Esgrus

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Esgrus
Esgrus
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Esgrus hervorgehoben
Koordinaten: 54° 43′ N, 9° 47′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Schleswig-Flensburg
Amt: Geltinger Bucht
Höhe: 29 m ü. NHN
Fläche: 18,05 km2
Einwohner: 779 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 24402,
24395 (Holzkoppel, Lüchtoft, Röhrmoos)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 04637
Kfz-Kennzeichen: SL
Gemeindeschlüssel: 01 0 59 109
Adresse der Amtsverwaltung: Holmlück 2
24972 Steinbergkirche
Webpräsenz: www.esgrus.de
Bürgermeister: Hermann Vollertsen (WGE)
Lage der Gemeinde Esgrus im Kreis Schleswig-Flensburg
AhnebyAlt BennebekArnisAusackerBergenhusenBöelBöklungBollingstedtBorenBorgwedelBörmBöxlundBrodersby-GoltoftBusdorfDannewerkDollerupDörpstedtEggebekEllingstedtErfdeEsgrusFahrdorfFreienwillGeltingGeltorfGlücksburg (Ostsee)GrödersbyGroß RheideGroßenwieheGroßsoltGrundhofHandewittHarrisleeHasselbergHavetoftHollingstedtHoltHörupHürupHusbyHüsbyIdstedtJagelJannebyJardelundJerrishoeJörlJübekKappelnKlappholzKlein BennebekKlein RheideKronsgaardKroppLangballigLangstedtLindewittLoitLottorfLürschauMaasbüllMaasholmMedelbyMeggerdorfMeynMittelangelnMohrkirchMunkbrarupNeuberendNiebyNiesgrauNorderbrarupNordhackstedtNottfeldNübelOersbergOeverseeOsterbyPommerbyRabelRabenholzRabenkirchen-FaulückRingsbergRüggeSaustrupSchaalbySchafflundScheggerottSchleswigSchnarup-ThumbySchubySelkSieverstedtSilberstedtSollerupSörupStangheckStapelSteinbergSteinbergkircheSteinfeldSterupStolkStoltebüllStruxdorfSüderbrarupSüderfahrenstedtSüderhackstedtTaarstedtTarpTastrupTetenhusenTielenTolkTreiaTwedtUelsbyUlsnisWagersrottWallsbüllWanderupWeesWeesbyWesterholzWohldeFlensburgKarte
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St.-Marien-Kirche

Esgrus (dänisch: Eskeris oder auch Eskris) ist eine Gemeinde im Kreis Schleswig-Flensburg in Schleswig-Holstein. In ihrer heutigen Form besteht sie seit 1973. Atzbüll (Adsbøl), Birzhaft (Berrishave), Brunsholm, Esgrusschauby (Eskeris Skovby oder Eskris Skovby), Frauenhof, Griesgaard (Grisgaard[2]), Lüchtoft (Løgtoft), Röhrmoos (Rørmose), Rottberg (Rødbjerg), Schwanburg (Svaneborg[3]), Tollschlag (Tolslev), Ulfegraff (Ulvegrav) und Wippendorf (Vippetorp) liegen im Gemeindegebiet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Esgrus wurde 1352 erstmals erwähnt. Der Ortsname leitet sich vermutlich von Es-rus (Steinhaufen, wo Eschen wachsen, von altdän. æski für Eschengehölz) ab[4].

Die St.-Marien-Kirche aus dem 12. Jahrhundert ist eine der ältesten Feldsteinkirchen in Angeln. Der Backstein-Turm stammt aus dem 15. Jahrhundert. Unter dem Turm befindet sich eine Grabkammer für Gut Rundhof.

Am 2. Mai 1945, also zum Ende des Zweiten Weltkrieges, hielt sich Heinrich Himmler mit Gefolge in Ellgaard nahe Atzbüll auf (Lage). Himmler war über die sogenannte Rattenlinie Nord in den Flensburger Raum gekommen, um sich an der letzten Reichsregierung in Flensburg-Mürwik zu beteiligen. Johannes Festesen aus Ellgard berichtete in seinem Tagebuch über Himmlers Aufenthalt in Ellgaard: „Es pochte an unserem Schlafzimmerfenster und mit vor Ehrfurcht ersterbender Stimme hörten wir ihn sagen: „Der Reichsführer und Oberste Befehlshaber der SS, Heinrich Himmler.“ Es blieb mir nichts anderes übrig, als ihn hereinzulassen. Himmler stand vor unserem Haus auf dem Rasen und begrüßte mich mit den Worten: „Sie sollen mich aufnehmen.“ Ich sagte: „Ja, das muss ich ja wohl.“ Darauf er wieder: „Ja, das müssen Sie.“ … Am anderen Morgen verschwand er wieder.“[5] Himmlers nächster Aufenthalt war Hüholz bei Ausacker. An der Flensburger Regierung wurde Himmler nicht beteiligt, weshalb er dann bald darauf weiter nach Süden ins Niedersächsische Gebiet flüchtete, wo er von britischen Soldaten gefangen genommen wurde und kurz darauf am 23. Mai 1945 in Lüneburg Suizid beging.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl 2013 gehören alle elf Mitglieder der Gemeindevertretung der Wählergemeinschaft WGE an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Unter blauem Schildhaupt, darin nebeneinander ein abnehmender silberner Mond und ein sechsstrahliger silberner Stern, in Gold eine bewurzelte grüne Esche.“[6]

Der erste Teil des Gemeindenamens kann Esche bedeuten. Daher ist die Hauptfigur des Wappens eine Esche. Die grüne Farbe und die Bewurzelung des Baumes sind zugleich als Zeichen für ein lebendiges, seiner dörflichen Wurzeln noch bewusstes, ländliches Gemeinwesen zu verstehen. Mond und Stern im Schildhaupt sind die Zeichen der dem Kirchspiel Esgrus übergeordneten Nieharde. Die Harden waren aus noch aus der Wikingerzeit stammende dänische Verwaltungs- und Gerichtssprengel. Esgrus gehörte bis 1867 der Nieharde an. Die Schildfarben sind diejenigen des Herzogtums Schleswig.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde Katzow in Mecklenburg-Vorpommern besteht eine Partnerschaft.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Grünholz

In der Gemeinde haben sich viele Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe angesiedelt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heutige Gemeindeteil Grünholz hatte von 1886 bis Anfang der 1950er Jahre einen Bahnhof an der Flensburger Kreisbahn.[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Liste der Kulturdenkmale in Esgrus stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.

Bei Esgrus befinden sich zwei Gutshöfe, der Hof Brunsholm (auch „Herrenhof“ genannt) sowie das Gut Frauenhof. Das Gut Frauenhof steht auf dem Areal der geschleiften Burg Kappeshoi.[8] Der repräsentativ gestaltete Dreiseithof in Frauenhof ist über eine Allee mit einem Fachwerk-Torhaus zu erreichen. Drei alte adlige Damen mit den merkwürdigen Namen Tan Nails, May Hues und Tekkel Jerrekoks welche dort einst wohnten, sollen einer Sage nach die Stifter der Kirche von Norderbrarup sein, denn sie wollten sich die Zeit für den Kirchgang nach Struxdorf sparen.[9]

Gut Frauenhof, Herrenhaus mit Lindenreihe
Gut Frauenhof, Zufahrtsallee
Gut Frauenhof, Torhaus

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronik des Kirchspiels Esgrus. Herausgegeben im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Kirchspielchronik Esgrus von Georg W. Saß. Band 1. Beschreibender Teil. Husum Verlag, ISBN 978-3-88042-545-3
  • Chronik des Kirchspiels Esgrus. Band 2/1 und 2/2. Haus- und Familienteil, Husum Verlag. ISBN 978-3-88042-712-9
  • Chronik des Kirchspiels Esgrus. Band 3. Haus- und Familienteil. Husum Verlag, ISBN 978-3-89876-855-9

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Esgrus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2016 (XLSX-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Anders Bjerrum, Kristian Hald und Peter Jørgensen: Sydslesvigs stednavne, Band 7, København 1979, S. 376
  3. Anders Bjerrum, Kristian Hald und Peter Jørgensen: Sydslesvigs stednavne, Band 7, København 1979, S. 382
  4. Wolfgang Laur: Historisches Ortsnamenlexikon von Schleswig-Holstein, 2. Auflage, Neumünster 1992, S. 240
  5. sh:z Zivilkleidung, Augenklappe, neuer Name: Doch für Himmler gab es kein Entrinnen, vom 13. Mai 2015; abgerufen am 10. Mai 2017
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein
  7. Das Gasthaus in Grünholz - Ein Gasthaus in Angeln mit Geschichte und Tradition. Geschichte. gasthaus-gruenholz.de, abgerufen am 25. Januar 2018.
  8. gut-frauenhof.de
  9. Vgl. Gundula Hubrich-Messow: Sagen und Märchen aus Angeln, Husum 1987, Seite 75