Ernst Brinkmann KG

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Offizielles Firmen-Logo (1992)
Hauptgeschäft in der Spitalerstraße nach der Schließung (2002)
Typische Quittung für ein Transistorradio (1998)
Haupteingang von Brinkmann in der Spitalerstraße (November 1992)
Nebeneingang von Brinkmann in der Spitalerstraße (November 1992)

Die Ernst Brinkmann KG war der Betreiber einer deutschlandweiten Kette mit mehr als vierzig Technikkaufhäusern und über 4000 Beschäftigten.[1] Im Jahr 2001 meldete das Unternehmen Insolvenz an.

Geschichte, Mitarbeiter und Standorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung des Unternehmens erfolgte 1929 in Harburg durch Ernst Brinkmann, einen Werkzeughändler. Im Ladengeschäft an der Wilstorfer Straße und in der zwei Jahre später eröffneten Filiale in Kiel wurden Fahrräder, Elektroartikel und Radios verkauft. Nach der Ausbombung der beiden Läden wurde der Hauptsitz nach dem Krieg an die Spitalerstraße in Hamburg verlegt.

Hier entstand im Laufe der Jahre ein technisches Kaufhaus mit einem breiten Sortiment, das neben Elektrogeräten, Unterhaltungselektronik, optischen Geräten und Apparaten, PCs, deren Komponenten und Software, Spielwaren, Musikinstrumente auch Haushaltsgeräte und Porzellan umfasste.[2]

Brinkmann bot auch Artikel als Hausmarke an, so entsprach beispielsweise der Staubsauger „Brinkmann topline 1600 Watt“ dem Modell „EIO 80“.

Im Jahr 1986 übernahm Robert Meyer, der Enkel des Gründers, die Geschäftsführung. Er begann mit dem Aufbau weiterer Filialen, unter anderem des „HOT - House of Technic“, das schließlich mit vier Filialen zur Brinkmann-Gruppe gehörte. Eine weitere Tochter war das Lübecker „Kaufhaus Warter“. Ab 1992 wurde zusätzlich ein Versandhandel aufgebaut.[3]

Das Unternehmen hatte zuletzt Kaufhäuser in den Städten Hamburg, Hannover, Bremen und vielen weiteren nord- und ostdeutschen Städten. Ab Mitte der 1990er Jahre dehnte man sich auch auf das Gebiet der damaligen DDR aus und eröffnete eine Filiale in Wismar. Der südlichste Ableger wurde in Erfurt eröffnet.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur endgültigen Schließung 2002 hatte sich ein anachronistisches, mehrstufiges und für Brinkmann typisches Privatkundenverkaufsverfahren etabliert: Wollte man einen Artikel erstehen, wandte man sich an einen Verkäufer, dieser zog von der Ware einen Artikelaufkleber ab und klebte ihn auf die Seite eines gelben Quittungsblocks. Zusätzlich klebte er links daneben seinen Personalaufkleber, der zur Abrechnung der anteiligen Mitarbeiterprovision für jeden verkauften Artikel diente. Handschriftlich wurde nochmals die Ware bezeichnet. Mit diesem Beleg ging man zu einer der Kassen, die mit einem Kassenabdruck per Nadeldrucker den Kauf verifizierte. Danach ging man zur Warenausgabe, wo einem das Produkt überreicht und der Quittungsbeleg mit einem grünen, runden Stempel versehen wurde (siehe Foto mit einem Beispiel aus dem Jahr 1998).

Insolvenz und Abwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Jahr 2000 bestand die Gruppe aus 46 Einzelunternehmen mit 4.500 Beschäftigten, die bei einem Umsatz von 2 Milliarden DM einen Verlust von 30 Millionen DM erwirtschafteten.[4]

Das 1929 gegründete Unternehmen meldete 2001 Insolvenz an. Grund war, dass die Erträge der Firmengruppe negativ geworden waren und das Eigenkapital aufgezehrt hatten. Ein Sanierungskonzept, das die Hausbank Dresdner Bank mit den Lieferanten und Kreditversicherern erarbeitet hatte, scheiterte, weil nicht alle Eigentümer mit den anstehenden Kapitalerhöhungen einverstanden waren. [5]

Als letzte Filiale schloss 2002 das ehemalige Hamburger Stammhaus in der Spitalerstraße, das nach der Insolvenz von einigen Mitgliedern der Geschäftsführung übernommen und als „Brinkmann GmbH“ weitergeführt worden war. [6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst Brinkmann KG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. manager magazin online: Brinkmann - Die Geier warten schon vom 2. Februar 2001
  2. Private Seite eines ehemaligen Mitarbeiters abgerufen 6. Januar 2013
  3. Brinkmann - Aufbruch in aller Stille, Hamburger Abendblatt Nr. 234, S. 19 vom 7. Oktober 1994
  4. Artikel im Spiegel:Brinkmann-Pleite abgerufen 5. Januar 2013
  5. SPON: Brinkmann ist pleite vom 2. Februar 2001
  6. Hamburger Abendblatt: Neue Insolvenz bei Brinkmann vom 24. April 2002

Koordinaten: 53° 33′ 7″ N, 10° 0′ 8″ O