Eschen (Liechtenstein)

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Eschen
Flagge von Eschen (Liechtenstein)
Fahne
Wappen von Eschen (Liechtenstein)
Wappen
Staat: LiechtensteinLiechtenstein Fürstentum Liechtenstein
Wahlkreis: Unterland
Gemeindenummer: 7007
Kontrollschild: FL
Postleitzahl: 9492 Eschen
9485 Nendeln
UN/LOCODE: LI ESC
Koordinaten: 757968 / 231316Koordinaten: 47° 12′ 50″ N, 9° 31′ 27″ O; CH1903: 757968 / 231316
Höhe: 457 m ü. M.
Fläche: 10,381 km²
Einwohner: 4394 (30. Juni 2018)[1]
Einwohnerdichte: 423 Einwohner pro km²
Ausländeranteil: 34,5 % (30. Juni 2017)[2]
Website: www.eschen.li
EschenEschenGamprinMaurenRuggellSchellenbergBalzersBalzersBalzersPlankenSchaanSchaanSchaanTriesenTriesenbergTriesenbergVaduzVaduzVaduzVaduzVaduzLage der Gemeinde Eschen (Liechtenstein) im Fürstentum Liechtenstein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Lagekarte von Eschen im Fürstentum Liechtenstein

Eschen (Dialekt: Escha) ist die grösste Gemeinde im Unterland des Fürstentums Liechtenstein. Eschen verfügt über eine Exklave und ist somit eine zweigeteilte Gemeinde. Sie ist Hauptort des Liechtensteiner Unterlandes am Südfuss und am Hang des Eschnerbergs. Zur Gemeinde Eschen zählt der Weiler Nendeln mit eigener Poststelle.

Eschen-Nendeln ist industriell geprägt und mit einer Fläche von 10,381 Quadratkilometern und einer Einwohnerzahl von 4394 die grösste Gemeinde des Liechtensteiner Unterlandes. Der Ortsteil Eschen zählt rund 2800 und der Ortsteil Nendeln rund 1400 Einwohner. Angrenzende Gemeinden sind Gamprin, Schellenberg, Mauren, Frastanz in Österreich, Planken, Schaan, Vaduz (Teilstück Riet) sowie, getrennt durch den Rhein, Buchs SG und Sennwald in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eschen (Liechtenstein) (Liechtenstein)
Tentscha
Tentscha
Rheinau
Rheinau
Nendeln
Nendeln
Eschen
Eschen
Gemeindegebiet von Eschen mit der Exklave Rheinau-Tentscha

Eschen ist mit einer Fläche von 10,33 km² die grösste Gemeinde im liechtensteinischen Unterland. Das Dorf Eschen befindet am südlichen Abhang des Eschnerbergs sowie an zwei diesem vorgelagerten Hügeln. Südöstlich von Eschen, am Fuss des Dreischwesternmassivs liegt das Dorf Nendeln, abgetrennt durch das Riet, durch das die Esche fliesst. Eschen grenzt im Norden an Schellenberg, im Westen an Gamprin, im Südwesten an die Schweizer Gemeinden Buchs (SG) und Sennwald, im Nordosten an Mauren, im Osten an Frastanz in Vorarlberg und im Süden an Planken und Schaan.[3]

Eschen verfügt im Südwesten über die Exklave Rheinau-Tentscha mit Auen- und Ackerland.[3] In dieser Exklave befindet sich der postalisch zu Bendern gehörende Produktionsbetrieb der Herbert Ospelt Anstalt.[4] Die Exklave ist von einem rund 500 Meter schmalen, zu Gamprin gehörenden Gebietsstreifen mit dem Industriegebiet Unteratzig vom Rest des Eschner Gemeindegebiets abgetrennt.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eschen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eschen wird im churrätischen Reichsguturbar von 842 erstmals urkundlich in der Form von «Essane» erwähnt. Dieser Name ist vermutlich auf das keltische «esca», das heisst «am Wasser gelegen», zurückzuführen. Auf dem Gemeindegebiet von Eschen liegen die prähistorischen Siedlungsgebiete Malanser und Schneller.

Ein eigens angelegter «Historischer Höhenweg Eschnerberg» bietet dem Wanderer viele Möglichkeiten und zeigt dem historisch Interessierten gleichzeitig das Bild einer wechselvollen Geschichte. Die ältesten Hinweise auf menschliche Besiedlung, die wir derzeit aus dem Gebiet des heutigen Fürstentums Liechtenstein kennen, stammen von den Hügelkuppen Malanser, Lutzengüetle und Borscht auf dem Eschnerberg. Sie datieren in die Zeit um 4700 bis 4000 v. Chr. Als Hinterlassenschaft der damaligen Siedler wurden bei Grabungen Knochen- und Steingeräte, Keramikscherben und Spuren von Gebäuden dokumentiert.

Nendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In schriftlichen Belegen vom 14. bis zum 18. Jahrhundert ist nicht der Begriff «Nendeln», sondern der Terminus «Nendlen» anzutreffen (vgl. die Dialektform «Nendla»). Zum Ursprung des Ortsnamens «Nendeln» liegen keine gesicherten Erkenntnisse vor.
Seit 1872 ist Nendeln an die Bahnstrecke Feldkirch–Buchs angeschlossen (siehe Bahnhof Nendeln).
→ Hauptartikel: Nendeln

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl
 %
60
50
40
30
20
10
0
42,1 %
(-13,4 %p)
38,5 %
(-0,7 %p)
13,2 %
(n. k.)
6,2 %
(n. k.)
keine
(-5,2 %p)
Sonst.
2011

2015


Wappen von Eschen

Das Wappen von Eschen wurde am 16. April 1942 verliehen. Es zeigt eine silberne Taube mit einem blutigen Holzspan im Schnabel oben im blauen Schild und unten das silberne Wellenband der Esche.

Die silberne Taube mit dem blutigen Holzspan ist dem Wappen des Klosters Pfäfers entnommen und stellt einen Bezug zur Gründungslegende dieses Klosters dar. Das Kloster Pfäfers hatte bis zu seiner Aufhebung (1838) die Pfarrpfrund Eschen inne.

Die Flagge der Gemeinde Eschen-Nendeln ist blau, in der Mitte geteilt durch das Silberband der Esche.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevorsteher ist Günther Kranz (VU) (seit 2011). Der Gemeinderat zählt elf Sitze: Die VU und die FBP mit jeweils fünf Sitzen sowie DU mit einem Sitz.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eschen haben unter anderem die Unternehmen Novodent und ThyssenKrupp Presta ihren Stammsitz.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorf Eschen
  • Gerard Batliner (1928–2008), Politiker und Rechtsanwalt, Liechtensteiner Regierungschef 1962–1970

Weitere Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eschen – Sammlung von Bildern
 Wiktionary: Eschen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tabellen der Bevölkerungsstatistik. (XLS; 312 kB) 30. Juni 2018. Amt für Statistik (AS), Fürstentum Liechtenstein, abgerufen am 22. Juni 2019.
  2. Bevölkerungsstatistik. (PDF; 913 kB) 30. Juni 2017. Amt für Statistik (AS), Fürstentum Liechtenstein, S. 15, abgerufen am 31. Januar 2018.
  3. a b Ulrike Mayr, Jürgen Schindler: Eschen. In: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein. 31. Dezember 2011.
  4. Kartenausschnitt aus OpenStreetMap, abgerufen am 31. März 2019
  5. Kartenausschnitt der Schweizerischen Landestopografie, abgerufen am 31. März 2019