Ernst von Prittwitz und Gaffron

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Ernst Karl Ferdinand von Prittwitz und Gaffron (* 20. Januar 1833 in Posen; † 24. Februar 1904 in Karlsruhe) war preußisch Generalleutnant und Rechtsritter des Johanniterordens.

Leben[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Wappen der Familie von Prittwitz und Gaffron

Er entstammte dem alten, weit verzweigten schlesischen Adelsgeschlecht von Prittwitz und war der Sohn des preußischen Generals der Infanterie und Festungsbaudirektors Moritz Karl Ernst von Prittwitz und dessen Ehefrau Domicilie, geborene von Colbe.

Militärkarriere[Bearbeiten]

Prittwitz trat 1851 in die Garde-Artillerie in Berlin ein, wurde 1853 Sekondeleutnant und 1861 Premierleutnant. Im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 in Schleswig-Holstein wurde er abkommandiert zu General Helmuth Graf von Moltke, dem Chef des Generalstabs der Armee. Hier war er am 19. Juli 1864 in Wyk auf Föhr an der Gefangennahme des Kapitänleutnants Otto Christian Hammer, Befehlshaber der dänischen Marineeinheiten auf den nordfriesischen Inseln, und am 29. Juni 1864 beim Übergang zur Insel Alsen beteiligt, wo die endgültige Entscheidung herbeigeführt wurde.

Im Jahr 1865 mit 32 Jahren zum Hauptmann befördert, kommandierte er seit 1867 eine Batterie der Garde-Artillerie in Berlin.

Bei Ausbruch des Krieges gegen Österreich 1866 war er Kommandeur einer Reitenden Garde-Batterie, als der er am Feldzug in Böhmen teilnahm. Diese Batterie wurde dem neuformierten Hannoverschen Feldartillerie-Regiment Nr. 10 zugeteilt. Prittwitz wurde deshalb im Herbst 1866 nach Hannover versetzt, kam aber schon nach einem 3/4 Jahr wieder zur Garde zurück.

Nach Kriegsende machte Prittwitz mehrere Auslandsreisen etwa nach England, Frankreich, Spanien und Italien und ging 1869 als militärischer Begleiter des Kronprinzen Friedrich nach Rumänien und bereiste mit ihm von dort einen Teil des Orients.

Im Krieg gegen Frankreich 1870/71 nahm Prittwitz an den Schlachten von Gravelotte, Sedan - hier wurde er durch eine Granate verwundet - und der Eroberung von Montmédy teil. Seine Batterie erreichte die Höhe von St. Privat (bei Gravelotte) als erste und bekämpfte die Franzosen erfolgreich.

1872 wurde er zum Major, 1883 Oberst und 1886 zum Kommandeur der 7. Feldartillerie-Brigade ernannt. Seit 1888 Generalmajor, wurde Prittwitz 1890 in den Ruhestand versetzt.[1]

Familie[Bearbeiten]

Er heiratete am 26. November 1885 auf Schloss Mahlberg bei Kippenheim Franziska Freiin von Türckheim zu Altdorf (* 14. Juni 1855 in Karlsruhe; † 8. Mai 1936 ebenda), die Tochter des großherzoglich badischen Kammerherrn, Wirklichen Geheimrats, Gesandten und Gutsbesitzers Hans Freiherr von Türckheim zu Altdorf, Herr auf Altdorf und Orschweier (Kreis Lahr), und der Fanny Freiin von Hardenberg (Haus Ober-Wiederstedt).

Ehrungen und Orden[Bearbeiten]

Prittwitz erhielt auch mehrere Orden nichtpreußischer Herrscherhäuser und wurde 1864 Ehrenbürger der Stadt Wyk auf Föhr.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hans-Jürgen Kremer: Das Grossherzogtum Baden in der politischen Berichterstattung der preussischen Gesandten, 1871–1918. Band 2, Kohlhammer, Stuttgart 1990, S. 383.