Ernste Klänge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ernste Klänge. Titelseite 1898

Ernste Klänge Heft I. Gedichtet und componiert von Karl May – unter diesem Titel erschienen 1898 drei Kompositionen von Karl May im Verlag Friedrich Ernst Fehsenfeld in Freiburg i. Br. Bei der 1903 erschienenen zweiten Auflage wurde der Zusatz Heft I. weggelassen.
Ein Heft II hat May begonnen, aber nicht vollendet.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Heft I sind enthalten:

  • Ave Maria. Gedicht und Komposition für Männerchor. (Es-Dur)[1]
  • Ave Maria. Für gemischten Chor. (B-Dur)[1]

Für Heft II, dessen Manuskript erhalten geblieben ist, waren vorgesehen:

  • Nun gehst du hin in Frieden (Tagesscheiden)[2]
  • Ich fragte zu den Sternen (Widmung)[3]

In der Ausgabe des Karl-May-Verlags (zwei Auflagen; 1982 und 1989) wurde die Männerchor-Fassung des Ave Maria weggelassen.

Texte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ave Maria[4][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es will das Licht des Tages scheiden;
es tritt die stille Nacht herein.
Ach könnte doch des Herzens Leiden
so wie der Tag vergangen sein!
Ich leg’ mein Flehen dir zu Füssen,
o trags empor zu Gottes Thron,
und lass, Madonna, lass dich grüssen
mit des Gebetes frommem Ton:
Ave Maria!

Es will das Licht des Glaubens scheiden;
es tritt des Zweifels Nacht herein.
Das Gottvertraun der Jugendzeiten,[5]
es soll mir abgestohlen sein.
Erhalt, Madonna, mir im Alter
der Kindheit frohe Zuversicht;
schütz meine Harfe, meinen Psalter;
du bist mein Heil, du bist mein Licht!
Ave Maria!

Es will das Licht des Lebens scheiden;
es tritt des Todes Nacht herein.
Die Seele will die Schwingen breiten,
es muss, es muss gestorben sein.
Madonna, ach, in deine Hände
leg ich mein letztes heisses Flehn:
Erbitte mir ein gläubig Ende
und dann ein selig Auferstehn!
Ave Maria!

„Vergiss mich nicht!“[6][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vergiss mich nicht! Ich steh im dunklen Land,
Führ mich zur Klarheit, Herr, an deiner Hand.
Ich sehne mich nach deinem Licht;
vergiss mich nicht, o Herr, vergiss mich nicht!

Vergiss mich nicht! Herr, hör mein Flehen an!
Hinüber schaut mein Aug’ nach Kanaan.
Gieb mir, was dein Prophet verspricht;
vergiss mich nicht, o Herr, vergiss mich nicht!

Vergiss mich nicht! Es winkt mir Zion schon.
Ich seh den Himmelsglanz um deinen Thron.
Wenn drob mein Aug’ im Tode bricht,
vergiss mich nicht, o Herr, vergiss mich nicht!

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kompositionen sind vierstimmige, homophone Sätze in frühromantischer Harmonik. Sie sind mit detaillierten Vortragsbezeichnungen wie „sehr langsam und innig“ – „schneller“ – „mit Nachdruck“ – „sehr zart“ – „choralmäßig langsam, mit Innigkeit“ versehen.

Die Thomaskantorei Hellbrook (Leitung: Hartmut Kühne) sang 1972:

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Finke: Karl May und die Musik. In: Karl-May-Jahrbuch 1925, S. 39–63. (Onlinefassung)
  • Hartmut Kühne: Musik in Karl Mays Leben und Werk. In: Jahrbuch der Karl-May-Gesellschaft 1996, S. 39–77. (Onlinefassung)
  • Hartmut Kühne, Christoph F. Lorenz: Karl May und die Musik. Karl-May-Verlag, Bamberg-Radebeul 1999.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b http://karl-may-wiki.de/index.php/Ave_Maria_(Gedicht)
  2. http://karl-may-wiki.de/index.php/Tagesscheiden_(Gedicht)
  3. http://karl-may-wiki.de/index.php/Ich_fragte_zu_den_Sternen_(Gedicht)
  4. Ernste Klänge Seite 1; Seite 2; vgl. Ave Maria (1883), wo der Text in Orthographie und Zeichensetzung abweicht.
  5. So in der Männerchorfassung; die Fassung für gemischten Chor hat „der Jugend Zeiten“.
  6. Ernste Klänge Seite 5; Seite 6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]