Erwin Nasse

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Erwin Nasse (* 2. Dezember 1829 in Bonn; † 4. Januar 1890 ebenda) war ein Nationalökonom und Politiker. Nasse war Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins für Socialpolitik.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwin Nasse war ein Sohn von Christian Friedrich Nasse und Henriette Weber (1788–1878) aus Bielefeld. Er studierte Philologie und Nationalökonomie. Während seines Studiums wurde er 1846 Mitglied der Burschenschaft Fridericia Bonn. Er habilitierte sich 1854 in Bonn als Privatdozent. Ostern 1856 zum Professor in Basel ernannt, wurde er im Herbst d. J. an die Universität Rostock und von da 1860 an die Universität Bonn berufen. 1872/73 amtierte er als Rektor der Universität.

Der Psychiater Karl Friedrich Werner Nasse sowie der Physiologe Hermann Nasse waren seine Brüder.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine literarischen Arbeiten gehören vornehmlich den Gebieten des Bank- und Steuerwesens, dann der Agrargeschichte an. ("Bemerkungen über das preußische Steuersystem" (Bonn 1861); "Die Preußische Bank" (das. 1866); "Über die mittelalterliche Feldgemeinschaft in England" (das. 1869); "Geld- und Münzwesen", in Schönbergs "Handbuch der politischen Ökonomie" (2. Aufl., Tübing. 1886); "Agrarische Zustände in England", in den "Schriften des Vereins für Sozialpolitik" (Bd. 27).)

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nasse war Stadtrat in Bonn. Außerdem gehörte er als Mitglied der freikonservativen Partei von 1869 bis 1879 dem Preußischen Abgeordnetenhauses an, wo er den Wahlkreis Regierungsbezirk Koblenz 4 (KreuznachSimmernZell) vertrat.[1]

Nasse war Mitbegründer des Vereins für Sozialpolitik. Ab 1874 war er Vorsitzender des Vereins. Im Jahr 1889 wurde er Mitglied im preußischen Herrenhaus, verstarb aber, bevor er an einer Sitzung teilnehmen konnte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bernhard Mann u. a. (Bearb.): Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867–1918. (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 3). Droste Verlag, Düsseldorf 1988, S. 280; zu den Wahlergebnissen siehe Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5182-3, S. 764–767.