Erwin Sellering

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Erwin Sellering (2013)

Erwin Sellering (* 18. Oktober 1949 in Sprockhövel) ist ein deutscher Jurist und Politiker (SPD). Vom 6. Oktober 2008 bis zum 4. Juli 2017 war er Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern. Er trat wegen einer Krebserkrankung als Spitzenpolitiker zurück. Zuvor war er ab 2006 Sozialminister und von 2000 bis 2006 Justizminister dieses Landes.

Sellering ist weiterhin Landtagsabgeordneter in Mecklenburg-Vorpommern.

Leben und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sellering entstammt einem protestantisch-konservativen Elternhaus; sein Vater war Presbyter und engagierte sich als langjähriges Mitglied der CDU kommunalpolitisch.[1]

Nach dem Abitur am Gymnasium Waldstraße in Hattingen absolvierte Sellering ein Studium der Rechtswissenschaften an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der Ruhr-Universität Bochum und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, das er 1975 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. 1978 bestand er die zweite juristische Staatsprüfung und wurde noch im selben Jahr zum Richter auf Probe ernannt. 1981 erfolgte seine Ernennung zum Richter am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen. 1994 wurde Sellering Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Greifswald. Er war von Januar bis November 1996 als Sekretariatsleiter des zweiten parlamentarischen Untersuchungsausschusses des Landtages Mecklenburg-Vorpommern der 2. Wahlperiode an die Landtagsverwaltung abgeordnet.[2] Anschließend wurde er im Dezember 1996 zum Vizepräsidenten des Verwaltungsgerichts Greifswald ernannt.

Vom 10. November 1998 bis 30. Juni 2000 war er als Abteilungsleiter in die Staatskanzlei des Landes Mecklenburg-Vorpommern abgeordnet.

Aus seiner ersten Ehe gingen zwei Kinder hervor.[3] Erwin Sellering heiratete 2010 ein zweites Mal. 2014 wurde er Vater eines dritten Kindes.[4]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1994 ist Sellering Mitglied der SPD. Seit 1996 gehört er dem SPD-Landesvorstand in Mecklenburg-Vorpommern an und war seit 2003 stellvertretender SPD-Landesvorsitzender. Vom 14. April 2007 bis 2. Juli 2017 war er Vorsitzender des Landesverbandes. Zu seiner Nachfolgerin wurde Manuela Schwesig gewählt. Davor war Sellering Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Greifswald und der SPD-Regionalgruppe Vorpommern.

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der 4. Wahlperiode (2002–2006) ist er Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern. In der 4. und der 6. Wahlperiode (2011–2016)[5] zog er als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises 1, Greifswald in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern ein. In der 5. Wahlperiode (2006–2011) gelang der Einzug in den Landtag über die Landesliste. Bei der Landtagswahl am 4. September 2016 trat Erwin Sellering im Wahlkreis Schwerin I an[6] und gewann dort das Direktmandat.[7] Damit gelang Sellering der Einzug in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern der 7. Wahlperiode (2016–2021) erneut als direkt gewählter Abgeordneter. Auch nach seinem Rücktritt als Ministerpräsident ist Sellering (Stand: Juli 2017) weiterhin Mitglied des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern.

Öffentliche Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landesminister in Mecklenburg-Vorpommern (2000–2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. September 2000 wurde Sellering als Justizminister in die von Ministerpräsident Harald Ringstorff geführte Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern berufen. Nach der Landtagswahl 2006 übertrug Ringstorff ihm am 7. November 2006 die Leitung des Ministeriums für Soziales und Gesundheit.

Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern (2008–2017)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 6. Oktober 2008 wurde Sellering in das Amt des Ministerpräsidenten als Nachfolger des zurückgetretenen Ringstorff gewählt. Bei der Abstimmung im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern erhielt er 40 von 45 möglichen Stimmen der Koalitionspartner SPD und CDU.[8] Seinen ersten Landtagswahlkampf als Ministerpräsident konnte Sellering erfolgreich bestreiten: Bei der Wahl 2011 verbuchte die SPD deutliche Stimmengewinne und wurde mit 35,6 % erneut stärkste Partei. Am 25. Oktober 2011 wurde er mit 42 von 70 Stimmen, zwei weniger als Abgeordnete seiner Koalition anwesend waren, in seinem Amt bestätigt.[9] Am 1. November 2016 wurde er mit 41 von 71 Stimmen in seinem Amt bestätigt.

Am 30. Mai 2017 kündigte Sellering an, aus gesundheitlichen Gründen vom Amt als Ministerpräsident und als SPD-Landesvorsitzender zurückzutreten. Grund dafür sei eine Lymphdrüsenkrebs-Erkrankung. Sellering schlug gleichzeitig Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig als Ministerpräsidentin und SPD-Landesvorsitzende vor.[10] Sie löste Sellering am 4. Juli 2017 als Regierungschef ab.

Kabinette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Erwin Sellering – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erwin Sellering. In: wiwo.de. Archiviert vom Original am 8. Dezember 2014, abgerufen am 30. Mai 2017.
  2. Drucksache 2/3573: Beschlussempfehlung und Bericht des 2. Parlamentarischen Untersuchungsausschusses nach Artikel 34 der Verfassung des Landes Mecklenburg-Vorpommern gemäß Beschluß des Landtages vom 28. September 1995 – Drucksache 2/784. Landtag Mecklenburg-Vorpommern, 25. Februar 1998, abgerufen am 30. Mai 2017 (pdf, 670 kB).
  3. Ministerpräsident Sellerings romantische Hochzeit. In: Welt Online. 28. August 2010, abgerufen am 30. Mai 2017.
  4. Mit 64 wieder junger Vater! In: bild.de. 3. August 2014, abgerufen am 30. Mai 2017.
  5. Die Abgeordneten des Landtages. Landtag Mecklenburg-Vorpommern, 17. Januar 2014, abgerufen am 30. Mai 2017.
  6. Schweriner SPD stellt Weichen für Superwahljahr. SPD Mecklenburg Vorpommern, 30. September 2015, abgerufen am 27. Februar 2016.
    Sellering und Heydorn treten in Schwerin an. Schweriner Volkszeitung (SVZ), 30. September 2015, abgerufen am 30. Mai 2017.
  7. Vorläufiges Ergebnis Wahlkreis 8: Schwerin I. Die Landeswahlleiterin Mecklenburg-Vorpommern, 4. September 2016, abgerufen am 11. September 2016 (html).
  8. Sellering löst Ringstorff als Regierungschef ab. In: stern.de. 6. Oktober 2008, abgerufen am 30. Mai 2017.
  9. Mecklenburg-Vorpommern: Sellering erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. In: Spiegel Online. 25. Oktober 2011, abgerufen am 30. Mai 2017.
  10. Ministerpräsident Sellering tritt zurück. In: ndr.de, 30. Mai 2017, abgerufen am 30. Mai 2017.