Ernst Scheller

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Karl Adolf Ernst Scheller (* 18. Juli 1899 in Lintel; † 16. Januar 1942 in Simferopol) war ein deutscher Historiker und Kommunalpolitiker (NSDAP).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ernst Scheller war Sohn des gleichnamigen Gymnasialoberlehrers und dessen Ehefrau Minna, geborene Volckmar. Scheller absolvierte seine Schullaufbahn in Höxter und legte 1917 die Reifeprüfung ab. Als Kriegsfreiwilliger nahm er danach am Ersten Weltkrieg teil und wurde im November 1919 aus der Armee entlassen. Anschließend absolvierte er ein Studium der Geschichte, Germanistik, Geographie und Nationalökonomie an der Universität Göttingen, Würzburg und Marburg.[1] 1925 wurde Scheller in Neuerer Geschichte in Marburg zum Dr. phil. promoviert. Noch im gleichen Jahr wurde er Schriftleiter der Oberhessischen Zeitung. 1931 wurde er Mitglied der NSDAP.[2] Scheller war ab 1933 ehrenamtliches Magistratsmitglied in Marburg.[3] Er gehörte zu den führenden Nationalsozialisten in Marburg.

Scheller wurde nach über einjähriger Vakanz am 27. April 1934 als Oberbürgermeister von Marburg eingesetzt. Während des Zweiten Weltkriegs kämpfte er an der Ostfront und wurde am 29. Dezember 1941 bei Kämpfen schwer verletzt. 18 Tage später starb er in einem Lazarett in Simferopol.

Nach Schellers Tod übernahm sein Stellvertreter Walter Voß kommissarisch die Verwaltungsgeschäfte der Stadt Marburg, von März 1944 bis zum Kriegsende als kommissarischer Oberbürgermeister.[4]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bismarck und Rußland, N. G. Elwert’sche Verlh., Marburg 1926 (zugl. Dissertation an der Universität Marburg)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erhart Dettmering, Rudolf Grenz: Marburger Geschichte: Rückblick auf die Stadtgeschichte in Einzelbeiträgen – Marburg: Der Magistrat, 1980, S. 637. ISBN 3-9800490-0-0.
  • Thomas Klein: Leitende Beamte der allgemeinen Verwaltung in der preußischen Provinz Hessen-Nassau und in Waldeck 1867 bis 1945 (= Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte. Bd. 70), Hessische Historische Kommission Darmstadt, Historische Kommission für Hessen, Darmstadt/Marburg 1988, ISBN 3-88443-159-5, S. 201.
  • Zeitungswissenschaft – Deutscher Zeitungswissenschaftlicher Verband: Duncker & Humblot, 1942, S. 249–250.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kommunalverfassung in Kurhessen: eine Schrift des Kasseler Regierungsreferendars Theodor von Heppe aus dem Jahr 1826, Bände 69–70, Selbstverlag der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt und der Historischen Kommission für Hessen, 1987, S. 201
  2. Anne Christine Nagel: Die Philipps-Universität Marburg im Nationalsozialismus: Dokumente zu ihrer Geschichte, Stuttgart 2000, S. 543
  3. Esther Krähwinkel: Volksgesundheit und Universitätsmedizin:kommunale Gesundheitsfürsorge in Marburg als Handlungsfeld von Stadt und Hochschule 1918 bis 1935, Hessische Historische Kommission Darmstadt, 2004, S. 266
  4. Marburg Stadtverfassung (pdf)