Erzeparchie Lemberg (Armenier)

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Armenische Kathedrale Lemberg, bis zum Zweiten Weltkrieg Kathedrale der unierten Armenier, 2001 der autokephalen Armenischen Apostolischen Kirche übergeben

Die Erzeparchie Lemberg (lateinisch Archieparchia Leopolitana Armenorum) ist eine armenisch-katholische Erzeparchie in der Ukraine.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit dem 14. Jahrhundert leben Armenier in Lemberg (heute Lwiw).[1] Sie erhielten mit der Erzeparchie Lemberg 1630 ein eigenes Bistum,[2] das zugleich Metropolitansitz wurde. Ehemals etwa 5.000 armenische Christen zählend, die in 3 Dekanaten mit 9 Pfarreien und 19 Kapellen lebten und von 20 Priestern, die oftmals birituell, also im Armenischen- und im Römisch-Katholischen Ritus Gottesdienst feiernd, waren, gab es in Lemberg auch ein Kloster mit zwischen 11 und 19 armenischen Benediktinerinnen.

Noch vor dem Zweiten Weltkrieg verstarb der Erzbischof, ohne dass ein Nachfolger gewählt worden war. Am 4. Mai 1945 wurde der Administrator der Erzeparchie verhaftet und nach Sibirien verschleppt, wo er auch verstarb. Schon 1946 siedelten die Mehrzahl der Gläubigen und 8 Priester nach Polen über, denen 1947 auch die Benediktinerinnen folgten. Die Erzeparchie hatte sich damit quasi aufgelöst und befindet sich bis auf den heutigen Tag unter Vakanz.

Da die Gemeinde 1991 lediglich noch zwischen 20 und 30 Gläubige zählte, konnte sie vom Staat ihre Kathedrale nicht mehr zurückfordern.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Weise: Spuren der armenischen Gemeinde in Lemberg. Von der Ansiedlung der Armenier in der Ukraine im 11. Jahrhundert bis zum Ende der armenischen Gemeinden in den Jahren 1940-1946 und ihrer Wiederbegründung im Jahre 1989. In: Günter Prinzing, Andrea Schmidt (Hrsg.): Das Lemberger Evangeliar. Eine armenische Bilderhandschrift (= Sprachen und Kulturen des Christlichen Ostens 2) Wiesbaden 1997, S. 143–169.
  • Christian Weise: Die armenische Diözese Ukraine. In: Der Christliche Osten 58 (2003) 237–248. (hier die weitere einschlägige italienische, polnische und ukrainische Literatur. Vgl. ferner Rezensionen mit Nennung weiterer Literatur in der armenisch-aeutschen Korrespondenz)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. Armenians, Armenier in der Ukraine, Artikel auf Seiten der www.encyclopediaofukraine.com, abgerufen am 21. November 2008.
  2. vgl. Year 1630, Diocese Events, Gründung der Erzeparchie, Daten von Seiten der www.catholic-hierarchy.org, abgerufen am 21. November 2008.