Erstein

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Erstein
Wappen von Erstein
Erstein (Frankreich)
Erstein
Region Grand Est
Département Bas-Rhin
Arrondissement Sélestat-Erstein
Kanton Erstein (Chef-lieu)
Gemeindeverband Communauté de communes du Canton d’Erstein
Koordinaten 48° 25′ N, 7° 40′ OKoordinaten: 48° 25′ N, 7° 40′ O
Höhe 147–157 m
Fläche 36,22 km2
Einwohner 10.969 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 303 Einw./km2
Postleitzahl 67150
INSEE-Code
Website www.ville-erstein.fr

Erstein in der Oberrheinebene

Erstein ist eine französische Gemeinde mit 10.969 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Bas-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Die Gemeinde liegt im Arrondissement Sélestat-Erstein und ist der Hauptort des Kantons Erstein.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Ill

Erstein liegt etwa 20 km südlich von Straßburg und 5 km westlich der deutschen Grenze in der Oberrheinebene an der Ill, nahe beim Rhein-Rhône-Kanal im Zentrum der fruchtbaren Ebene von Erstein.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Westrand der Stadt liegt der Bahnhof der Bahnstrecke Strasbourg–Colmar. Parallel zur Bahnstrecke verläuft die in diesem Abschnitt vierspurig ausgebaute ehemalige Nationalstraße N83 (D1083) Lyon–Straßburg. Die D 426 führt ins 12 km westlich gelegene Obernai, nach Osten gibt es über den Rhein eine Verbindung ins deutsche Schwanau und nach Lahr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erstmals erwähnt wurde Erstein als Villa Herinstein im Jahre 817.
  • Irmingard (Ermengard), Tochter des Grafen Hugo von Tours und Ehefrau der Kaisers Lothar I., stiftete 849 die Abtei Erstein, in der sie auch begraben wurde. Bertha, wohl Tochter des Königs Konrad III., war 1153 Äbtissin von Erstein. Das Kloster wurde 1422 aufgehoben, seine Güter gingen an das Bistum Straßburg. 1818 waren die letzten Gebäude des Klosters verschwunden.
  • 1191 erhielt die Siedlung das Stadtrecht, das auch mit dem Recht der Stadtbefestigung und einer eigenen Kommunalverwaltung verbunden war.
  • 1472 kam die Stadt zu Straßburg und blieb unter dieser Herrschaft bis 1790. Die Befestigungen wurden geschleift, der Ort wurde zu einem bedeutungslosen Landstädtchen.
  • Unter dem Dreißigjährigen Krieg hatte der Ort besonders zu leiden, die Bevölkerungszahl halbierte sich. Erstein kam im Westfälischen Frieden zu Frankreich.
  • Im Zuge der Französischen Revolution wurde Erstein 1790 Kantonshauptort. Erstmals kam es zur Wahl eines Bürgermeisters (Maire).
  • In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts setzte eine wirtschaftliche Konsolidierung ein: Die Bevölkerungszahl verdoppelte sich zwischen 1751 und 1846 von 1640 auf mehr als 3500 Einwohner. Die örtliche Landwirtschaft nahm einen Aufschwung, aber auch andere Wirtschaftszweige wie das Gewerbe der Gerber.
  • Das 19. Jahrhundert war geprägt vom Bau einer Eisenbahnlinie und der Rheinregulierung unter Tulla. Industrien siedelten sich an, etwa eine Weberei (bis 2001) und eine Zuckerfabrik.
  • Während des Deutsch-Französischen Kriegs marschierten preußische Truppen ein und durch den Frieden von Frankfurt kam es 1871 wieder zu Deutschland, 1918 nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde es durch den Versailler Vertrag dann wieder französisch.
  • Auch im Zweiten Weltkrieg rücken die Deutschen 1939 erneut ein, bis am 28. November 1944 mit dem Einmarsch der Franzosen diese Epoche wieder endet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus (Hôtel de Ville) von Erstein
Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2013
Einwohner 6.165 6.288 7.434 8.095 8.600 9.664 9.971 10.916

Die Bevölkerungsentwicklung Ersteins ist seit Anfang der 1960er Jahre im Vergleich zur gesamtfranzösischen Entwicklung leicht überdurchschnittlich. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts musste der Ort einen leichten Rückgang der Bevölkerung hinnehmen.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im längs geteilten Wappen ist vorne in rot ein schräg verlaufender Balken in Silber zu sehen, ein Hinweis auf die Zugehörigkeit zu Straßburg, hinten in blau eine Kirche in Gold als Hinweis auf das ehemalige Benediktinerkloster.

Die Zuckerfabrik Erstein
Gerberhaus in Erstein (Bildmitte)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Wirtschaftsstandort ist Erstein durch seine Zuckerfabrik bekannt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1970 pflegt Erstein eine Partnerschaft mit der deutschen Stadt Endingen am Kaiserstuhl, die nur etwa 30 km südlich auf der anderen Seite des Rheins liegt. Seit 2004 ist die Gemeinde auch mit São João de Loure in Portugal verschwistert.

Erstein ist die Patengemeinde des in Illkirch-Graffenstaden im „Quartier Leclerc“ stationierten deutschen Jägerbataillon 291.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien