Ernst Holzlöhner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ernst Holzlöhner (* 23. Februar 1899 in Insterburg (Ostpreußen); † 14. Juni 1945) war ein deutscher Physiologe, Hochschullehrer und Nationalsozialist.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holzlöhner war Privatdozent und Oberarzt bei Wilhelm Trendelenburg am Physiologischen Institut der Universität Berlin. 1932 wurde er zum nichtbeamteten a.o. Professor ernannt. 1933 trat er der NSDAP bei und wurde Dozentenschaftsleiter an der Berliner Universität. Später wurde Holzlöhner SS-Sturmbannführer. Im Jahr 1934 erhielt Holzlöhner eine ordentliche Professur für Physiologie an der Universität Kiel. Während dieser Zeit wurde er Dozentenbundführer an der Universität Kiel und stellvertretender Gaudozentenführer von Schleswig-Holstein. Zusammen mit seinen Assistenten Sigmund Rascher und Erich Finke führte er im KZ Dachau ab August 1942 Unterkühlungsversuche im Auftrag der Luftwaffe durch, bei denen Gefangene gezielt unterkühlt wurden, um sie anschließend mit verschiedenen Methoden wieder zu erwärmen.[1] Bei der Tagung über Ärztliche Fragen bei Seenot und Wintertod am 26. und 27. Oktober 1942 referierte er über die Ergebnisse der Kälteversuche.[2] Im April 1945 wurde Holzlöhner zum Rektor der Universität Kiel ernannt.

Holzlöhner wurde nach Kriegsende von britischen Soldaten gefangen genommen und verhört. Nach den Verhören beging er im Juni 1945 Suizid.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Grüttner: Biographisches Lexikon zur nationalsozialistischen Wissenschaftspolitik, Heidelberg 2004, S. 78 f.
  • Ernst Klee: Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer. 3. Auflage. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1997, ISBN 3-596-14906-1.
  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich - Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2007, 2. Auflage, S. 268–269.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Laborjournal online: Was geschah in Sudelfeld?
    Ernst Klee: Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer. 3. Auflage. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1997, S. 231f.
  2. Ludwig Eiber, Robert Sigel: Dachauer Prozesse: NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945–1948. Verfahren, Ergebnisse, Nachwirkungen, Wallstein Verlag, 2007, S. 143.
  3. Stern.de: KZ Dachau - Die “Mörderschule der SS”