Ernst Julius Marx

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Ernst Julius Marx (* 28. November 1728 in Ballenstedt; † 25. März 1799 in Berlin) war ein deutscher Orgelbauer.

Der Sohn eines Tischlers und Orgelbaumeisters absolvierte zunächst eine Lehre bei Joachim Wagner und nach dessen Tod bei Johann Peter Migendt, dessen Schwager er später wurde. Ab 1755 war er auch gleichberechtigter Partner in der gemeinsamen Werkstatt.

Werkliste (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Julius Marx baute Orgeln vor allem in der Mark Brandenburg, einige auch in Pommern, und führte Umbauten und Reparaturen durch. Einige Instrumente sind erhalten. Nicht mehr vorhandene Orgeln sind kursiv gesetzt.

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1750 ? Berlin Kattunfabrik von Christian Ermeler II/P 1798 nach Altenkirchen umgesetzt durch Christian Erdmann Kindten, 1875 ersetzt, Prospekt und Register Quintaton 8' erhalten[1]
1755 Berlin Schlosskirche
Berlin Amalienorgel (9).jpg
II/P 22 Amalienorgel, für Peter Migendt mitaufgebaut, 1767 in das Palais Unter den Linden, 1788 in die Schlosskirche Buch, seit 1956 in Pfarrkirche Zur Frohen Botschaft in Berlin-KarlshorstOrgel
1761 Stettin St. Nikolai II/P 26 Vertragsabschluss gemeinsam mit Peter Migendt, 1811 mit Kirche verbrannt[2]
1761 Plötzin Dorfkirche I/P 13 Urheberschaft vermutet, möglich wäre auch Gottlieb Scholtze, erhalten[3]
1769–1770 Boitzenburg Kirche umgesetzt nach Falkenwalde durch Buchholz, erhalten[4]
1773 Berlin St. Hedwig II/P 16 (10) 1801 ersetzt[5]
1775 Belgard, heute Białogard, Pommern Kirche, heute Kirche Mariä Himmelfahrt 1912 erweitert von Felix Grüneberg auf III/P, 43, erhalten[6]
1775 Berlin-Friedrichstadt Dreifaltigkeitskirche III/P 39 umgebaut, 1943 zerstört[7]
1776 Berlin-Friedrichstadt Vernezobresches Palais, später Prinz-Albrecht-Palais II/P 31 für Amalie von Preußen, danach in Reformierte Kirche Frankfurt (Oder), zerstört
1777 Frankfurt (Oder) Friedenskirche II/P 28 1881 ersetzt[8]
1781–1783 Eberswalde Maria-Magdalenen-Kirche mehrmals umgebaut[9][10]
1787 Potsdam Französisch Reformierte Kirche nicht erhalten
1789 Vielitz Dorfkirche I/p 6 erhalten[11]
1790 Berlin Sophienkirche
Berlin Sophienkirche Orgel.jpg
Prospekt teilweise erhalten[12]
1791–1793 Rostock St. Marien IV/P 64 in Prospekt von Paul Schmidt von 1770, mehrmals umgebaut, 1938 durch Sauer auf IV/P, 83 erweitert, einige Register und Windladen erhalten
1796 Brunne Dorfkirche I/P 9 1865 repariert von Lütkemüller, 1893 von Hollenbach, 1917 Prospektpfeifen abgegeben, 1924/25 ersetzt durch Schuke[13][14]
1799 Cottbus Oberkirche letzte bekannte Orgel, nicht mehr vorhanden

Weitere Arbeiten

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1767 Belgard, heute Białogard, Pommern Kirche Umbauten und Reparaturen
1775–1778 Stralsund St.-Marien-Kirche
Stralsund, Marienkirche, Stellwagen-Orgel -2- (2008-10-02).JPG
III/P 51 Reparatur und Umbau der Stellwagen-Orgel → Reparaturen
1796 Havelberg St. Laurentius Umbau und Erweiterung

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Julius Marx. In: Uwe Pape, Wolfram Hackel, Christhard Kirchner (Hrsg.): Lexikon norddeutscher Orgelbauer. Band 4. Berlin, Brandenburg und Umgebung. Pape Verlag, Berlin 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Orgel der evangelischen Kirche in Altenkirchen von Stefan Warmsiedler (pdf)
  2. Wolf Bergelt: Wagner-Geist im Orgelbau der Schüler. Band 2. Stettin - St. Nikolai. Freimut & Selbst, Berlin 2014; Kontraktabschluss
  3. Information Orgeldatabase (niederländisch)
  4. Kirche Falkenwalde Uckermark Kirchen, mit Geschichte der Orgel
  5. Orgel Orgeldatabase, mit Dispositiin (niederländisch)
  6. Orgel Wirtualne Centrum Organowe, mit falscher Schreibweise Marr (polnisch)
  7. Orgel Orgeldatabase, mit Foto und Disposition (niederländisch)
  8. Orgel Orgeldatabase, mit Disposition (niederländisch)
  9. Orgel Institut für Orgelforschung
  10. Orgel Orgeldatabase
  11. Information Orgeldatabase
  12. Orgel der Sophienkirche, Berlin (Memento vom 19. April 2013 im Internet Archive)
  13. Orgel Orgeldatabase, mit Foto und Disposition (niederländisch)
  14. Ulrike Schwarz, Matthias Metzler, u.a. (Hrsg.): Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Teil 2: Gemeinde Fehrbellin, Amt Lindow (Mark) und Stadt (= Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Denkmale in Brandenburg). Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms am Rhein, 2003, ISBN 3-88462-191-2, S. 195