Eschenburg

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Eschenburg in Hessen; zu anderen Bedeutungen siehe Eschenburg (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Eschenburg
Eschenburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Eschenburg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 49′ N, 8° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Lahn-Dill-Kreis
Höhe: 370 m ü. NHN
Fläche: 45,71 km²
Einwohner: 10.144 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 222 Einwohner je km²
Postleitzahl: 35713
Vorwahlen: 02774, 02770 (Hirzenhain)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LDK, DIL
Gemeindeschlüssel: 06 5 32 009
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nassauer Straße 11
35713 Eschenburg
Webpräsenz: www.eschenburg.de
Bürgermeister: Götz Konrad (parteilos)
Lage der Gemeinde Eschenburg im Lahn-Dill-Kreis
Dietzhölztal Haiger Eschenburg Siegbach Dillenburg Breitscheid (Hessen) Driedorf Greifenstein (Hessen) Bischoffen Herborn Sinn (Hessen) Mittenaar Hohenahr Ehringshausen Aßlar Lahnau Wetzlar Hüttenberg (Hessen) Solms Leun Braunfels Schöffengrund Waldsolms Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Landkreis Marburg-Biedenkopf Landkreis Gießen Wetteraukreis Hochtaunuskreis Landkreis Limburg-WeilburgKarte
Über dieses Bild

Eschenburg ist eine Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis in Hessen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eschenburg, der für die Gemeinde namensgebende Berg

Die einzelnen Ortsteile Eschenburgs liegen an der Dietzhölze und an in ihren Seitentälern, die westlich an die Ausläufer des Rothaargebirges bzw. die naturräumlich – wie auch das Dietzhölzetal – zum Dilltal gezählte Struth stoßen und östlich ans Gladenbacher Bergland. Einzig der Ortsteil Hirzenhain liegt auf etwa 530 m Höhe bereits auf dem Plateau der Bottenhorner Hochflächen des Gladenbacher Berglandes.

Der niedrigste Punkt der Gemeinde liegt mit 275 m in der Dietzhölzaue, den höchsten mit 609 m bildet die Angelburg.

Eschenburg liegt im Norden des Lahn-Dill-Kreis, etwa 10 km nordöstlich von Dillenburg.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eschenburg grenzt im Norden an die Gemeinden Dietzhölztal (Lahn-Dill-Kreis) und Breidenbach, im Osten an die Gemeinden Steffenberg und Angelburg (alle drei im Landkreis Marburg-Biedenkopf), im Süden an die Gemeinde Siegbach, im Südwesten an die Stadt Dillenburg sowie im Westen an die Stadt Haiger (alle im Lahn-Dill-Kreis).

Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Eschenburg gehören die Ortsteile Eibelshausen, das auch Verwaltungssitz ist, Eiershausen, Roth, Simmersbach, Wissenbach und Hirzenhain.

Rund 2000 ha, das sind 43,8 % der Gemeindefläche, sind bewaldet, davon 985 ha Gemeindewald, der Rest ist Staatswald.

Ortsteil Fläche ha Fläche %
Eibelshausen 685,8 15,0 %
Eiershausen 548,7 12,0 %
Hirzenhain 955,8 20,9 %
Roth 783,3 17,1 %
Simmersbach 722,0 15,8 %
Wissenbach 875,4 19,2 %
Eschenburg 4571,0 100,0 %

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Besiedlung der Gemeinde kann aufgrund von Funden bis in keltische Zeiten nachgewiesen werden. Die ersten urkundlichen Erwähnungen gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Schon frühzeitig wurde an verschiedenen Stellen nach Erzen wie Silber, Nickel, Kupfer und Eisen sowie nach Schiefer und Diabasstein gegraben. Dies hat zur Folge, dass Verarbeitungsbetriebe wie Hütten- und Hammerwerke entstanden. Erst in jüngerer Zeit konnten bei archäologischen Ausgrabungen die Fundamente einer mittelalterlichen Waldschmiede im Ortsteil Wissenbach freigelegt werden, die als Geotop Teil des Nationalen Goeoparks Westerwald-Lahn-Taunus ist.

Im Ortsteil Hirzenhain gründete der Lehrer Emil Schäfer im Jahr 1923 einen Segelflugverein und legte einen Flugplatz an. Erste Experimente mit selbst gebauten Fluggeräten scheiterten. Bereits im Jahr 1928 gelang es dem Flugpionier Max Kegel einen Flug von über einer Stunde Dauer durchzuführen. 1932 fand der erste öffentliche Flugwettbewerb statt. Der Flugbetrieb musste 1945 eingestellt werden, aber bereits 1951 wurde er mit dem ersten Deutschen Segelfliegertreffen wieder aufgenommen. Im Jahr 1962 wurde der Flugplatz Hirzenhain an seine heutige Stelle verlegt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gründung der Gemeinde erfolgte am 1. Oktober 1971 durch den freiwilligen Zusammenschluss der ehemaligen Gemeinden Eibelshausen, Eiershausen und Wissenbach.[2]

Der 589 Meter hohe Berg Eschenburg, sieben Kilometer nordöstlich von Dillenburg, gab der neuen Gemeinde den Namen.

Am 1. Juli 1974 schlossen sich dann noch Hirzenhain sowie Simmersbach und Roth des ehemaligen Landkreises Biedenkopf an.[2]

Eibelshausen ist die größte Ortschaft in der Gemeinde. Sie übt die Mittelpunktfunktion im mittleren Dietzhölztal aus, ist Verwaltungssitz und Schulort der Haupt- und Realschule mit gymnasialem Zweig für zehn Dörfer der Gemeinden Eschenburg und Dietzhölztal.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1961 haben sich die Einwohnerzahlen wie folgt entwickelt (Haupt- und Nebenwohnsitze, in den Jahren 1961 und 1970 nur Hauptwohnsitze):[3][4][2]

Ortsteil Juni 1961 Mai 1970 Dez. 1974 Dez. 1980 Dez. 1990 Dez. 2000 Dez. 2010 Dez. 2012
Eibelshausen 2676 3193 3548 3450 3754 4073 3967 3907
Eiershausen 756 780 792 875 936 1016 962 945
Hirzenhain Ort 1666 1906 1455 1447 1552 1520 1441 1402
Hirzenhain Bhf. s. Ort s. Ort 628 678 719 762 690 681
Roth 447 482 504 499 530 588 582 562
Simmersbach 964 1070 1075 1153 1172 1399 1375 1352
Wissenbach 1384 1521 1596 1676 1883 1892 1938 1840
Eschenburg 7893 8952 9598 9778 10546 11250 10955 10689

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[5] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[6][7]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Von 31 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 48,5 15 46,9 14 52,9 16 52,6 16
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 32,0 10 38,1 12 29,9 9 34,0 11
FWG Freie Wählergemeinschaft 19,5 6 15,0 5 15,8 5 9,3 3
FDP Freie Demokratische Partei 1,4 1 4,2 1
Gesamt 100,0 31 100,0 31 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 37,6 36,7 34,4 43,1
Rathaus in Eibelshausen

Ortspartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1990 besteht eine Partnerschaft mit der Gemeinde Altenfeld in Thüringen.

Kultur, Freizeit und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Heimatmuseum in Eibelshausen sowie der Kulturkreis Eschenburg-Dietzhölztal bieten Ausstellungen und ein Kulturprogramm.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über 750 Jahre alt ist das Dorf Hirzenhain. Dort besteht der zweitälteste Segelfliegerverein auf der Welt.

Auf der Gemarkung des Ortsteils Simmersbach erinnert die Philippsbuche an die Rückkehr des Landgrafen Philipp von Hessen aus fünfjähriger spanisch-niederländischer Gefangenschaft am 10. September 1552.

Turn-, Sport- und Freizeitstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eschenburg gibt es viele Sportvereine, in denen man fast alle Disziplinen betreiben kann, vom Fußball, Handball über Leichtathletik bis zum Turnen, Gymnastik, Tennis etc.

Grillplätze und Freizeitanlagen sind in den Ortsteilen vorhanden. Waldlehrpfade, Wanderwege, Vogelschutz- und Landschaftsschutzgebiete laden zu Wanderungen ein.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten in Eschenburg ansässigen Unternehmen sind:

  • Bosch Thermotechnik GmbH, Werk Eibelshausen
  • Rittal RGS Großschaltschränke GmbH, Werk Wissenbach
  • Kettenbach Medical Dental GmbH, Eibelshausen
  • Giebeler Kunststofftechnik, Wissenbach
  • IVG Industrieverpackungen, Wissenbach
  • Fritz WEG GmbH Technischer Großhandel, Wissenbach
  • Reich GmbH Armaturen, Wissenbach
  • Westerwald Bio GmbH, Roth

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freiwillige Feuerwehren in jedem Ortsteil
  • Hallenbad „Freizeitbad Panoramablick“
  • Jugendzentrum in Eibelshausen
  • Rettungswache (Rettungsdienst Eschenburg GmbH)
  • evangelische oder freie Kindertagesstätten in jedem Ortsteil
  • katholische Kindertagesstätte in Eibelshausen
  • Gemeindebücherei
  • Bürgerhäuser in jedem Ortsteil
  • Mehrzweckhalle in Wissenbach

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundschulen in Eibelshausen, Wissenbach, Hirzenhain, Simmersbach und Eiershausen
  • Holderbergschule (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) in Eibelshausen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 356 und 357.
  3. Dill-Zeitung, 23. Oktober 2010, S. 23
  4. Aktuelle Einwohnerzahlen der Gemeinde Eschenburg
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  7. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  8. Dill-Zeitung, 8. Februar 2008 (PDF; 198 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eschenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien