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Erzherzog Carl-Haus

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Erzherzog Carl-Haus in Deutsch-Wagram

Das Erzherzog Carl-Haus ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in Deutsch-Wagram in Niederösterreich. Es befindet sich in der Erzherzog-Carl-Straße 1 und beherbergt heute das Napoleon- und Stadtmuseum Deutsch-Wagram. Während des Feldzuges von 1809 diente das damalige Haus Nr. 2 im Juni und Juli 1809 als Hauptquartier des österreichischen Oberbefehlshabers Erzherzog Carl vor und während der Schlacht bei Wagram.[1] Es befindet sich an der Kreuzung der Angerer Bundesstraße und der Landesstraße 6 an der heutigen Adresse Erzherzog-Carl-Straße 1.

Das Gebäude gehört zu den älteren erhaltenen Häusern von Deutsch-Wagram. Sein genaues Errichtungsjahr ist nicht bekannt; als Haus Nr. 2 der alten Konskriptionsnummerierung ist es jedoch bereits 1743 nachweisbar, als es sich im Besitz der Familie Zehetbauer befand.[1]

Nach Otto Schilder befand sich das damalige Haus Nr. 2 von 1790 bis 1804 im Besitz der Familie Vögl, von 1804 bis 1808 im Besitz von Marianne von Baratta und von 1808 bis 1813 im Besitz von Therese Edle von Managetta und Lerchenau. Damit stand das Haus zur Zeit der Nutzung als Hauptquartier Erzherzog Carls mit der Familie Managetta und Lerchenau in Verbindung.[2]

Während des Feldzuges von 1809 wurde das Haus zum Hauptquartier Erzherzog Carls. Das ursprüngliche Hauptquartier befand sich im Haus Markgrafneusiedl Nr. 10, musste jedoch nach einem Brand am 2. Juni 1809 kurzfristig verlegt werden. Nach einem Zwischenstopp in Obersiebenbrunn erreichte der österreichische Stab am 3. Juni Deutsch-Wagram und bezog das Haus Nr. 2, das bis zum Ende der Kampfhandlungen am 6. Juli als Hauptquartier diente.[1] Eine Inschrift nennt das Haus als Hauptquartier vom 4. Juni bis zum 6. Juli 1809.[3][4]

Restaurierung und Museum

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Vor der Restaurierung befand sich das Gebäude in sanierungsbedürftigem Zustand. Am 20. Dezember 1984 erwarb der Architekt Hansjörg Schweinhammer das Anwesen und begann mit Planungen zur Restaurierung. Am 14. November 1986 stimmte der Stadtrat einer musealen Nutzung von Teilen des Hauses zu.[1]

Nach Restaurierung und Adaptierung wurde das Erzherzog Carl-Haus am 2. Oktober 1993 als Heimatmuseum eröffnet. Heute beherbergt es das Napoleon- und Stadtmuseum Deutsch-Wagram. Die Ausstellungen behandeln sowohl die Stadtgeschichte von Deutsch-Wagram als auch die Ereignisse des Jahres 1809 und die Schlacht bei Wagram.[1]

Das Haus mit zwei Geschoßen und mit sieben Fensterachsen ist verputzt und mit einem Walmdach gedeckt. Im Untergeschoß öffnen sich zwei schlichte Portale. An der Westseite des Gebäudes befindet sich ein 1959 geschaffenes, über zwei Geschoße reichendes Sgraffito von R. Pertermann. Es wurde von Baumeister Michael Vogl und seiner Ehefrau Hedwig finanziert. Dargestellt sind Erzherzog Carl zu Pferd sowie zwei Soldaten mit Trommel und Fahne. Die Inschrift erinnert an die Funktion des Hauses als Hauptquartier Erzherzog Carls im Juli 1809.

Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. In der Denkmalliste des Bundesdenkmalamtes wird es als Erzherzog Carl-Haus beziehungsweise Napoleon- und Stadtmuseum geführt.[5]

  • Otto Schilder: Geschichte der Marktgemeinde Deutsch-Wagram. Nebst Hinweisen auf die nähere Umgebung, insbesondere auf die Gemeinden Aderklaa und Parbasdorf. Deutsch-Wagram 1959.
  • Otto Schilder: Deutsch-Wagram. Gegenwart und Vergangenheit. Deutsch-Wagram 1979.
  • Manfred Groß: Denkmäler und Marterl. In: Bewegende Geschichte. Ein Bilderbogen zur Entwicklung der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram. Deutsch-Wagram in Wort und Bild – vom 12. Jahrhundert bis 2009. Deutsch-Wagram 2009, ISBN 978-3-200-01592-0, S. 355–370.
  • Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich nördlich der Donau. Verlag Berger, Horn/Wien 1990.
Commons: Erzherzog Carl-Haus, Deutsch-Wagram – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 Erzherzog Carl-Haus. In: Museum Deutsch-Wagram. Abgerufen am 11. Juni 2026.
  2. Otto Schilder: Geschichte der Marktgemeinde Deutsch-Wagram. Nebst Hinweisen auf die nähere Umgebung, insbesondere auf die Gemeinden Aderklaa und Parbasdorf. Deutsch-Wagram 1959, S. 35.
  3. Otto Schilder: Deutsch-Wagram. Gegenwart und Vergangenheit. Deutsch-Wagram 1979, S. 80–81.
  4. Manfred Groß: Denkmäler und Marterl. In: Bewegende Geschichte. Ein Bilderbogen zur Entwicklung der Stadtgemeinde Deutsch-Wagram. Deutsch-Wagram in Wort und Bild – vom 12. Jahrhundert bis 2009. Deutsch-Wagram 2009, ISBN 978-3-200-01592-0, S. 363.
  5. Denkmalverzeichnisse. Bundesdenkmalamt, abgerufen am 11. Juni 2026.

Koordinaten: 48° 17′ 44,3″ N, 16° 33′ 28,1″ O