Erschütternde Wahrheit

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Filmdaten
Deutscher Titel Erschütternde Wahrheit
Originaltitel Concussion
Produktionsland Vereinigtes Königreich,
Australien,
USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2015
Länge 123 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Peter Landesman
Drehbuch Peter Landesman
Produktion Elizabeth Cantillon,
Giannina Facio-Scott,
Ridley Scott,
Larry Shuman,
David Wolthoff
Musik James Newton Howard
Kamera Salvatore Totino
Schnitt William Goldenberg
Besetzung

Erschütternde Wahrheit (Originaltitel Concussion) ist ein Filmdrama von Peter Landesman, das am 10. November 2015 beim AFI-Filmfest seine Premiere feierte. Der Film kam am 25. Dezember 2015 in die US-Kinos und am 18. Februar 2016 in die deutschen Kinos und handelt von den Gesundheitsrisiken im American Football.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der aus Nigeria stammende forensische Pathologe und Neurowissenschaftler Dr. Bennet Omalu arbeitet mit einem US-Visum ausgestattet in Pennsylvania und erkennt nach postmortalen Untersuchungen der Gehirne von zwei ehemaligen American-Football-Spielern der National Football League (NFL), die während ihrer Sportkarrieren mehrere Male Gehirnerschütterungen erlitten und später Selbstmord begingen, dass die wiederholten traumatischen Schädigungen des Gehirns furchtbare Folgen gehabt haben, die eine Persönlichkeitsänderung der Spieler bewirkten. Die NFL bestreitet dies vehement. Um seine Theorie zu untermauern, zieht Omalu eine Reihe weiterer Ärzte zurate. Omalus Nachforschungen führen zu einer gefährlichen Auseinandersetzung mit der NFL, einer der mächtigsten Institutionen der Welt. Es geht im Football um viel Geld, und man versucht Omalu als unfähigen Scharlatan dastehen zu lassen. Unterstützung erfährt Omalu vom ehemaligen Team-Arzt Dr. Julian Bailes, der gleichsam interessiert ist, die Wahrheit an die Öffentlichkeit zu bringen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Films beruht auf wahren Begebenheiten. Der nigerianische Neuropathologe Bennet Omalu hatte tatsächlich auf Probleme nach Schädel-Hirn-Traumata im American Football aufmerksam gemacht. Omalu untersuchte damals an der Universität Pittsburgh unter anderem die Fälle der früheren NFL-Spieler Mike Webster und Justin Strzelczyk, der 2004 im Alter von 36 Jahren bei einem Autounfall starb. Bei der anatomischen und histologischen Untersuchung ihrer Gehirne stellte Omalu neurale Degenerationen wie bei dementen Boxern oder bei 80-jährigen Alzheimer-Patienten fest.[2] Zudem fand er charakteristische Ansammlungen von Tau-Proteinen, die sich eindeutig vom histopathologischen Bild bei Alzheimer- oder Parkinson-Kranken unterscheiden. Die medizinische Bezeichnung für die traumatische Erkrankung ist Dementia pugilistica, auch Chronisch-traumatische Enzephalopathie genannt.

Filmmusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Soundtrack zum Film stammt von James Newton Howard, umfasst zwanzig Lieder und hat eine Länge von 1:05:17 Stunde.[3]

Titelliste des Soundtracks
  1. Concussion
  2. Dr. Bennet Testifies
  3. Strzelczyk Visits Webster
  4. Webster’s Autopsy
  5. Jacked Up
  6. The Head as a Weapon
  7. Bennet and Prema
  8. Strzelczyk Loses It
  9. Published – Marry Me
  10. We Used to Be Warriors
  11. Tell the Truth
  12. I Am Offended
  13. Shakespeare
  14. News Conference
  15. Hello Little One
  16. Prema Followed
  17. Be At Peace
  18. Bennet’s Decision
  19. Concussion End Titles
  20. In the Darkness – Lisbeth Scott

Weitere Lieder, die nicht im Soundtrack enthalten, aber im Film zu hören sind:

  1. Happy Birthday To You – Mildred J. Hill and Patty Smith Hill
  2. Psalm 50 – Owen Alstott
  3. So Long – Leon Bridges
  4. Love T.K.O. – Teddy Pendergrass
  5. How Great Is Our God – Chris Tomlin, Jesse Reeves and Ed Cash
  6. Wheel Of Fortune Opening Theme, Toss Up and Toss Up Win – Steve Kaplan
  7. Close The Door – Teddy Pendergrass
  8. Move Ya Body – Nina Sky featuring Jabba

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Patrick Heidmann von epd Film glaubt, dass Will Smith seit Ali womöglich nicht mehr so gut war, wie in Erschütternde Wahrheit, allerdings sei der Film letztlich leider etwas zu brav, anständig und solide, als dass er wirklich bezwingend die Wut oder Empörung auszulösen könnte, die diese wahre Geschichte verdient hätte.[4] Ein Film-Blogger von filmosophie.com würdigt die Leistung des Regisseurs mit der Betrachtung des Filmschlusses: Peter Landesman punktet am Ende auf einer anderen Ebene. In der Regel tendieren Filme die einen amerikanischen Mythos behandeln oder solche uramerikanischen Themen wie Baseball oder eben Football thematisieren, immer dazu nicht ohne die gewisse Portion Pathos auszukommen. Doch Erschütternde Wahrheit zeigt sich von dieser Tendenz überraschend unbeeindruckt und kommt auf erfrischende Art und Weise ohne Pathos und american way of life-Belehrungen aus.[5]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Palm Springs International Film Festival 2016

  • Auszeichnung von Will Smith mit dem Creative Impact in Acting Award
  • Auszeichnung von Peter Landesman als Directors to Watch

Hollywood Film Awards 2015

  • Auszeichnung von Will Smith als Actor of the Year

Golden Globe Awards 2016

Image Awards 2015

  • Nominierung als Bester Film
  • Nominierung für Will Smith als Bester Hauptdarsteller
  • Nominierung für Gugu Mbatha-Raw als Beste Nebendarstellerin[6]

Satellite Awards 2015

  • Nominierung von Will Smith als Bester Hauptdarsteller

MTV Movie Awards 2016

  • Nominierung von Will Smith als Bester Schauspieler
  • Nominierung als Bester Film, der auf einer wahren Geschichte basiert[7]

African-American Film Critics Association 2015

  • Will Smith als Bester Schauspieler

All Def Movie Awards 2016

  • Nominierung als Bester Film

Black Reel Awards 2016

  • Nominierung von Will Smith als Bester Schauspieler
  • Bester Film
  • Nominierung von Gugu Mbatha-Raw als Bester Nebendarstellerin
  • Bestes Ensemble, Lindsay Graham und Mary Vernieu (Casting Director)

Denver Film Critics Society 2015

  • Nominierung von Will Smith als Bester Schauspieler

Georgia Film Critics Association 2016

  • Nominierung von Leon Bridges als Bestes Lied für So Long

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Erschütternde Wahrheit. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF).Vorlage:FSK/Wartung/typ gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Alan Schwarz: Concussions Tied to Depression in Ex-NFL Players. The New York Times, 31. Mai 2007, abgerufen am 12. Oktober 2015.
  3. Soundtrack: Erschütternde Wahrheit In: musikradar.de, 31. Januar 2016.
  4. Patrick Heidmann: Kritik zu Erschütternde Wahrheit. In: epd-film.de, 21. Januar 2016.
  5. Erschütternde Wahrheit – Autopsie eines Mythos. In: filmosophie.com, 30. Januar 2016.
  6. Jada Gomez: “Creed” & Michael B. Jordan Top NAACP Image Awards Nominations. In: newsone.com. Abgerufen am 18. Februar 2016.
  7. Carolyn Menyes: MTV Movie Awards 2016 Nominees: 'Straight Outta Compton', 'Pitch Perfect 2' Get Musical Nods. MTV Movie Awards 2016 Nominees In: musictimes.com, 8. März 2016.