Eskişehir

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Dieser Artikel behandelt die türkische Stadt Eskişehir, für die gleichnamige türkische Provinz siehe Eskişehir (Provinz).

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Eskişehir
Wappen von Eskişehir
Eskişehir (Türkei)
Red pog.svg
Basisdaten
Provinz (il): Eskişehir
Koordinaten: 39° 47′ N, 30° 31′ OKoordinaten: 39° 46′ 50″ N, 30° 31′ 10″ O
Höhe: 790 m
Einwohner: 685.727[1] (2013)
Telefonvorwahl: (+90)
Postleitzahl: 26 000
Kfz-Kennzeichen: 26
Struktur und Verwaltung (Stand: 2017)
Bürgermeister: Yılmaz Büyükerşen (CHP)
Webpräsenz:
Landkreis Eskişehir
Kaymakam: Kadir Koçdemir
Webpräsenz (Kaymakam):
Doktorlar Caddesi

Eskişehir (türkisch für „alte Stadt“; der ursprüngliche Name in der Antike und in Byzanz war Δορύλαιον Dorylaion, dt. Doryläum) ist mit 685.727 Einwohnern (2013) eine der größten Städte in Anatolien und die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Die Gegend um Eskişehir ist hauptsächlich bekannt durch den Abbau von Sepiolith (Lületaş). In der Innenstadt gibt es zahlreiche Geschäfte, die Meerschaumpfeifen verkaufen, welche hier seit 1700 geschnitzt werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Eskişehir wurde im ersten Jahrtausend v. Chr. am Fluss Porsuk von den Phrygern gegründet und liegt an einer der wichtigsten Kreuzungen Anatoliens.[2] Sie hat eine lange hethitische, phrygische, römische, byzantinische und osmanische Geschichte.

1097 kämpften hier die Kreuzritter und Seldschuken in der Schlacht um Dorylaeum gegeneinander. In jüngerer Zeit wurden viele Tataren angesiedelt. Im türkischen Befreiungskrieg 1918 gab es einige Gefechte um die Stadt. 1980 wurde in Eskişehir der Politiker und Bürokrat Gün Sazak getötet; dies führte zu Unruhen und dem Pogrom von Çorum.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eskişehir ist geprägt durch kontinentales Klima mit kalten, schneereichen Wintern (Durchschnittstemperatur ~0 °C) und heißen, trockenen Sommern (Durchschnittstemperatur ~22 °C). Zwar fällt Regen das ganze Jahr hindurch, doch ist eine ausgeprägte Trockenphase in den Sommermonaten feststellbar. Nach Köppen lässt sich der Standort als semiarides Steppenklimat beschreiben (BSk).

Eskişehir, Odunpazarı
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
40
 
4
-4
 
 
33
 
6
-3
 
 
35
 
11
-1
 
 
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17
4
 
 
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22
8
 
 
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11
 
 
13
 
29
14
 
 
8.5
 
29
14
 
 
16
 
25
10
 
 
28
 
20
5
 
 
30
 
13
1
 
 
46
 
6
-2
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Staatliches Meteorologisches Amt der Türkischen Republik, Daten 1926-2016
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Eskişehir, Odunpazarı
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,8 6,2 11,3 17,0 21,9 26,0 28,9 29,3 25,3 19,6 12,6 6,0 Ø 17,4
Min. Temperatur (°C) −3,7 −2,9 −0,6 3,7 7,9 11,2 13,7 13,5 9,5 5,3 1,3 −1,5 Ø 4,8
Temperatur (°C) 0,1 1,4 5,0 10,3 15,1 19,0 21,7 21,5 17,2 12,0 6,5 2,0 Ø 11
Niederschlag (mm) 40,3 33,1 35,4 38,8 44,7 33,1 12,8 8,5 15,9 28,1 30,4 46,0 Σ 367,1
Sonnenstunden (h/d) 2,6 3,7 5,1 6,4 8,6 10,5 11,7 11,1 9,1 6,3 4,3 2,4 Ø 6,8
Regentage (d) 14,0 12,1 11,6 10,5 10,9 7,4 3,4 2,7 4,1 7,4 9,3 13,2 Σ 106,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,8
−3,7
6,2
−2,9
11,3
−0,6
17,0
3,7
21,9
7,9
26,0
11,2
28,9
13,7
29,3
13,5
25,3
9,5
19,6
5,3
12,6
1,3
6,0
−1,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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40,3
33,1
35,4
38,8
44,7
33,1
12,8
8,5
15,9
28,1
30,4
46,0
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tram in Eskişehir

Eskişehir liegt an der Anatolischen Eisenbahn. Die von der bautechnisch anspruchsvollsten Strecke (Schleifentunnel von Bilecik) kommende Strecke verzweigt sich hier nach Ankara und Afyonkarahisar.

Am 31. Oktober 1972 ereignete sich hier ein schwerer Eisenbahnunfall: Ein Personenzug und ein Güterzug stießen zusammen, mehrere Wagen stürzten einen Abhang hinunter und gerieten in Brand. Mehr als 30 Menschen starben, 50 weitere wurden verletzt.[3]

Seit 2004 verfügt Eskişehir über eine schmalspurige moderne Straßenbahn, die EsTram. Inzwischen gingen drei mit modernen Niederflur-Triebwagen bediente Linien in Betrieb:

  • Osmangazi Üniversitesi ↔ Opera
  • Otogar ↔ SSK
  • Açelya ↔ Opera

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu den meisten anderen türkischen Städten entgegnete man dem Verkehrsdruck hier nicht mit weiterem Straßen-, Kreuzungs- und Unterführungsausbau, sondern setzte auf eine fußgängerfreundlichere Gestaltung vor allem der Innenstadt.[4] Zonen, die für den Autoverkehr gesperrt sind, überwiegen, und es gibt Cafés und Restaurants, was die Stadt für Laufkundschaft, Touristen und Einwohner attraktiv macht.

Eskişehir verfügt über einen modernen Omnibusbahnhof (Otogar).

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eskişehir werden durch ein Konsortium, bestehend aus den Firmen Tülomsaş (Drehgestelle), Hiztaz (Wagenkasten) und epa/Kiepe (Elektrik und Klimaanlage) in einem Lok- und Wagenwerk die Fahrzeuge für die Straßenbahn von Gaziantep aus gebrauchten P-Wagen der Straßenbahn Frankfurt am Main umgebaut. Das erste umgebaute Fahrzeug wurde für Probefahrten von Eskişehir nach Konya gebracht, da weder in Eskişehir noch in Gaziantep wegen der fehlenden Infrastruktur ein Probebetrieb der normalspurigen Fahrzeuge durchgeführt werden konnte.[5]

Das Textilunternehmen SARAR hat seinen Sitz in Eskişehir.

Seit Oktober 2013 ist Barry Callebaut mit einer Produktionsstätte in Eskişehir ansässig.[6]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Stadt befinden sich die Anadolu-Universität und die Osmangazi-Universität mit insgesamt über 70.000 Studenten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert sind unter anderem die Odunpazarı, alte Häuser aus Lehm, im Zentrum der Stadt sowie die Brücke über den Porsuk, ebenfalls in der Stadtmitte.

Museen in Eskişehir:

Parks in Eskişehir:

  • Kentpark
  • Sazova Parkı
Panaromaaufnahme vom Kentpark, Oktober 2012

In der Umgebung:

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eskişehir – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Offizielle Website der Stadt Eskisehir, abgerufen 1. Juli 2013
  2. Eine Stadt ein Mensch Bericht über Eskişehir im TRT
  3. Peter Semmens: Katastrophen auf Schienen. Eine weltweite Dokumentation. Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71030-3, S. 179.
  4. http://eltis.org/study_sheet.phtml?study_id=2559&lang1
  5. VGF-Mitarbeiterzeitschrift „in Fahrt“ April / Mai 2010, Seite 18
  6. Arne Homborg: Neue Schokoladenfabrik von Barry Callebaut in der Türkei (3. Oktober 2013, abgerufen 15. November 2015)
  7. http://www.eskisehir-bld.gov.tr/spot_kardes_sehir.php