Ersten Weltkriegs angehörte. 1917 wurde er zum Commander (Fregattenkapitän) und 1918 zum Captain (Kapitän zur See) befördert.

Nach dem Kriegsende übernahm King zunächst eine Position als Leiter der Naval Postgraduate School, bevor er 1922 zur U-Boot-Waffe wechselte, wo er zeitweilig eine U-Boot-Division führte. 1923 übernahm er das Kommando über den U-Boot-Stützpunkt in New London, Connecticut. 1926 wechselte er auf Einladung von William A. Moffett zur noch jungen Marinefliegerei, wo er das Kommando über den Seeflugzeugtender USS Wright erhielt und im Folgejahr auch selbst Flugunterricht nahm. 1928 wurde er stellvertretender Leiter des Bureau of Aeronautics und im Folgejahr Kommandant der Naval Air Station Norfolk, Virginia.

Der große Flugzeugträger USS Lexington unterstand ab 1930 seinem Kommando. Nach seiner Beförderung zum Rear-Admiral (Konteradmiral) wurde er 1933 Leiter des Bureau of Aeronautics. King befehligte Ende der 1930er-Jahre die komplette Flotte der Flugzeugträger der USA. 1938 wurde er Vizeadmiral.

Im Februar 1941 erhielt King bei gleichzeitiger Beförderung zum Admiral das Oberkommando über die neuformierte Atlantikflotte, die er vor dem Kriegseintritt der USA durch eine Zeit voller eskalierender Spannungen führte.

Nach dem Angriff auf Pearl Harbor 1941 wurde er nach Washington, D. C. zurückbeordert, wo er am 30. Dezember zum Oberbefehlshaber der United States Fleet (COMINCH) ernannt wurde. Im März 1942 übernahm er zusätzlich als Nachfolger von Harold R. Stark den Posten des Chief of Naval Operations (CNO). King war maßgeblich an vielen Operationen im Pazifikkrieg und auf dem europäischen Kriegsschauplatz beteiligt.

Fleet Admiral

Im Dezember 1944 wurde King in den neu eingeführten Rang eines Fleet Admirals of the United States Navy befördert. Nach dem Kriegsende ging King in den Ruhestand und Fleetadmiral Chester W. Nimitz übernahm sein Kommando. 1950 wurde er als Berater im Marineministerium reaktiviert.

Zahlreiche seiner Untergebenen beschrieben seinen Führungsstil als cholerisch. King quartierte sich während der gesamten Kriegszeit in der Yacht Dauntless ein, um immer auf Posten zu sein.

Er starb nach langer Krankheit 1956 im Marinekrankenhaus Portsmouth in New Hampshire. Begraben wurde er auf dem Marinefriedhof der United States Naval Academy in Annapolis, Maryland.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

USA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Naval Aviator
  • Navy Cross
  • Navy Distinguished Service Medal
  • Spanish Campaign Medal
  • Sampson Medal
  • Mexican Service Medal
  • World War I Victory Medal
  • American Defense Service Medal
  • American Campaign Medal
  • World War II Victory Medal
  • National Defense Service Medal

Andere Nationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grand Cross of the National Order of the Légion d'honneur (Frankreich) 1945
  • Croix de guerre 1939–1945
  • PAN Order of Vasco Nunez de Balboa - Commander BAR.png Commander of the Order of Vasco Nunez de Balboa (Panama) 1929
  • Officer of the Order of the Crown of Italy 1933
  • Knight of the Grand Cross of the Military Order of Italy 1948
  • Order of Merit, Grande Official (Brasilien) 1943
  • Order of Naval Merit (Kuba) 1943
  • Estrella Abdon Calderon (Ecuador) 1943
  • Knight Grand Cross of the Order of the Bath (Vereinigtes Königreich) 1945
  • Order of the Sacred Tripod (China) 1945
  • Grand Cross of the Order of George I (Griechenland) 1946
  • Grand Officer of the Order of the Crown (1948)
  • Croix de guerre (Belgien)
  • Orden von Oranien-Nassau

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. David Kennedy : Freedom from Fear - The American People in Depression and War, Oxford, 1999, S. 544f
  2. Wisdom Lodge List of Famous Freemasons. Wisdom Lodge #202 Pasadena, CA. Abgerufen am 20. Mai 2013.