Espenschied (Lorch)

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Espenschied
Stadt Lorch
Wappen von Espenschied
Koordinaten: 50° 6′ 43″ N, 7° 54′ 15″ O
Höhe: 388 m ü. NHN
Einwohner: 530 (2012)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 65391
Vorwahl: 06775
Espenschied
Espenschied.Gemeindehaus von 1948

Espenschied ist ein Ortsteil der Stadt Lorch im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis mit etwa 530 Einwohnern.[1] Für die ehemals selbständige Gemeinde Espenschied besteht ein eigener Ortsbezirk mit Ortsbeirat.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Espenschied liegt über dem Wispertal auf einer Höhe von rund 400 m[2] im westlichen Hintertaunus. Die einzige Zufahrtsstraße, die L 3031, führt von der Laukenmühle im Wispertal aus Süden kommend, weiter über die Hessische Landesgrenze nach Welterod und Strüth im Rhein-Lahn-Kreis.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bestehen des Ortes kann als villa Espelscheid bis in das Jahr 1187 urkundlich zurückverfolgt werden. Im 12. Jahrhundert besaßen hier die Rheingrafen einen Hof. Von 1165 bis 1183 kam er pfandweise an die Grafen von Nassau. Im 13. Jahrhundert hatten die Herren von Eppstein vorübergehend Besitz in Espenschied – wahrscheinlich als Mainzer Lehen. Seit dem 14. Jahrhundert war Espenschied Teil der Herrschaft Lauksburg und nur über Lehnsbande mit dem Erzstift Mainz verbunden. Als weitgehend selbständige Herrschaft war es bis 1508 in den Händen der Herren von Greiffenklau und gelangte dann an die Herren von Heuchelheim. Nach dem Tode Sebastians von Heuchelheim 1575 wurde Espenschied als erledigtes Lehen eingezogen und dem kurmainzischen Amt Lorch zugewiesen. Seitdem teilte Espenschied die Geschichte des Rheingaus.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Espenschied am 1. Januar 1977 zugleich mit den Gemeinden Ransel und Wollmerschied in die Stadt Lorch eingegliedert.[3]

Espenschied war von 1974 bis 2014 als Luftkurort staatlich anerkannt. Heute ist der Ort als Erholungsort eingestuft.[4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. September 1965 wurde der Gemeinde Espenschied im damaligen Rheingaukreis, Regierungsbezirk Wiesbaden, ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Schwarz eine goldene, mit roten und blauen Steinen belegte Inful, begleitet von drei goldenen Espenblättern (2:1).[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Nikolaus Espenschied

Die St. Nikolauskirche ist ist eine Filiale der Pfarrei Heilige Elisabeth von Schönau im Bistum Limburg.[6] Die Saalkirche aus den Jahren 1746–1748 zeichnet sich durch einen markanten Dachreiter aus. Der Hochaltar stammt aus dem 1. Viertel des 18. Jahrhunderts, während zwei Seitenaltäre und die Kanzel aus der Bauzeit stammen. Unter den barocken Holzfiguren befinden sich mehrere Werke, die der Werkstatt von Martin Biterich und dessen Sohn Johann Georg Bitterich zugeschrieben werden.[7]

Weitere denkmalgeschützte Bauwerke sind in der Liste der Kulturdenkmäler in Lorch (Rhg) Stadtteil Espenschied beschrieben.

Familienverband Espenschied[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt seit 1954 einen Familienverband Espenschied, der seinen Namen von dem Ort Espenschied ableitet und in Espenschied regelmäßige Familientreffen abhält.[8]

Rundwanderweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2009 ist Espenschied Startpunkt des Rundwanderweges Wispertalsteig.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Lorch am Rhein - Espenschied. Hessen-Agentur, archiviert vom Original am 6. Februar 2013; abgerufen im September 2018.
  2. Topografische Karte 1:25.000
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 376.
  4. Thorsten Stötzer: Vom Luftkur- zum Erholungsort: Espenschied will Kosten sparen. Wiesbadener Kurier vom 17. Mai 2018
  5. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Espenschied, Rheingaukreis, Regierungsbezirk Wiesbaden vom 2. September 1965. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1965 Nr. 38, S. 1102, Punkt 911 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,9 MB]).
  6. http://www.hl-elisabeth.de/index.php?id=2
  7. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Hessen II, Deutscher Kunstverlag München 2008, ISBN 978-3-422-03117-3
  8. Homepage des Familienverbandes Espenschied (Memento des Originals vom 25. März 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.espenschied.com