Ernst Förster (Maler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ernst Förster, Porträt von Carl Christian Vogel von Vogelstein (1856)

Ernst Joachim Förster (* 8. April 1800 in Münchengosserstädt an der Saale, heute Gemeinde Saaleplatte; † 29. April 1885 in München) war ein deutscher Maler, promovierter Kunsthistoriker, Kunstschriftsteller und Dichter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Förster, Sohn des Pfarrers und Kirchendichters Karl Christoph Förster und jüngerer Bruder des Historikers und Dichters Friedrich Christoph Förster, widmete sich theologischen und philosophischen Studien sowie der Malerei, zu welcher er endlich, namentlich durch Peter von Cornelius’ persönlichen Einfluss, hingezogen wurde. Während seines Studiums wurde er 1818 Mitglied der Urburschenschaft in Jena, 1818/1819 der Alten Prager Burschenschaft Teutonia, 1820 der Alten Berliner Burschenschaft Arminia und der Marburger Burschenschaft. Nachdem er 1822 in Dresden Studien nach Tizian und Holbein gemacht, trat er 1823 in München in die Schule von Cornelius, machte seine ersten Versuche in der Freskomalerei in der Glyptothek, arbeitete unter dessen Leitung vom Januar 1824 bis Herbst 1825 an Hermanns großem Freskobild der Theologie in der Bonner Aula und nahm später an der Ausschmückung der Hofgartenarkaden und an der Ausführung der Bilder im Königsbau in München teil.

Zu Peter von Cornelius veröffentlichte Förster eine Vielzahl von Büchern und Beiträgen. Eine Übersicht ist unter [1] zu finden.

Wirken als Kunsthistoriker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Förster, Porträt von Jean Paul (1826)

Ein Auftrag des Kronprinzen Maximilian von Bayern, in Italien Zeichnungen nach älteren Meistern anzufertigen, führte ihn zu kunstwissenschaftlichen Forschungen, die er als Beiträge zur neuern Kunstgeschichte herausgab, wofür ihm die Universität Tübingen den Doktortitel verlieh. Im Anschluss an die Biographie seines Schwiegervaters Jean Paul, welche er nach dem Tode des ersten Herausgebers fortsetzte, schrieb er weitere Werke zu Pauls Leben und Wirken.

Nach dem Tod des Herausgebers Ludwig von Schorn beteiligte er sich ab 1842 mit Franz Kugler in Berlin an der Redaktion des „Kunstblattes“ und führte die von Schorn begonnene Übersetzung von Vasaris Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister zu Ende.

Er schrieb eine Vielzahl von kunsthistorischen Werken, Biographien, Festreden und Reiseberichte. Diese wurden in mehreren Auflagen publiziert und sogar, wie z. B. das Handbuch für Reisende in Italien ins Französische, auch in andere Sprachen übersetzt. Für die Veröffentlichungen zeichnete und kolorierte er z. T. Bilder persönlich.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke zu Jean Paul Richter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean Paul's sämmtliche Werke, dreizehn Bände, Reimer, ab 1826
  • Wahrheit aus Jean Pauls Leben, acht Bände, Breslau, 1827–1833
  • gemeinsam mit Amöne Otto: Jean Pauls Briefwechsel mit seinem Freunde Christian Otto, vier Bände, Reimer, Berlin, 1829–1833
  • Politische Nachklänge von Jean Paul, Winter, 1832
  • Der Papierdrache–Jean Paul's letztes Werk, 2 Teile, Frankfurt, 1845
  • Jean Paul's ausgewählte Werke, sechzehn Bände, Reimer, 1847–1849
  • Denkwürdigkeiten aus dem Leben von Jean Paul Friedrich Richter, vier Bände, München, 1863

Kunsthistorische Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leitfaden zur Betrachtung der Wand- und Deckenbilder des neuen Königsbaus in München, München, 1834
  • Beiträge zur neuern Kunstgeschichte, Brockhaus, 1835
  • Die Wandgemälde der St. Georgen-Kapelle zu Padua, Reimer, 1841
  • Geschichte der deutschen Kunst: Von Anfang des 15. bis Mitte des 16. Jahrhunderts, drei Bände, Weigel, 1851–1855
  • Denkmale deutscher Baukunst, Bildnerei und Malerei, zwölf Bände, 1853–1869
  • Denkmale deutscher Baukunst von Einführung des Christentums bis auf die neueste Zeit, 1858
  • Vorschule der Kunstgeschichte, Weigel, 1862
  • Geschichte der neuen deutschen Kunst, zwei Bände, Weigel, 1863
  • Geschichte der italienischen Kunst, fünf Bände, Weigel, 1869–1878
  • Denkmale italienischer Malerei, vier Bände, Weigel, 1870–1882

Reiseberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • München–Ein Handbuch für Fremde und Einheimischer, München, 1838
  • Handbuch für Reisende in Deutschland, Cotta, 1847
  • Handbuch für Reisende in Italien. 4. verb. und verm. Aufl. / mit einem Wegweiser für Leidende von Rudolph Wagner. Cotta, München 1848 (Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf)
  • Reise durch Belgien nach Paris und Burgund, Weigel, 1865

Festreden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • An H. F. Maßmann, München, 1843
  • Wem gebührt der Kranz?, München, 1850
  • Trink-Spruch auf das Wohl Seiner Majestät des Königs Maximilian, Pössenbacher'schen Buchdruckerei, 1852

Biographien und Werke zu Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Darstellungen aus C.F. Zimmermanns Nachlass, Berlin, 1825
  • gemeinsam mit Ludwig Boumann: Georg Wilhelm Friedrich Hegel's vermischte Schriften, Duncker und Humblot, 1834
  • Vasaris Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister, sechs Bände, Cotta, 1843–1849
  • Johann Georg Müller: ein Dichter- und Künstlerleben, Schnitlin und Zollikofer, 1851
  • Leben und Werke des Fra Angelico da Fiesole, Regensburg, 1861
  • Raphael, zwei Bände, Weigel, 1868–1869
  • Peter von Cornelius, ein Gedenkbuch aus seinem Leben und Wirken, zwei Teile, Reimer, 1874
  • Peter von Cornelius–Ein Lebensbild, Habel, 1875

Weitere Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedichte, Brockhaus, 1854

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst Förster – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Ernst Förster – Quellen und Volltexte

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frank Büttner: Peter Cornelius: Fresken und Freskenprojekte. Franz Steiner Verlag, 1980, ISBN 978-3-515-03612-2 (google.de [abgerufen am 14. Januar 2018]).
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.
Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.