Erzgebirgsmuseum

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Erzgebirgsmuseum an der Großen Kirchgasse in Annaberg
Lichterbergmann zur Weihnachtszeit im Eingangsbereich

Das Erzgebirgsmuseum ist ein Museum in Annaberg-Buchholz. Die Präsentation zeigt Exponate der erzgebirgischen Volkskunst (insbesondere Schnitz- und Klöppelarbeiten bzw. Posamenten) und gibt Einblick in die Geschichte der Stadt Annaberg sowie des Silberbergbaus in der Region. Im Besitz des Museums befindet sich außerdem ein Werk aus der Werkstatt Lucas Cranach des Jüngeren von 1572 sowie eine große Sammlung wertvoller Zinngefäße. Dem Museum angeschlossen ist das Besucherbergwerk Im Gößner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einrichtung wurde 1887 als Museum erzgebirgischer Alterthümer begründet und war zunächst im Rathaus der Stadt Annaberg untergebracht. Grundstock der Präsentation bildeten private Sammlungen und Schenkungen Annaberger Bürger. Aufgrund einer raschen Erweiterung der Ausstellung wurde 1891 das heutige Domizil gegenüber der St. Annenkirche bezogen. 1905 erfolgte auf Initiative des Erzgebirgsvereins, der die Einrichtung bis 1927 ideell und finanziell trug, die Umbenennung in Erzgebirgsmuseum. Das Profil des Museums wurde wesentlich durch den Heimatforscher und ersten Direktor Emil Finck geprägt.

Bei Bauarbeiten wurde in der Gegend um das Museum im Jahre 1992 ein weit verzweigtes Stollensystem aus den Anfangstagen des Annaberger Silberbergbaus um 1500 entdeckt und im August 1995 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Leiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellung von alten Modellen der Annaberger Kät
  • Emil Finck (1887–1922)
  • Rudolf Kohlmann (1922–1929)
  • Karl Bursian (1929–1955)
  • Helmut Breitung (1955–1964)
  • Rudi Gellrich (1964–1986)
  • Jörg Nicklaus (1986–2004)[1]
  • Jörg Bräuer (2005–2010)[2]
  • Silke Kral (2010–2011)[3]
  • Jörg Bräuer (2011, interim)
  • Desirée Baur (2012–2013)[4]
  • Wolfgang Blaschke (seit 1. Dezember 2013)

Themen des Museums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sargschild eines Posamentierers

Dokumente und Sachzeugnisse aus der Geschichte der Stadt und des oberen Erzgebirges werden gezeigt. Weitere Themen sind Bergbau und sakrale Kunst im Spätmittelalter. Erzeugnisse aus dem Handwerk der Töpfer, Zinngießer und Posamentierer sind zu sehen, auch Klöppelspitzen, Schnitzereien und Waffen. Bürgerliche und bäuerliche Lebenskultur früherer Zeiten werden thematisiert, so in einer Bauernstube. "Barbara Uthmann - eine Annabergerin schreibt Geschichte" ist die 2014 neu gestaltete Dauerausstellung zu Barbara Uthmann betitelt.
Im Hof des Museums ist der Eingang zu dem früheren Silberbergwerk „Im Gößner“. In einem Teil des früheren Bergwerks ist der Silberbergbau um 1500 unter der Altstadt zu besichtigen.[5]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Annaberger Museumsblätter, hrsgg. v. Jörg Nicklaus, Annaberg-Buchholz 1987 ff.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helmut Breitung (Hrsg.): 70 Jahre Erzgebirgsmuseum 1887–1957. Annaberg-Buchholz 1957.
  • Jörg Nicklaus (Hrsg.): 100 Jahre Erzgebirgsmuseum 1887–1987. (Annaberger Museumsblätter 1), Annaberg-Buchholz 1987.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freie Presse, Lokalausgabe Marienberg vom 13. Juni 2007, S. 12: Erzgebirgsmuseum startet in 121. Jahr. (PDF; 246 kB)
  2. Freie Presse, Lokalausgabe Annaberg-Buchholz vom 26. November 2009: Kreisstadt braucht einen neuen Museumschef.
  3. Freie Presse, Lokalausgabe Annaberg-Buchholz vom 9. Juli 2011, S. 9: Entlassung: Museumsleiterin muss ihren Hut nehmen – Arbeitsverhältnis wird zum 30. September aufgelöst
  4. Freie Presse, Lokalausgabe Annaberg-Buchholz vom 11. November 2011, S. 9.
  5. Darstellung des Museums auf der Webseite der Stadt Annaberg-Buchholz

Koordinaten: 50° 34′ 42″ N, 13° 0′ 16″ O