Erythrämie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Die Erythrämie, auch Erythroleukämie oder erythrämische Myelose ist eine Form der akuten myeloischen Leukämie. Ca. 5 % der Leukämien sind Erythrämien. Nach der FAB-Klassifikation (French-American-British) der Leukämie hat die Erythrämie den Typ M6. Man unterscheidet eine akute und eine chronische Form der Erythrämie. Früher wurde die Polycythaemia vera, die zu den Myeloproliferativen Erkrankungen gehört, zu der Erythrämie gezählt.

Molekulare Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursache und Pathogenese der Erkrankung sind bisher ungeklärt. Die Erythrämie entsteht durch eine Entartung der Erythropoese, das heißt des Bildungsprozesses der roten Blutkörperchen. Es überwiegen unreife Erythrozyten mit verkürzter Lebensdauer, so genannte Erythroblasten, die bei abnormer Größe auch Megaloblasten genannt werden. Auffallend sind die Größenunterschiede der roten Blutkörperchen bzw. ihrer Vorstufen und deren ungewöhnliche Gestalt gegenüber gesunden Zellen.

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fieber sowie Schwellungen von Leber und Milz kennzeichnen die akute Erythrämie. Der Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten) verursacht eine Neigung zu Blutungen. Nicht selten kommt es zu einer schweren Anämie. Da auch die Anzahl der Granulozyten meist vermindert ist besteht eine Anfälligkeit gegen Infektionen. Unbehandelt führt die akute Erythrämie in wenigen Monaten zum Tod.
  • Die chronische Erythrämie ist selten und verläuft gegenüber der akuten in einer abgeschwächten Form. Manchmal ist sie schwer von der sideroblastischen Anämie abzugrenzen, die bei einer Eisenverwertungsstörung auftritt. Weniger ausgeprägte Veränderungen weisen die Erythroblasten auf.

Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diagnose erfolgt mittels Blutbild und Befundung des Knochenmarkes. Hier kann man eine Linksverschiebung (siehe Kernverschiebung) der Erythropoese erkennen. Die Unterscheidung von anderen Subtypen der Leukämie ist oft nicht leicht.

Therapie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Behandlung der Erythrämie erfolgt mit Zytostatika (tumorhemmenden Substanzen). Zudem werden Bluttransfusionen eingesetzt.

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erythrämie und Erythroleukämie. In: Microsoft Encarta 2008
  • Roche Lexikon Medizin. 4. Auflage, Urban & Fischer, München 1999
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt nicht eine Diagnose durch einen Arzt. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!