Eskadron

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Eine Eskadron (vom französischen Wort für Schwadron) ist die kleinste taktische Einheit der Kavallerie. In etlichen modernen Armeen wird der Begriff vor allem im Bereich der Panzertruppe auch weiterhin verwendet.

Ähnlich wie in den meisten Ländern betrug in Deutschland ihre Kriegsstärke im 19. Jahrhundert ca. 150 Pferde und 5 Offiziere. Die einst gebräuchliche Einteilung der Eskadronen in zwei Kompanien wurde in Preußen um 1890 noch beim Regiment der Gardes du Corps beibehalten, hatte aber keine taktische Bedeutung mehr. Fünf Eskadronen (in Russland sechs) bildeten ein Regiment. Eingeteilt wurden die Eskadronen taktisch in vier gleich starke zweigliedrige Züge, jeder Zug in sich wieder in Abmärsche mit je drei nebeneinander für die Marschformation. Für die innere Verwaltung wurde sie geteilt in Beritte, die den Korporalschaften der Fußtruppen entsprachen. An der Spitze der Eskadronen stand ein Eskadronschef, Rittmeister oder zuweilen auch Major. Im französischen Heer gab es einen dem deutschen Major entsprechenden Grad des Chefs d’escadrons[1]. Dieser kommandierte bei der Kavallerie eine Division aus zwei Eskadronen. Führer der Eskadron war dort ein capitaine commandant.

Im 16. Jahrhundert bezeichnete Escadre (von lateinisch exquadra Gevierthaufen) eine Stellungsform des Fußvolks und der Reiterei, aus der im 17. Jahrhundert für letztere die Eskadron, für ersteres das Bataillon hervorging. Eskadronen wurden auch zur Niederschlagung innerer Unruhen eingesetzt. So ritt 1830 in der Berliner Schneiderrevolution eine Eskadron in stärkstem Galopp in eine Menschenansammlung hinein. Eine Kompanie Infanterie ergriff anschließend die Niedergerittenen und schleppte sie zur Wache.[2]

Heute ist eine Eskadron (frz. escadron) ein Verband in Bataillonsstärke bei den Luftstreitkräften und Heeresfliegern.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. bei der Kavallerie immer im Plural
  2. Ilja Mieck: Von der Reformzeit zur Revolution (1806–1847). In: Wolfgang Ribbe (Hrsg.): Geschichte Berlins, Erster Band. C.H. Beck, München 1987, ISBN 3-406-31591-7, S. 527.
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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