Eskişehir
| Eskişehir | ||||
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| Basisdaten | ||||
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| Provinz (il): | Eskişehir | |||
| Koordinaten: | 39° 47′ N, 30° 31′ O | |||
| Höhe: | 790 m | |||
| Einwohner: | 887.475[1] (2019) | |||
| Telefonvorwahl: | (+90) | |||
| Postleitzahl: | 26 000 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | 26 | |||
| Struktur und Verwaltung (Stand: 2019) | ||||
| Bürgermeister: | Yılmaz Büyükerşen (CHP) | |||
| Website: | ||||
| Landkreis Eskişehir | ||||
| Kaymakam: | Kadir Koçdemir | |||
| Website (Kaymakam): | ||||
Eskişehir (türkisch für „alte Stadt“; der ursprüngliche Name in der Antike und in Byzanz war Δορύλαιον Doryläum, deutsch früher Eski-Schehir) ist mit 887.475 Einwohnern (2019) eine der größten Städte in Anatolien und die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz. Seit einer Gebietsreform 1993 ist die Stadt mit der Provinz einwohner- und flächenmäßig identisch.
Die Gegend um Eskişehir ist hauptsächlich bekannt durch den Abbau von Sepiolith (Lületaş). In der Innenstadt gibt es zahlreiche Geschäfte, die Meerschaumpfeifen verkaufen, welche hier seit 1700 geschnitzt werden.
Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Stadt Eskişehir wurde im ersten Jahrtausend v. Chr. am Fluss Porsuk von den Phrygern gegründet und liegt an einer der wichtigsten Kreuzungen Anatoliens.[2] Sie hat eine lange hethitische, phrygische, römische, byzantinische und osmanische Geschichte.
1097 kämpften hier die Kreuzritter und Seldschuken in der Schlacht um Dorylaeum gegeneinander. In jüngerer Zeit wurden viele Tataren angesiedelt. Im türkischen Befreiungskrieg 1918 gab es einige Gefechte um die Stadt. 1980 wurde in Eskişehir der Politiker und Bürokrat Gün Sazak getötet; dies führte zu Unruhen und dem Pogrom von Çorum.
Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Eskişehir ist geprägt durch kontinentales Klima mit kalten, schneereichen Wintern (Durchschnittstemperatur ~0 °C) und heißen, trockenen Sommern (Durchschnittstemperatur ~22 °C). Zwar fällt Regen das ganze Jahr hindurch, doch ist eine ausgeprägte Trockenphase in den Sommermonaten feststellbar. Nach Köppen lässt sich der Standort als semiarides Steppenklimat beschreiben (BSk).
| Eskişehir, Odunpazarı | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Eskişehir, Odunpazarı
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Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Eskişehir liegt an der Anatolischen Eisenbahn und der weitgehend parallel verlaufenden Hochgeschwindigkeitsstrecke Ankara–İstanbul, etwa auf halbem Weg zwischen Istanbul und Ankara. Die von der bautechnisch anspruchsvollsten Strecke (Schleifentunnel von Bilecik) kommende Strecke verzweigt sich hier nach Ankara und Afyonkarahisar.
Am 31. Oktober 1972 ereignete sich hier ein schwerer Eisenbahnunfall: Ein Personenzug und ein Güterzug stießen zusammen, mehrere Wagen stürzten einen Abhang hinunter und gerieten in Brand. Mehr als 30 Menschen starben, 50 weitere wurden verletzt.[3]
Seit 2004 verfügt Eskişehir über eine schmalspurige moderne Straßenbahn, die EsTram. Inzwischen (Stand 2018) sind sieben, mit modernen Niederflur-Triebwagen bediente Linien in Betrieb:
Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Im Gegensatz zu den meisten anderen türkischen Städten entgegnete man dem Verkehrsdruck hier nicht mit weiterem Straßen-, Kreuzungs- und Unterführungsausbau, sondern setzte auf eine fußgängerfreundlichere Gestaltung vor allem der Innenstadt.[4] Zonen, die für den Autoverkehr gesperrt sind, überwiegen, und es gibt Cafés und Restaurants, was die Stadt für Laufkundschaft, Touristen und Einwohner attraktiv macht.
Eskişehir verfügt über einen modernen Omnibusbahnhof (Otogar).
Flughafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Der Flughafen Eskişehir-Anadolu wird von Linienfluggesellschaften bedient.
Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In Eskişehir werden durch ein Konsortium, bestehend aus den Firmen Tülomsaş (Drehgestelle), Hiztaz (Wagenkasten) und epa/Kiepe (Elektrik und Klimaanlage) in einem Lok- und Wagenwerk die Fahrzeuge für die Straßenbahn von Gaziantep aus gebrauchten P-Wagen der Straßenbahn Frankfurt am Main umgebaut. Das erste umgebaute Fahrzeug wurde für Probefahrten von Eskişehir nach Konya gebracht, da weder in Eskişehir noch in Gaziantep wegen der fehlenden Infrastruktur ein Probebetrieb der normalspurigen Fahrzeuge durchgeführt werden konnte.[5]
Das Textilunternehmen SARAR hat seinen Sitz in Eskişehir.
Seit Oktober 2013 ist Barry Callebaut mit einer Produktionsstätte in Eskişehir ansässig.[6]
Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
In der Stadt befinden sich die Anadolu-Universität und die Osmangazi-Universität mit insgesamt über 70.000 Studenten.
Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Sehenswert sind unter anderem die Odunpazarı, alte Häuser aus Lehm, im Zentrum der Stadt sowie die Brücke über den Porsuk, ebenfalls in der Stadtmitte.
Museen in Eskişehir:
- Archäologisches Museum
- Meerschaummuseum
- Yunus-Emre-Museum
- Eisenbahnmuseum der TCDD
- Flugzeugmuseum (Havacılık Müzesi)
Parks in Eskişehir:
- Kentpark
- Sazova Parkı
In der Umgebung:
- die antike Stadt Pessinus im Dorf Ballıhisar bei Sivrihisar
- die phrygische Midasstadt (Midas Şehri) bei Seyitgazi
- Thermalquellen von Çardak und Gümele.
- die armenische Hl.-Dreieinigkeits-Kirche in Tepebaşı (heute als „Zübeyde Hanım-Kulturzentrum“ genutzt)
Blick auf den Porsuk, Oktober 2012
Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Eqrem Çabej (1908–1980), albanischer Geschichts- und Sprachwissenschaftler sowie Volkskundler
- Hasan Polatkan (1915–1961), Politiker
- Abdullah Matay (1928–2011), Fußballspieler, Trainer und Manager
- Ergun Ercins (1935–1986), Fußballspieler und -trainer
- Ahmet Gündüz Ökçün (1935–1986), Rechtsgelehrter, Politiker und Außenminister
- Yılmaz Büyükerşen (* 1937), Politiker und Bürgermeister von Eskişehir
- Süreyya Özkefe (* 1939), Fußballspieler und -trainer
- Gürer Aykal (* 1942), Dirigent
- Ayhan Aşut (* 1944), Fußballspieler und -trainer
- Fethi Heper (* 1944), Fußballspieler
- Rasim Kara (* 1950), Fußballtrainer
- Abdurrahman Temel (1950 – zweite Hälfte der 1970er Jahre), Fußballspieler
- Yenal Kaçıra (* 1951), Fußballspieler und -trainer
- Enis Batur (* 1952), Dichter, Romanautor, Essayist und Verleger
- İskender Yediler (* 1953), Bildhauer
- Coşkun Demirbakan (* 1954), Fußballspieler und -trainer
- Mehmet Terzi (* 1955), Langstreckenläufer
- Ahmet İyidirli (* 1956), deutscher Politiker (SPD)
- Zeki Sezer (* 1957), Chemieingenieur, ehemaliger Minister
- Serhat Güller (* 1968), Fußballspieler und -trainer
- Önder Özen (* 1969), Fußballtorhüter und -trainer
- Ömer Çatkıç (* 1974), Fußballspieler und -trainer
- Özgün (* 1979), Popmusiker
- İpek Şenoğlu (* 1979), Tennisspielerin
- Faruk Bayar (* 1981), Fußballspieler
- Neslihan Demir (* 1983), Volleyballspielerin
- Mustafa Sevgi (* 1983), Fußballspieler
- Arif Şahin (* 1985), Fußballspieler
- Hüseyin Kar (* 1986), Fußballspieler
- Ersan İlyasova (* 1987), Basketballspieler
- Sinan Ören (* 1987), Fußballtorwart
- Kayacan Erdoğan (* 1988), Fußballtorhüter
- Yunus Özmusul (* 1989), Handballspieler
- Hatice Kübra Yangın (* 1989), Taekwondoin
- Onur Bayramoğlu (* 1990), Fußballspieler
- Mahmut Boz (* 1991), Fußballspieler
- Gamze Bulut (* 1992), Langstreckenläuferin
- Dorukhan Toköz (* 1996), Fußballspieler
Persönlichkeiten mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Bedros IV. (1870–1940), armenischer Katholikos von Kilikien
- Fehmi Sağınoğlu (1937–2016), Fußballspieler und -trainer
- Vahap Özbayer (* 1943), Fußballspieler und -trainer
- Kamuran Yavuz (* 1947), Fußballspieler und -trainer
Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- 1994 Dschalalabat, Kirgisistan[7]
- 1995 Gudauta, Abchasien, Georgien
- 1995 Kasan, Tatarstan, Russland
- 1998 Sudak, Krim, Ukraine
- 1999 Samarkand, Usbekistan
- 2002 Paterson, New Jersey, USA
- 2002 Oral, Kasachstan
- 2006 Paju, Südkorea
- 2008 Changzhou, Volksrepublik China
- 2010 Bodrum, Türkei
- 2012 Linz, Österreich
- 2013 Frankfurt am Main, Deutschland
Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Eskişehirspor
- Eskişehir Şekerspor
Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- Seite über die Stadt (türkisch)
- Landkarte
Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
- ↑ [1], abgerufen 2. Januar 2021
- ↑ Eine Stadt ein Mensch Bericht über Eskişehir im TRT
- ↑ Peter W. B. Semmens: Katastrophen auf Schienen. Eine weltweite Dokumentation. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71030-3, S. 179.
- ↑ http://eltis.org/study_sheet.phtml?study_id=2559&lang1 (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
- ↑ VGF-Mitarbeiterzeitschrift „in Fahrt“ April / Mai 2010, S. 18
- ↑ Arne Homborg: Neue Schokoladenfabrik von Barry Callebaut in der Türkei (Memento des Originals vom 17. November 2015 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (3. Oktober 2013, abgerufen 15. November 2015)
- ↑ http://www.eskisehir-bld.gov.tr/spot_kardes_sehir.php
