Erzbistum Olmütz

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Erzbistum Olmütz
Karte Erzbistum Olmütz
Basisdaten
Staat Tschechien
Diözesanbischof Jan Graubner
Weihbischof Josef Hrdlička
Generalvikar Josef Nuzík
Fläche 10.018 km²
Dekanate 22 (31.12.2011 / AP 2013)
Pfarreien 419 (31.12.2011 / AP 2013)
Einwohner 1.403.000 (31.12.2011 / AP 2013)
Katholiken 743.400 (31.12.2011 / AP 2013)
Anteil 53 %
Diözesanpriester 264 (31.12.2011 / AP 2013)
Ordenspriester 101 (31.12.2011 / AP 2013)
Ständige Diakone 34 (31.12.2011 / AP 2013)
Katholiken je Priester 2.037
Ordensbrüder 133 (31.12.2011 / AP 2013)
Ordensschwestern 252 (31.12.2011 / AP 2013)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Tschechisch
Kathedrale St.-Wenzels-Dom
Website www.ado.cz
Suffraganbistümer Bistum Brünn
Bistum Ostrau-Troppau

Das Erzbistum Olmütz (lat.: Archidioecesis Olomucensis, tschech.: Arcibiskupství olomoucké bzw. Arcidiecéze olomoucká) ist eine in Tschechien gelegene Erzdiözese der römisch-katholischen Kirche mit Sitz in Olmütz.

Als Bistum wurde Olmütz 1063 erstmals urkundlich erwähnt, es unterstand bis ins 18. Jahrhundert dem Erzbistum Prag. Am 5. Dezember 1777 wurde Olmütz zur Erzdiözese erhoben. Gleichzeitig wurde das Bistum Brünn als Suffragan der Erzdiözese Olmütz errichtet. Heute umfasst das Erzbistum im Wesentlichen die Region Nord- und Mittelmähren (Olomoucký kraj) und ist in 22 Dekanate unterteilt.

Wappen des Erzbistums Olmütz

Geschichte[Bearbeiten]

Erzbistum Mähren[Bearbeiten]

863 holte Fürst Rastislav von Mähren die Mönche Kyrill und Method zur Mission in sein Herrschaftsgebiet. 880 ernannte der Papst Method zum ersten Erzbischof für Pannonien und Mähren. Es entstand das erste katholische Erzbistum östlich des Fränkischen Reiches. Sein Sitz war wahrscheinlich in Veligrad, dem damaligen Zentrum des Mährerreiches. Nach dem Tod Methods 885 übernahm übernahm Bischof Wiching von Nitra die Verwaltung des Erzbistums, offenbar, ohne förmlich zum Erzbischof ernannt worden zu sein. Um 992 musste er das Mährerreich verlassen.

Um 898/900 kam aus Rom eine Gesandtschaft von einem Erzbischof und drei Bischöfen für das Mährerreich. Der Erzbischof saß wahrscheinlich wieder in Veligrad, ein Bischof wahrscheinlich wieder in Nitra, die Sitze der anderen sind unklar (Krakau?, Prag?, Breslau?). 910 wurden noch einmal ein Erzbischof und drei Bischöfe genannt.

976 wurde ein Bischof Vratislav erwähnt, der zusammen mit Bischof Thietmar von Prag das Erzbistum Mainz besuchte. Seine Diözese wurde nicht genannt. Sein Name deutet auf ein mährisches Bistum. Außerdem wurden die Bischöfe Johann und Sylvester erwähnt.

Bistum Olmütz[Bearbeiten]

1063 wurde das Bistum Olmütz durch Fürst Vratislav II. gegründet. Erster Bischof wurde Johann I. von Breunau Das Territorium des Bistums erstreckte sich über ganz Mähren. Mähren hatte im 13. Jahrhundert die größte Pfarreidichte Europas.

Eine bedeutende Rolle sowohl in der Seelsorge als auch im wirtschaftlichen Leben spielten die Klöster der Benediktiner, die ab dem 10. Jahrhundert die Gegend besiedelten, sowie der Prämonstratenser und Zisterzienser. Deren Klöster und Gebäude wurden zum Zentrum der Kultur, der Kunst und Bildung.

Der Dreißigjährige Krieg hinterließ im Land eine breite Spur der Verwüstung. Das Land musste neu aufgebaut werden und brauchte gebildete junge Menschen. Diese wurden überwiegend in den Schulen und Gymnasien (Klöstern) der ansässigen Orden der Piaristen und der Jesuiten ausgebildet und erzogen. Viele der Absolventen formten das neue Leben in Mähren, einige davon gehörten später zu den Volksaufklärern.

Noch während dieses Krieges wurde mit dem Bau des Bischofspalastes begonnen, der von Giovanni Pietro Tencalla entworfen und unter dem Bischof Karl II. von Liechtenstein-Kastelkorn 1674 vollendet wurde.

Erzbistum Olmütz[Bearbeiten]

1777 erfolgte die Erhebung zum Erzbistum.

1742 wurde für den preußisch gewordenen Teil das Kommissariat Katscher eingerichtet.

Generalvikariat Branitz[Bearbeiten]

Aus dem o.g. Jurisdiktionsbezirk Katscher wurde später das Generalvikariat Branitz. Das Generalvikariat Branitz war in 41 Pfarreien und sechs Kuratien eingeteilt. Hier amtierten 83 Priester. Es umfasste im Jahr 1940 rund 81.000 Gläubige im Gebiet um Leobschütz in Oberschlesien. Politisch zu Schlesien gehörend, unterstand es kirchlich aber im Rang eines Generalvikariates der tschechischen Erzdiözese Olmütz.[1]

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Deutschsprachiges Gebet- und Gesangbuch der Erzdiözese Olmütz aus dem Jahr 1937

In den Jahren 1945 bis 1947 verlor das Erzbistum durch staatlich organisierte Vertreibung seine deutschen Gläubigen. Während des totalitären Regimes der Tschechoslowakei blieb der Stuhl des Olmützer Erzbischofs nach dem Tode von Erzbischof Josef Matocha ab 1961 bis 1989 unbesetzt, da die kommunistischen Machthaber eine Neueinsetzung durch den Heiligen Stuhl verhinderten. Erst nach der Samtenen Revolution im November 1989 konnte der damals 73-jährige František Vaňák als Apostolischer Administrator und kurz darauf als Erzbischof ernannt und geweiht werden.

Bischof[Bearbeiten]

Metropolitan ist seit 28. September 1992 der vormalige Weihbischof Jan Graubner. Er ist gleichzeitig Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz. Weihbischof ist seit 1990 Josef Hrdlička.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Erzbistum Olmütz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Michael Hirschfeld: Katholisches Milieu und Vertriebene. Aus der Reihe "Forschungen und Quellen zur Kirchen- und Kulturgeschichte Ostdeutschlands, Band 33". Köln 2002. S. 5