Erscheinungskathedrale (Ischim)

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Erscheinungs-Kathedrale in Ischim

Die Erscheinungs-Kathedrale (oder Epiphaniaskathedrale; russ. Собор в честь Богоявления Господня в Ишиме, abgekürzt. Ишимский Богоявленский собор) ist eine in Ischim gelegene russisch-orthodoxe Kathedrale der Eparchie Ischim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Kirche von Ischim, die Nikolaus-Holzkirche, die noch bei Begründung Ischims Ende des 17. Jahrhunderts gebaut wurde, wurde 1726 durch einen Brand zerstört. Eine zweite, wiederhergestellte Nikolaus-Kirche, die auch aus Holz war, wurde ein Jahrhundert später schon hinfällig. Im März 1773 begann eine Sammlung von Spenden für den Bau des neuen Kirchengebäudes. Am 7. Julijul./ 18. Juli 1775greg. wurde der erste Stein verlegt. Es handelte sich um die erste Steinkirche in dem umfangreichen Gebiet des heutigen Südteils von Oblast Tjumen. Der konkrete Plan sowie die Fassade des Gebäudes wurden von der Eparchie Tobolsk gezeigt, deswegen ähnelt die Erscheinungs-Kathedrale den Kirchen von Tobolsk. Bauarbeiter kamen auch aus Tobolsk.

Der Bau dauerte annähernd 40 Jahre, unter anderem deswegen, weil Baumaterialien langsam ausgeliefert wurden. 1782 wurde das Refektorium gebaut. Dieses sollte vorläufig für Gottesdienste dienen und am 10. Maijul./ 21. Mai 1782greg. wurde zu Ehren Nikolaus von Myra geweiht. Seit dieser Zeit werden Gottesdienste in der warmen Jahreszeit hier durchgeführt, im Winter diente für Gottesdienste noch eine alte geheizte Holzkirche. Der erste Stock wurde gänzlich im Jahr 1790 fertiggestellt, wurde für Erscheinung des Herrn geweiht und mit dem Ikonostas der Nikolaus-Holzkirche ausgestattet. Danach kam eine lange Pause, mindestens bis 1794. Der zweite Stock wurde erst im Jahr 1809 abgeschlossen. Erst nach dem Jahr 1821 (das genaue Jahr ist unbekannt), als ein neues Ikonostas fertig war, wurde hier Mariä-Entschlaffens-Kirche organisiert. Der Glockenturm wurde 1814 gebaut, damit war der Bau der Erscheinungs-Kathedrale fertig.

Die Erscheinungs-Kathedrale galt als einer der Zentren des Geistlichen Lebens von Westsibirien. Unter anderem, wurde hier 1815 Pjotr Pawlowitsch Jerschow getauft. Jeden Winter wurde am Sobornaja-Platz (wo sich die Kathedrale befindet) der bekannte Nikolskaja-Jahrmarkt organisiert. Anfang der 1890er Jahre wurde die Kathedrale restauriert. 1914 war die Zahl der Gemeindemitglieder auf ca. 5500 angewachsen.

Unter der Sowjetherrschaft wurde am 17. Juli 1930 die Kathedrale für Gottesdienste geschlossen. Das Gebäude wurde zuerst als Getreidelager genutzt, seit Anfang der 1960er Jahre gehörte es zum Wasserversorgungssystem Ischims. 1962 gab es eine Reparatur. Im Jahr 1989 begann die Restaurierung des Gebäudes zur Wiederverwendung für Gottesdienste, im April 1992 wurde das Kirchengebäude dann an die Russisch-Orthodoxe Kirche zurückgegeben.

Im Dezember 2012 erhielt die Kathedrale den Status eines Kulturdenkmals mit föderaler Bedeutung (also mit besonderer staatlicher Bedeutung).

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kathedrale wurde in der Windung des Flusses Ischim, am Kiseljowski-Kap errichtet. Dieser Ufervorsprung, der aus Sandstein sowie Ton gebildet ist, wurde aus dem Westen durch Ischim allmählich untergespült, wodurch entstand eine Gefahr für die Kathedrale. Um diese Gefahr zu beseitigen, wurde Mitte des 19. Jahrhunderts ein neues Gewässerbett für Ischim durch den Sitkino-See gebaut; das alte Gewässerbett wurde durch einen Deich abgesondert, damit entstand ein Altwasser Ischimtschik.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kathedrale wurde im Stil «Sibirisches Barock» errichtet und verfügt über eine für die russische Kirchenarchitektur traditionelle dreiteilige Komposition: die eigentliche Kirche mit einem Altar, ein Refektorium und Narthex mit einem zweistufigen Glockenturm, dessen Höhe 36 Meter beträgt. Das Kirchengebäude ist zweistöckig: der erste Stock ist 4 Meter hoch, der zweite, mit den zwei Fensterreihen, 13 Meter. Die Höhe der Kirche beträgt 35 Meter. Die Gesamtlänge von der Kathedrale beträgt 37 Meter, die maximale Breite 15,5 Meter. Die Kirche sowie der Glockenturm sind mit komplizierten Kuppeln bedeckt: Jede oktaedrische Kuppel verfügt über eine oktaedrische Laterne, die mit einer kleinen zwiebelförmigen Kuppel (sogenannte Makowka) gekrönt ist.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Church of the Epiphany (Ishim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Старица Ишимчик спасла Богоявленский собор

Koordinaten: 56° 5′ 52,5″ N, 69° 27′ 49″ O