Ernst Kunwald

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Ernst Kunwald, 1906. Foto von R. Siegert.
Kunwald und Frau bei ihrer Verhaftung 1917

Ernst Kunwald (* 14. April 1868 in Wien; † 12. Dezember 1939 ebenda) war ein österreichischer Dirigent.

Leben[Bearbeiten]

Kunwald studierte Rechtswissenschaft an der Universität Wien, an der er 1891 zum Dr. iur. promovierte. Daneben studierte er Klavierspiel bei Teodor Leszetycki und Hermann Graedener. An der Musikhochschule Leipzig war er Schüler von Salomon Jadassohn.

Zwischen 1895 und 1907 als Operndirigent hervorgetreten, war er fünf Jahre Assistenzdirigent der Berliner Philharmoniker. 1912 wurde er Nachfolger von Leopold Stokowski beim Cincinnati Symphony Orchestra. Als Woodrow Wilson 1917 dem Deutschen Kaiserreich den Krieg erklärt hatte, sorgten die Töchter der Amerikanischen Revolution für ein Auftrittsverbot Kunwalds in Pittsburgh. Im Dezember 1917 vom United States Marshals Service für einen Tag inhaftiert, bat Kunwald um seine Entlassung. Nach den Alien and Sedition Acts wurde er im Januar 1918 in Fort Oglethorpe, Georgia, interniert. Karl Muck leistete ihm ab März 1918 Gesellschaft. Da Kunwald seine Sympathien für die deutsche Kriegsseite nicht verhehlte, wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft in der Phi Mu Alpha Sinfonia aberkannt.

Nach Deutschland zurückgekehrt, dirigierte er in der Weimarer Republik die Königsberger Symphoniekonzerte (1920–1927) und das Konzerthausorchester Berlin (1928–1931).

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ernst Kunwald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien