Ernestiner

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Landgraf Ernst von Thüringen, Kurfürst von Sachsen (1441–1486), Begründer der ernestinischen Linie
Kurfürst Friedrich der Weise (1463–1525), Schutzherr Martin Luthers

Die Ernestiner sind eine Linie des deutschen Fürstengeschlechts der Wettiner. Der Name leitet sich vom Stammvater der Linie Kurfürst Ernst von Sachsen her.

Die Entstehung der ernestinischen Linie der Wettiner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst und Albrecht von Sachsen, die beiden Söhne des Kurfürsten Friedrich II. (1412–1464) regierten ihr väterliches Erbe zunächst lange gemeinsam, wobei Ernst als der Ältere die Kurfürstenwürde besaß. 1485 nahmen die beiden Brüder die Teilung ihrer Länder vor (Leipziger Teilung). Albrecht und seine Nachkommen erhielten ein eigenes Territorium mit Dresden als Zentrum, das sie von nun an als Herzöge von Sachsen regierten.

Während der ernestinische Kurfürst Friedrich der Weise die Reformation unterstützte, versuchte der albertinische Herzog Georg der Bärtige diese in seinem Gebiet zu verhindern. Erst sein Bruder Heinrich der Fromme (1539–1541), welcher Georg als Herzog nachfolgte, führte die Reformation auch im albertinischen Sachsen ein.

Der Verlust der Kurwürde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obgleich auch der Albertiner Moritz von Sachsen Protestant war, stellte er sich 1546 auf die Seite Kaiser Karls V. gegen die evangelischen Fürsten des Schmalkaldischen Bundes unter Führung seines ernestinischen Vetters Johann Friedrich. Nach der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg erhielt Moritz vom Kaiser 1547 die Kurwürde und große Teile der ernestinischen Länder als Belohnung für seine Dienste. Seitdem waren die Albertiner die führende Linie des Gesamthauses Wettin. Durch den Verlust der Kurwürde und ständige Erbteilungen (und damit verbundene Zersplitterung ihres Besitzes) büßte die Ernestinische Linie seit der Mitte des 17. Jahrhunderts dauerhaft ihre machtpolitische Bedeutung im Reich ein.

Ernestinische Häuser und Nebenlinien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sachsen-Altenburg
  2. Sachsen-Coburg
  3. Sachsen-Coburg und Gotha
  4. Sachsen-Gotha
  5. Sachsen-Eisenach
  6. Sachsen-Hildburghausen
  7. Sachsen-Meiningen
  8. Sachsen-Weimar

Wettiner Linien und Fürstentümer 1485–1918 (Grafik)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick über die einzelnen durch Erbteilungen entstandenen Linien und Fürstentümer der Wettiner, seit der Bildung der Ernestiner und Albertiner Linien in der Leipziger Teilung 1485, sowie deren Vererbungen bei ihrem jeweiligen Aussterben. (zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken!)

Zweige der Ernestiner und Albertiner Linien seit 1485

Sachsen-Coburg und Gotha[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine relativ junge Nebenlinie, die das Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha regierte, erlangte im 19. Jahrhundert durch ihre Heiratspolitik internationale Bedeutung, als Mitglieder des Hauses gleich auf eine Reihe europäischer Throne gelangten. Heute regieren Mitglieder des Hauses noch in Belgien und Großbritannien, dort allerdings seit 1917 unter dem Namen Haus Windsor.

Thüringer Landesausstellung 2016: Die Ernestiner. Eine Dynastie prägt Europa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Thüringer Landesausstellung 2016 widmete sich der Familie der Ernestiner. Die Stiftung Schloss Friedenstein und die Klassik Stiftung Weimar zeigten vom 24. April bis 28. August 2016 gemeinsam „Die Ernestiner. Eine Dynastie prägt Europa“. Die Ausstellung fand in zwei Städten an insgesamt vier Standorten statt: in Weimar im Neuen Museum und im Stadtschloss, in Gotha im Schloss Friedenstein und im Herzoglichen Museum. Die Herrscherfamilie der Ernestiner wurde dabei auf insgesamt 4.000 m² Ausstellungsfläche in ihren einstigen Residenzstädten als das protestantische Fürstenhaus präsentiert, das die Geschicke seiner Lande zwischen Reformation und dem Ende der Monarchie lenkte und nachhaltig beeinflusste.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Hübners ... Drey hundert und drey und dreyßig Genealogische Tabellen, Tab. 158
  • Werner Greiling, Gerhard Müller, Uwe Schirmer und Helmut G. Walther (Hrsg.): Die Ernestiner. Politik, Kultur und gesellschaftlicher Wandel. Reihe: Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Thüringen, Bd. 50. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar 2016. ISBN 978-3-412-50402-1.
  • Friedegung Freitag und Karin Kolb (Hrsg.): Die Ernestiner. Eine Dynastie prägt Europa. Sandstein Verlag, Dresden 2016. ISBN 978-3-95498-215-8.
  • Siegrid Westphal, Hans-Werner Hahn und Georg Schmidt (Hrsg.): Die Welt der Ernestiner. Ein Lesebuch. Böhlau Verlag, Wien/Köln/Weimar 2016. ISBN 978-3-412-50522-6.
  • Franziska Bomski, Hellmut Th. Seemann und Thorsten Valk (Hrsg.): Mens et Manus. Kunst und Wissenschaft an den Höfen der Ernestiner. Reihe: Jahrbuch der Klassik Stiftung Weimar, Jahrgang 2016. Wallstein Verlag, Göttingen 2016. ISBN 978-3-8353-1819-9.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]