Erzstift

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Ein Erzstift bezeichnet den Kirchenbesitz und die Liegenschaften eines Erzbischofs.

Die Erzstifte waren bis zum Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation die weltlichen Landesherrschaften der Erzbischöfe in ihrer Eigenschaft als weltliche Fürsten (siehe Kirchenfürst). Der Begriff des Erzstifts ist zu unterscheiden vom Erzbistum, in dem die Erzbischöfe die geistliche Oberleitung innehatten.

Drei der Erzstifte (Kurmainz, Kurköln, Kurtrier) hatten eine Stimme bei der Wahl des römisch-deutschen Königs und wurden daher die geistlichen Kurfürstentümer genannt. Bereits Karl der Große hatte diese drei Bistümer vom Papst zu Erzbistümern erheben lassen, ferner noch die Erzdiözese Salzburg. Nach der Reichsmatrikel von 1521 zählten zu den geistlichen Reichsfürsten – neben den drei Kurfürsten – die Erzbischöfe von Salzburg, Magdeburg, Bremen und Besançon. (Ferner 46 weitere Fürstbischöfe und Fürstäbte. Diese Zahl verringerte sich bis 1792 auf 33, darunter die drei Kurfürsten, die beiden Erzbischöfe von Salzburg und Besançon und 22 Bischöfe.)

Das Stiftsvermögen wurde unterschieden in das „Tafelgut“ (zur Bestreitung des Haushalts des Erzbischofs) und das „Kapitelgut“, über das das Domkapitel (die Gemeinschaft der Domherren) unabhängig vom Erzbischof verfügen konnte. Unabhängig vom Stiftsvermögen blieb das Privatvermögen des jeweiligen Amtsinhabers.

Die weltlichen Fürstentümer einfacher Bischöfe hießen Hochstifte oder Hochstifter.[1] Mit ihnen teilten die Erzstifter die – im dortigen Artikel dargestellte – Rechtsstellung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WiktionaryWiktionary: Erzstift – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. In dieser Form z. B. verwendet bei: Hermann Wiesflecker: Meinhard der Zweite. Tirol, Kärnten und ihre Nachbarländer am Ende des 13. Jahrhunderts. Verlag Wagner, Innsbruck 1955. In: Leo Santifaller (Hrsg.): Veröffentlichung des Instituts für österreichische Geschichtsforschung Band 16; Raimund Klebelsberg (Hrsg.): Schlern Schriften, Band 16. S. 23 u. a.