Eschau (Bas-Rhin)

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Eschau
Wappen von Eschau
Eschau (Frankreich)
Eschau
Region Elsass
Département Bas-Rhin
Arrondissement Strasbourg
Kanton Illkirch-Graffenstaden
Gemeindeverband Eurométropole de Strasbourg
Koordinaten 48° 29′ N, 7° 43′ OKoordinaten: 48° 29′ N, 7° 43′ O
Höhe 142–148 m
Fläche 11,83 km²
Einwohner 4.763 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 403 Einw./km²
Postleitzahl 67114
INSEE-Code
Website http://www.eschau.fr

Abteikirche Saint-Trophime, Eschau
Campanile, Eschau

Eschau ist eine französische Gemeinde mit 4763 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Bas-Rhin in der Region Elsass.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eschau liegt im südlichen Teil der Agglomeration um Strasbourg. Der Rhein bildet im Osten die Staatsgrenze zur Bundesrepublik Deutschland. Zwischen Eschau und dem nördlich angrenzenden Illkirch-Graffenstaden liegen drei Baggerseen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eschau gehörte seit dem Ende des 13. Jahrhunderts zur Herrschaft Lichtenberg.[1] Die Herren von Lichtenberg hatten das Dorf vermutlich von denen von Ötingen gekauft.[2] In der Herrschaft Lichtenberg war es nur formal dem Amt Wolfisheim zugeordnet[3], weil es insgesamt als Lehen an die von Ratsamhausen weiter vergeben war.[4] In der Folgezeit kam das Amt Wolfisheim – und mit ihm auch Lehensoberherrschaft über Eschau – 1480 zur Grafschaft Hanau-Lichtenberg und 1736 an die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Auch in dieser Zeit wird es noch als Bestandteil des Amtes Wolfisheim genannt.[5]

Mit der Reunionspolitik Frankreichs unter König Ludwig XIV. kam auch Eschau unter französische Oberhoheit, mit dem durch die Französische Revolution begonnenen Umbruch wurde es französisch.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2013
2099 2490 2881 3109 3828 4410 4758 4763

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die im späten 10. Jahrhundert erbaute ottonisch-romanische Abteikirche Saint-Trophime des ehemaligen Klosters Eschau gehört zu den ältesten Kirchen im Elsass. Deshalb ist Eschau ein Ort an der Romanischen Straße. Teile des reich verzierten Kreuzgangs (11./12. Jahrhundert) sowie der romanischen Innenausstattung des ehemaligen Klosters befinden sich heute im Musée de l’Œuvre Notre-Dame in Straßburg. 1987 wurde auf dem die Kirche umgebenden Friedhof, aus Respekt vor der alten Kirche etwa 80 Meter südöstlich, ein Campanile erbaut, der sechs Glocken enthält.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich des Ortes verläuft die Departementsstraße 468. Durch den Ort verläuft der Rhein-Rhône-Kanal. Eschau war von 1886 bis 1957 an die Überlandstraßenbahn Strasbourg–Marckolsheim der Compagnie des Tramways Strasbourgeois angeschlossen.[6]

Im nördlichen Gemeindegebiet verbindet die Pierre-Pflimlin-Brücke die französische Route nationale 353 (neu) mit der baden-württembergischen Landesstraße L 98, die nach Offenburg führt.

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche Partnergemeinde von Eschau ist Hohberg in Baden-Württemberg, das wenige Kilometer entfernt südlich von Offenberg liegt. Zur Gemeinde Goldscheuer auf der anderen Rheinseite bestehen freundschaftliche Beziehungen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Eyer: Das Territorium der Herren von Lichtenberg 1202–1480. Untersuchungen über den Besitz, die Herrschaft und die Hausmachtpolitik eines oberrheinischen Herrengeschlechts = Schriften der Erwin von Steinbach-Stiftung 10. 2. Aufl. Bad Neustadt an der Saale 1985 [Nachdruck des Werks von 1938]. ISBN 3-922923-31-3
  • Friedrich Knöpp: Territorialbestand der Grafschaft Hanau-Lichtenberg hessen-darmstädtischen Anteils. [maschinenschriftlich] Darmstadt 1962. [Vorhanden in Hessisches Staatsarchiv Darmstadt, Signatur: N 282/6].

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eschau (Bas-Rhin) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Knöpp, S. 20.
  2. Eyer, S. 179.
  3. Eyer, S. 233f.
  4. Eyer, S. 208.
  5. Knöpp, S. 20.
  6. Eisenbahnatlas Frankreich. Bd. 1: Nord. Schweers + Wall, Aachen 2015, S. 38.