Ernst Zehle

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Ernst Zehle (* 28. Februar 1876 in Hamburg; † 14. Januar 1940 in Berlin) war ein deutscher bildender Künstler (Gemälde, Kleinplastiken, Medaillen) und engagierter Tierschützer (Elbebiber).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstlerisches Interesse und Talent hatten familiären Hintergrund: Vater und älterer Bruder waren Bildhauer. Zehle studierte in Berlin an der Kunstakademie bei Paul Friedrich Meyerheim und Woldemar Friedrich. Mit Beteiligungen an den Großen Berliner Kunstausstellungen von 1909 und 1913 trat er an die breitere Öffentlichkeit. Die Motive zeigten seine Naturverbundenheit.

Grabstein von Ernst Zehle und seiner Frau Anna Zehle auf dem Försterfriedhof Lödderitz

Das Interesse am Elbebiber resultierte aus wiederholten Studienaufenthalten in den Auenwäldern der mittleren Elbe, woran heute eine Gedenkstätte im Ort Lödderitz erinnert. Der Elbebiber erscheint als Sujet in Gemälden, Plastiken und auf einer Medaille. 1924 veröffentlichte Zehle in einer Fachzeitschrift einen Aufruf zur Rettung des vom Aussterben bedrohten Tieres.[1] Für seine detailgenauen Darstellungen wurde Ernst Zehle 1922 gerühmt vom damaligen Berliner Zoodirektor Ludwig Heck.[2] Gemälde belegen, dass Ernst Zehle auch ein guter Porträtist war.

Nach seinem Tod in Berlin wurde seine Urne auf dem Försterfriedhof Lödderitz beigesetzt.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thieme/Becker: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler, 36. Band.
  • Kurt Floericke: Aussterbende Tiere (Biber/Nerz/Luchs/Uhu), Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1927, S. 12 und S. 29.
  • Frank Zornow: Ernst Zehle – Streiflichter aus dem Leben eines Berliner Künstlers und Naturfreundes, Zeitschrift Naturschutz- und Naturparke, Heft 138 [1990], S. 19–23.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ernst Zehle: Rettet den Biber!, Zeitschrift Der Heger, Jg. 1924, Heft 18, S. 969–971
  2. Ludwig Heck: Deutsche Tierbildner – Ernst Zehle, J.J. Weber’s Illustrirte Zeitung, 1922
  3. Heidi Thiemann: Letzte Ruhe für Förster sowie «Biber-Maler» Ernst Zehle. In: Mitteldeutsche Zeitung Dessau-Roßlau, 30. Dezember 2008