Ernst Pernicka

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Ernst Pernicka (2016)

Ernst Pernicka [ˈpɛʁnɪtska] (* 5. Februar 1950 in Wien) ist ein österreichischer Chemiker, spezialisiert auf die Archäometrie.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Pernicka studierte ab 1967 zunächst Chemie an der Universität Wien, 1976 wurde er dort mit einer Arbeit über die Herstellungstechnik von mittelalterlicher glasierter Keramik aus Persien und Afghanistan promoviert. Mit einer Arbeit über Erzlagerstätten in der Ägäis habilitierte er sich 1987 in Heidelberg. Dort war er als wissenschaftlicher Angestellter am Max-Planck-Institut für Kernphysik tätig, bevor er 1998 zum Professor für Archäometallurgie an der TU Bergakademie Freiberg ernannt wurde.

Der von der VW-Stiftung geförderte Archäometriestudiengang an der TU Bergakademie Freiberg wurde im Jahre 2004 wieder eingestellt, nachdem sich die Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Landesamt für Archäologie immer problematischer gestaltet hatte. Obwohl die im 1998 zwischen der Universität und dem Landesamt abgeschlossenen Bildungsvertrag vereinbarte Kooperation bei der Ausbildung seitens des Landesamtes nur sehr unzureichend wahrgenommen wurde und später ganz eingestellt worden war, forderte die damalige Landesarchäologin Judith Oexle eine Verdoppelung der Ausbildungszeiten am Landesamt auf 40 Semesterwochenstunden. Um die Qualität der Ausbildung zu wahren, die durch Stellenabbau und mangelnde Unterstützung durch die Hochschulleitung in Freiberg gefährdet war, entschloss sich Pernicka zu einer Verlegung an die Universität Tübingen, wo bessere Lehrbedingungen gewährleistet wurden.

Seit 2004 ist er Leiter des Curt-Engelhorn-Zentrums Archäometrie bei den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim. Von 2004 bis 2013 war er Professor für Archäometrie an der Universität Tübingen und ist seither Inhaber einer Stiftungsprofessor für Archäometrie an der Universität Heidelberg. Sein Forschungsgebiet ist insbesondere die Entwicklung und Anwendung naturwissenschaftlicher Methoden in der Archäologie sowie die Entstehung und Ausbreitung der Metallurgie in der Alten Welt. Er ist beteiligt an den Forschungen um die Himmelsscheibe von Nebra sowie in Troja und im Iran. Seit 2013 äußert er Zweifel an der Echtheit der Goldfunde von Bernstorf.[1]

Von 2006 bis 2012 war er als Nachfolger von Manfred Korfmann Leiter der Ausgrabung in Troja, zeitweise auch in Udabno (Kachetien/Ostgeorgien). 2013 erhielt Pernicka einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates, die höchst dotierte Forschungsförderung der EU für herausragende Leistungen.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Interview mit Ernst Pernicka in: Spektrum der Wissenschaft, Mai 2009, S. 58–64. ISSN 0170-2971

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ernst Pernicka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ulf von Rauchhaupt: Reinstes Gold. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Nr. 2 /2017 vom 15. Januar 2017, S. 57.
  2. ERC „Advanced Grants“ für drei Wissenschaftler der Universität Tübingen, Pressemitteilung der Universität Tübingen, 30. Januar 2013.