Ernst-Barlach-Haus

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Ernst-Barlach-Haus, im Juni 2006

Das Ernst-Barlach-Haus - Stiftung Hermann F. Reemtsma ist ein im Hamburger Jenischpark gelegenes Kunstmuseum, das dem expressionistischen Künstler Ernst Barlach und seinen Werken gewidmet ist und daneben auch wechselnde Ausstellungen präsentiert. Stifter des Hauses ist der Industrielle Hermann F. Reemtsma.

Entstehung des Museums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünge der Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skulptur von Ernst Barlach: Der Asket
Skulptur von Ernst Barlach: Fries der Lauschenden

Reemtsma besuchte 1934 unter Vermittlung Hugo Körtzingers den vielseitig begabten Zeichner, Grafiker, Bildhauer und dramatischen Autoren Ernst Barlach in dessen Atelierräumen in Güstrow.[1] Er begann danach, eine Sammlung mit dessen Werken aufzubauen und verstand es, diese vor den Folgen der Klassifizierung als Entartete Kunst durch das NS-Regime zu bewahren: Barlachs Ehrenmale in der Kieler Heiliggeistkirche und im Güstrower Dom waren 1937 zersägt und eingeschmolzen und 381 seiner Werke einschließlich Grafiken beschlagnahmt worden, Barlach selbst erhielt ein Ausstellungs- und Arbeitsverbot. In den 1950er Jahren gründete Reemtsma die nach ihm benannte Kunststiftung, um die Werke bewahrt zu wissen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Reemtsma begann seine Sammlung mit der Nussholz-Skulptur von 1925 Der Asket und erteilte Barlach den Auftrag, den Fries der Lauschenden zu vollenden. Im Todesjahr von Barlach, im Jahr 1938, hatte Reemtsma 20 Skulpturen und rund 100 Zeichnungen erworben.[2]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurz vor seinem Tod im Jahr 1961 gab Reemtsma den Auftrag zur Errichtung des Ernst-Barlach-Hauses als Ausstellungsort für Barlachs Werke. Der flache funktionalistische Museumsbau wurde ab 1961 von dem Hamburger Architekten Werner Kallmorgen errichtet, 1962 nach dem Tod des Stifters fertiggestellt und im Oktober 1962 eröffnet. Die hellen Ausstellungsräume sind um einen Innenhof gruppiert, in dem Barlachs Bronzeskulpturen aufgestellt sind.[1] Erster Kurator war Hugo Sieker. Im Jahr 1995/1996 wurde der Bau um einen weiteren Ausstellungsraum für die Präsentation von Wechselausstellungen erweitert und der Innenhof mit einem gewölbten Glasdach geschlossen.[2][3] Die Hermann Reemtsma Stiftung leistet einen jährlichen Betriebskostenzuschuss für das Museum.[4]

Die Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum verfügt über 140 plastische Werke, darunter 30 Holzskulpturen sowie 400 Zeichnungen und einen nahezu vollständigen Bestand der druckgraphischen Blätter.[5] Erwähnenswert ist auch die angeschlossene Bibliothek mit Literatur über Ernst Barlach und seine Zeit.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wechselausstellungen werden sowohl in eigenen Räumen als auch in den Räumen der Sammlung Barlach präsentiert.

  • 2007: Buddha und Barlach - Fotografien von Kobin Yukawa und Der Bildhauer Ernst Barlach
  • 2007/2008: Ein Pionier aus Portugal - Amadeo de Souza-Cardoso (1887–1918). Werke aus der Sammlung der Fundação Calouste Gulbenkian
  • 2008: Erlebnis Farbe! - Aquarelle aus dem Brücke-Museum Berlin
  • 2008: Mariella Mosler - Volapük
  • 2008/2009: Wiederentdeckt: Walter Gramatté (1897–1929)
  • 2009: Michael Buthe - Der Engel und sein Schatten
  • 2009: Hans Arp - Figurinen - Werke aus der Fondazione Marguerite Arp, Locarno
  • 2009/2010: Unter unerforschlichen Meteoren - Ludwig Meidner - Ernst Barlach
  • 2010: Zwischentöne - Otto Meyer-Amden wird 125 - Werke aus Schweizer Sammlungen
  • 2010: Picasso. Der Stier und das Mädchen. - Meisterblätter aus der Sammlung Hegewisch.
  • 2010/2011: Peter Rösel - Tizian, Rembrandt, Leonardo Spezial Automatic
  • 2011: Karl Schmidt-Rottluff - Unbekannte Blätter aus einer Privatsammlung
  • 2011: Helmut Kolle (1899–1931) - Ein Deutscher in Paris
  • 2011/2012: Georg Winter - Heftiger Niederschlag, knapp daneben
  • 2011/2012: Alma del Banco - Elbe, Alster, Mittelmeer
  • 2012: Emil Nolde - Puppen, Masken und Idole
  • 2012: Tony Cragg - Against the grain
  • 2012/2013: Farben sind Feste für die Augen - Emil Schumacher zum 100.
  • 2013: Gebaute Bilder. - Werke aus der Sammlung Hupertz; Katalog.
  • 2013: Conrad Felixmüller - Zwischen Kunst und Politik; Katalog.
  • 2014: Hans Josephsohn - Die Sache muss leben
  • 2017: Karl Ballmer - Kopf und Herz

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Der ZEIT-Museumsführer Nr. 152: Das Ernst Barlach Haus in Hamburg auf zeit.de; abgerufen am 28. September 2015.
  2. a b Ernst Barlach Haus (Hrsg.): Ein Haus für Ernst Barlach. Faltblatt, Hamburg, ca. 2013.
  3. Beschreibung auf der Webseite des Jenischparks; abgerufen am 29. September 2015.
  4. Infos auf der Webseite der H. Reemtsma Stiftung; abgerufen am 29. September 2015.
  5. Offizielle Webseite des Ernst-Barlach-Hauses: Sammlung

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst-Barlach-Haus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 53° 33′ 13″ N, 9° 52′ 3″ O