Eselsburger Tal

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Naturschutzgebiet „Eselsburger Tal“

IUCN-Kategorie IV – Habitat/Species Management Area

170516-02 das Brenztal bei Eselsburg.jpg
Lage Gerstetten und Herbrechtingen im Landkreis Heidenheim, Baden-Württemberg, Deutschland
Fläche 3,18 km²
Kennung 1114
WDPA-ID 81629
Geographische Lage 48° 36′ N, 10° 11′ OKoordinaten: 48° 36′ 23″ N, 10° 10′ 34″ O
Eselsburger Tal (Baden-Württemberg)
Eselsburger Tal
Einrichtungsdatum 26. Mai 1983
Verwaltung Regierungspräsidium Stuttgart
Besonderheiten Felsformation „Steinerne Jungfrauen“
f2
Im Eselsburger Tal
Das Kloster Anhausen an der Brenz am Eingang des Eselsburger Tales

Das Eselsburger Tal ist ein als Naturschutzgebiet geschützter Abschnitt des Brenztals bei Herbrechtingen im baden-württembergischen Landkreis Heidenheim in Deutschland im südöstlichen Teil der Schwäbischen Alb.

Lage und Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eselsburger Tal bildet einen Abschnitt der Brenz. Der Fluss strömt ab dem Kloster Anhausen in der Nähe von Herbrechtingen in einer Schleife des sich stark verengenden Tals um den Höhenzug "Buigen". Zunächst zieht die Brenz ab Anhausen etwa drei Kilometer in Richtung Süden und Südosten,[1] vorbei an der abgegangenen Burg Bindstein und der Burg Falkenstein (Gemeinde Gerstetten), nach einer Kehre beim Ortsteil Eselsburg (Herbrechtingen) geht es Richtung Norden nach Herbrechtingen, wo die Brenz scharf nach Osten abbiegt. Das Eselsburger Tal ist vor allem für seine Naturschönheiten bekannt; die berühmteste darunter sind die „Steinernen Jungfrauen“. Am südlichsten Punkt des Tales liegt die Spitzbubenhöhle.

Kulturlandschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch als Kulturlandschaft ist das Eselsburger Tal von Bedeutung:

Schutzzweck[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schutzzweck ist die Erhaltung einer geologisch interessanten Brenztalschlinge mit einer Vielzahl wertvoller Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten, dem Vorkommen vieler vom Aussterben bedrohter Arten und einem Massenvorkommen von geschützten Pflanzenarten. Hangwälder, Heideflächen, die Talaue der Brenz mit Feuchtgebieten und eine große Anzahl zum Teil überregional bekannter Felsbildungen geben dem Gebiet einen besonderen landschaftlichen Reiz.

Zusammenhängende Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinerne Jungfrauen

Mit dem Naturschutzgebiet „Eselsburger Tal“ sind das FFH-GebietGiengener Alb und Eselsburger Tal“ (7427-341), das Europäische VogelschutzgebietEselsburger Tal“ (7327-441), das LandschaftsschutzgebietEselsburger Tal mit Buigen und angrenzenden Geländeteilen“ (1.35.038), der BannwaldBuigen“ (100073) sowie der SchonwaldEselsburger Tal“ (200367) als zusammenhängende Schutzgebiete ausgewiesen.

Das Tal ist Heimat von über 640 Blütenpflanzen und mehr als 80 Vogelarten.

Unter dem Namen Steinerne Jungfrauen im Eselsburger Tal ist ein Teil des Tales auch als geschütztes Geotop ausgewiesen und Teil des Geoparks Schwäbische Alb.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die touristische Straße der Staufer berührt das Eselsburger Tal. Diese Ferienstraße kann sowohl mit dem Auto, mit dem Fahrrad als auch zu Fuß bereist werden.

Wandern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Main-Donau-Bodensee-Weg des Schwäbischen Albvereins durchzieht das Eselsburger Tal.

Radfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hohenlohe-Ostalb-Weg führt über 186 Kilometer als Radfernweg von Rothenburg ob der Tauber nach Ulm und wird entlang der Brenz durch das Eselsburger Tal geleitet. Ähnlich verläuft der Albtäler-Radweg im Eselsburger Tal. Der „Radwanderweg Brenztal“ durchmisst das Eselsburger Tal vollständig.

Sportklettern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Eselsburger Tal zählt zu den wichtigsten touristischen Attraktionen der Schwäbischen Alb und bietet gute Sportklettermöglichkeiten sowie Bouldermöglichkeiten und gehört zu den interessanten Klettergebieten der Schwäbischen Alb. Routen sind in fast allen Schwierigkeitsgraden eingerichtet. In zahlreichen Veröffentlichungen sind diese Routen und die dazu freigegebenen Felsen beschrieben. Naturschutzbestimmungen beschränken den Kletterbetrieb an manchen Felsen auf bestimmte Monate im Jahr.

Sage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Sage erklärt die Entstehung der „Steinernen Jungfrauen“ und die Entstehung der Ruine der Eselsburg folgendermaßen: „Auf der Eselsburg über dem Tal soll einmal ein Burgfräulein gelebt haben, dem alle Freier nicht gut genug waren. Das Burgfräulein wurde älter und die Freier blieben aus. Daraufhin hasste sie alle Männer. Ihr Hass ging so weit, dass sie ihren beiden Mägden den Umgang mit Männern verbot. Als diese jedoch einmal mit einem jungen Fischer auf den Eisteich hinausfuhren, sollen sie von der bösen Jungfer in die zwei ‚Steinernen Jungfrauen‘ verwandelt worden sein. Am selben Abend soll ein Blitz in die Eselsburg eingeschlagen haben. In dem von ihm entfachten Feuer sei die Jungfer verbrannt.“[3]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundespräsident Karl Carstens, der im April 1981 bei einer seiner zahlreichen Wander-Etappen durch Deutschland das Tal durchquert hatte, bemerkte später, es sei eines der lieblichsten Täler auf seinen Wanderungen gewesen.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimat-Verein Herbrechtingen (Hrsg.): Eselsburger Tal. Kleinod der Ostalb. Herbrechtingen, 1998.
Panorama der Brenz im Eselsburger Tal

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eselsburger Tal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heimat-Verein Herbrechtingen (Hrsg.): Eselsburger Tal. Kleinod der Ostalb. Herbrechtingen, 1998. S. 25.
  2. Der Landkreis Heidenheim (Hrsg. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg und Landkreis Heidenheim). Band II. Thorbecke Verlag, Stuttgart 2000, S. 307 [Herbrechtingen: Geschichte der Stadtteile].
  3. Sage der Steinernen Jungfrauen Homepage der Stadt Herbrechtingen, abgerufen am 19. September 2019.
  4. Heimat-Verein Herbrechtingen (Hrsg.): Eselsburger Tal. Kleinod der Ostalb. Herbrechtingen, 1998. S. 59.