Ernst Goldenbaum

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Ernst Goldenbaum begrüßt einen Offizier der Volkspolizei (1961)

Ernst Goldenbaum (* 15. Dezember 1898 in Parchim; † 13. März 1990 in Berlin) war Vorsitzender der DBD und Minister für Land- und Forstwirtschaft der DDR.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn einer Arbeiterfamilie war nach dem Besuch der Volksschule von 1913 bis 1917 Landarbeiter. Er wurde als Soldat im Ersten Weltkrieg verwundet und nahm an der Novemberrevolution in Schwerin teil. Bis 1927 war er Industriearbeiter, danach bis 1932 Redakteur der KPD-Zeitung „Volkswacht“. Zudem wirkte er als Lehrgangsleiter an der Bezirksparteischule.

Goldenbaum trat 1919 der USPD bei und trat bald zur KPD über, wo er Mitglied der Bezirksleitung Mecklenburg wurde. Von 1923 bis 1925 war er Stadtverordneter von Parchim und von 1924 bis 1926 sowie 1929 bis 1932 Landtagsabgeordneter von Mecklenburg-Schwerin.

Nach 1933 lebte er als Landwirt in Parchim. Er wurde wegen illegaler Tätigkeit mehrfach verhaftet und kam 1944 in das KZ Neuengamme. Er war einer der wenigen Überlebenden beim Untergang der Cap Arcona, auf die die SS die Häftlinge bei Kriegsende getrieben hatte.

Nach seiner Rückkehr 1945 wurde er von der sowjetischen Stadtkommandantur in Parchim umgehend als Bürgermeister eingesetzt. Im Herbst 1945 wechselte er auf den Posten des Geschäftsführers der Landeskommission für die Bodenreform, die der einflussreiche Kommunist Johannes Warnke leitete. Bis 1949 war er als Abteilungsleiter im mecklenburgischen Landwirtschaftsministerium tätig. Der Kommunist Goldenbaum wurde 1946 Mitglied der SED. Er gehörte ab Januar 1946 der KPD-Landesleitung an und später dem SED-Landesvorstand. 1946/47 fungierte Goldenbaum als Landesvorsitzender der VdgB. Von 1946 bis 1952 war er Landtagsabgeordneter im Mecklenburgischen Landtag. 1948 entsandte ihn die SED in die auf Geheiß der SMA gegründete Bauernpartei DBD, die die Landbevölkerung für den Sozialismus gewinnen und das Potenzial der bürgerlichen Parteien CDU und LDP schwächen sollte. Ernst Goldenbaum wurde Gründungsmitglied und war Vorsitzender der Gesamtpartei von 1948 bis 1982.

Von 1949 bis 1950 war Goldenbaum Minister für Land- und Forstwirtschaft der DDR. Von 1949 bis 1990 gehörte er als Abgeordneter der Volkskammer an, war von 1950 bis 1958 Vorsitzender des Ausschusses für Land- und Forstwirtschaft, 1950 bis 1963 Vizepräsident und bis 1976 Mitglied des Präsidiums. 1976 bis 1982 war er stellvertretender Vorsitzender des Staatsrates und ab 1982 Ehrenvorsitzender der DBD.

Seiner ersten Ehe mit Margarete Goldenbaum geborene Schultz (1906–1973) entstammte Klaus Goldenbaum,[1] der zweiten Ehe mit Käte Goldenbaum (1919–1994) zwei Töchter.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goldenbaum wurde 1955 mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Silber und 1958 in Gold, 1964 mit dem Orden Banner der Arbeit, 1969 mit dem Großen Stern der Völkerfreundschaft und 1973 mit dem Karl-Marx-Orden ausgezeichnet. 1965 erhielt er die Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold und 1968 den Ehrentitel Held der Arbeit.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die deutschen Bauern in Vergangenheit und Gegenwart. Deutscher Bauernverlag, Berlin 1950; 3. Auflage, 1954.
  • Treue Kampfgefährten und Mitgestalter auf den Bahnen des Sozialismus. Aus Reden und Aufsätzen. DBD, Berlin 1978.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst Goldenbaum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Traueranzeige im Neuen Deutschland vom 18. August 1973.