Ernst Grawitz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ernst Grawitz

Ernst Grawitz (* 18. März 1860 in Mittelhagen, Kreis Greifenberg; † 11. Juli 1911 in Berlin) war ein deutscher Internist und Hämatologe. Er wurde insbesondere durch die Einführung der Venenpunktion zur diagnostischen Blutgewinnung bekannt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Grawitz wurde 1860 als Sohn des Gutsbesitzers Wilhelm Grawitz und seiner Frau Agnes, geb. Fischer, in Hinterpommern geboren. Sein älterer Bruder war der spätere Pathologe Paul Grawitz (1850–1932).[1]

Er studierte Medizin in Berlin als Zögling des Friedrich-Wilhelm-Instituts und promovierte 1882. Grawitz war zunächst aktiver Militärarzt, zuletzt im Rang eines Oberstabsarztes. Von 1886 bis 1889 war er Prosektor am Berliner Auguste-Viktoria-Krankenhaus und von 1890 bis 1896 Assistent an der Charité.

1893 wurde Grawitz zum Privatdozent für innere Medizin an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität ernannt und im April 1897 zum Professor. Im gleichen Jahr wird er Chefarzt am Städtischen Krankenhauses Charlottenburg, später am Krankenhaus Charlottenburg-Westend.

Ein Sohn von Grawitz war der spätere »Reichsarzt SS« Ernst-Robert Grawitz (1899–1945).

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grawitz wurde durch zahlreiche Schriften zur Hämatologie bekannt. 1902 führte er die Venenpunktion zur diagnostischen Blutgewinnung ein: zuvor war nur Kapillarblut zur Diagnostik genutzt worden.[2]

An der Seite von Artur Pappenheim (1870–1916) und Hans Hirschfeld (1873–1944) war er 1908 einer Gründer der Berliner Hämatologischen Gesellschaft, die zur ersten deutschen Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Hämatologie wurde. 1911 starb Grawitz 51-jährig bei einer Sitzung der Gesellschaft.[3]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Über die Tuberkulose in der Armee (1889)
  • Klinisch-experimentelle Blutuntersuchungen (1892 bis 1896)
  • Klinische Pathologie des Blutes (1896)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Urban & Schwarzenberg, Berlin und Wien 1901, Sp. 629 (Online).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Katner: Grawitz, Paul Albert. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, ISBN 3-428-00188-5, S. 13 f. (Digitalisat).
  2. Ernst Grawitz: Klinische Pathologie des Blutes, nebst einer Methodik der Blutuntersuchungen und spezieller Pathologie und Therapie der Blutkrankheiten. Enslin, Berlin 1902.
  3. Wolfram Fischer (Herausgeber): Exodus von Wissenschaften aus Berlin. de Gruyter, Berlin 1994, ISBN 3-110-13945-6, S. 555 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]