Ernst Gottschalk (Bildhauer)

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Ernst Gottschalk (* 15. Oktober 1877 in Düsseldorf; † 2. September 1942 ebenda, vollständiger Name: Friedrich Ernst Gottschalk) war ein deutscher Bildhauer. Er war Mitglied in der Vereinigung „Das Junge Rheinland“, im Künstlerverein Malkasten und später in der Rheinischen Sezession. Sein Werk umfasst Denkmäler, Skulpturen, Porträtbüsten, Reliefs und figürliche Grabdenkmäler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Gottschalk begann 1892 im Alter von 15 Jahren an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf eine Ausbildung als Holzschnitzer. Von 1904 bis 1905 studierte er an der Kunstschule am Halleschen Tor in Berlin und setzte nach beruflicher Tätigkeit in Jekaterinoslaw, Südrussland, von 1907 bis 1910 an der Kunstakademie Düsseldorf unter Rudolf Bosselt und Hubert Netzer das Studium fort.

Gottschalk ein freischaffendes Mitglied verschiedener Vereinigung, zunächst der Gruppe Das Junge Rheinland, dann der Rheingruppe, später der Rheinischen Sezession. Er pflegte Freundschaften mit Malern wie Otto Dix, Otto Pankok, Heinrich Nauen (dem Lehrer von Dix), Werner Gilles und Bildhauern wie Ernst Barlach, Georg Kolbe, Wilhelm Lehmbruck und Arno Breker, von dem er sich lossagte, als dieser für die Nationalsozialisten zu arbeiten begann, die Gottschalk ablehnte. Ihn verband ein enges freundschaftliches Verhältnis mit Johanna Ey. Sein Atelier befand sich ab 1929 bis Ende der 1930er Jahre in der Neuen Kunstakademie in Stockum.

Weiblicher Akt, vor dem Haupteingang des Museum Kunstpalast, entstanden 1925 anlässlich der GeSoLei

1935 verhalf Gottschalk dem jüdischen Bildhauer Bernhard Sopher in letzter Minute zur Flucht und bewahrte ihn so vor der Internierung in ein Lager und wahrscheinlich vor dem sicheren Tod.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Junge Rheinland, Düsseldorf, Kunsthalle, 22. Juni – 20. Juli 1919
  • Ankaufswettbewerb der Stadt Düsseldorf, Kunsthalle, Februar 1920
  • Große Kunstausstellung, Düsseldorf, Kunstpalast, 15. Mai – 3. Oktober 1920
  • Erste internationale Kunstausstellung, Düsseldorf, Kunstpalast 28. Mai – 3. Juli 1922
  • Große Berliner Kunstausstellung, 1922
  • Düsseldorfer Künstlerverein, Mai – Juni 1922
  • Rheingruppe, Warenhaus Tietz, Düsseldorf, ab 26. November 1923
  • Große Düsseldorfer Kunstausstellung, Köln, 19. Juli – Ende August 1924
  • Große Kunstausstellung, Düsseldorf, 30. Mai – 4. Oktober 1925
  • Ruhmeshalle Barmen, März 1926
  • Kunsthalle Düsseldorf, ab 2. Mai – Juni 1926
  • GeSoLei, 1926
  • Große Kunstausstellung, Düsseldorf, 8. Mai – Oktober 1926
  • Deutsche Kunst, Düsseldorf, Mai – Oktober 1928
  • Jubiläumsausstellung, Düsseldorf, Kunsthalle, 4. Mai – 30. Juni 1929
  • Rheinische Kunst Nürnberg 24. Mai – 5. Oktober 1930
  • Rheinische Sezession, Jahres-Ausstellung, Düsseldorf, Kunsthalle, Mai – Juni 1930
  • Rheinische Kunst, Berlin 1. März bis 6. April 1930
  • Düsseldorf-Münchener Kunstausstellung, Düsseldorf, 14. Mai – 31. August 1932
  • Junge religiöse Kunst, Kunsthalle Düsseldorf, 13. August – 2. Oktober 1932
  • Porträtausstellung, Kunstverein 1932
  • Kunsthalle Düsseldorf, Oktober – November 1933
  • Ausschnitt aus dem Jungen und jüngsten Kunstschaffen Düsseldorf, Kunsthalle, 13. Januar – 28. Februar 1935
  • Große Kunstausstellung, Düsseldorf, Kunsthalle, 15. Mai – 15. Oktober 1937
  • Frühjahrsausstellung, Düsseldorf, Kunsthalle 1. März – 31. Mai 1940
  • Herbstausstellung Düsseldorfer Künstler, Kunsthalle, 6. Oktober – 24. Dezember 1940

Posthume Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Winterausstellung Düsseldorfer Künstler, Kunsthalle, 13. Dezember 1942 – 31. Januar 1943
  • Winterausstellung Düsseldorfer Künstler, Kunsthalle, 19. Dezember 1943 – Januar 1944
  • Düsseldorfer Gedächtnisausstellung „Lebendiges Erbe“, 1946
  • Düsseldorfer Gedächtnisausstellung „Lebendige Vergangenheit“, 1956

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1906: Auftragsarbeit einer Statue an der staatlichen Kunstschule in Jekaterinoslaw, Südrussland
  • 1922: Steinplastik „Klagende Frauen“, erster Ankauf der Stadt Düsseldorf
  • 1925: zwei große weibliche Akte anlässlich der GeSoLei
  • 1926: zwei Steinskulpturen an der „Rheinlust“ anlässlich der GeSoLei
  • 1930: Büste des Dichters Christian Dietrich Grabbe für das Düsseldorfer Stadtmuseum
  • 1932: Kriegerdenkmal in Geldern
  • 1933: Arthur-Schloßmann-Denkmal auf dem Gelände des Universitätsklinikums Düsseldorf an der Moorenstraße in Düsseldorf-Bilk
  • 1933: Büste des Dichters Heinrich Heine im Auftrag des Düsseldorfer Heimatvereins „Düsseldorfer Jonges“
  • 1934: Christopherus-Statue (überlebensgroß) für das Düsseldorfer Polizeipräsidium
  • 1935: große Statue „Der Spatenmann“ aus Stein für den Nordpark Düsseldorf im Rahmen der Reichsausstellung Schaffendes Volk 1936 (verschollen)
  • 1938: Hermes-Statue für die Vereinsbank in Duisburg-Marxloh, Kaiser-Friedrich-Straße
  • Männlicher Akt (Bronze; 49,5 cm; Museum Kunst der Verlorenen Generation, Salzburg)[1]
Commons: Ernst Gottschalk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gottschalk, Ernst. In: Museum Kunst der Verlorenen Generation. Abgerufen am 29. Januar 2022 (österreichisches Deutsch).